Wo Alpen auf Palmen treffen

11.05.2018 • 08:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

In Südtirols historischen Städten Meran und Sterzing trifft Alpencharme auf mediterranes Flair.

Spätestens als mich der schwere Duft nach Flieder in der Nase kitzelt, die Passer leise an meinem Ohr plätschert und ich meinen Blick weit über Obstgärten und Palmen bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Texelgruppe schweifen lasse, da verstehe ich, wieso sich schon Kaiserin Sissi in die „Perle der Alpen“ verliebt hatte. Insgesamt viermal hielt sich die österreichische Monarchin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Meran auf und begründete ihr Renommee als „Curort von europäischem Rufe“. Noch heute gehört die Sissi-Statue im Elisabethpark zu den beliebtesten Selfie-Motiven Merans.

Wer Meran jedoch auf Sissi-Charme und K.-u.-k.-Flair reduziert, der tut der mit rund 40.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Südtirols unrecht. Mag es wochentags unter den berühmten Meraner Lauben – den längsten Tirols – etwas beschaulicher zugehen, so erlebt man am Wochenende eine pulsierende Stadt mit Straßenkünstlern, jungen Cafés und internationalen Mode-Labels. Der alte Glanz Merans als Garten- und Kurstadt mit seinen Villen, Schlössern und Parkanlagen wird ergänzt durch die Architektur des modernen Meran. Etwa die neue Therme Meran am linken Passerufer. Sie ist ein Werk des Star-Architekten Matteo Thun und galt bei ihrer Eröffnung 2005 als das Architekturereignis der Alpenregion. 25 Pools im Innen- und Außenbereich, acht Saunen und Dampfbäder, Spa & Vital-Bereich, Medical Spa und Fitness Center erwarten die Besucher. Die Therme liegt eingebettet in die grüne Landschaft eines über 50.000 Quadratmeter großen Parks mit Kneipp-Parcours und Seerosenteich.

Doch zurück zur Kaiserin. Wer will, kann sich auf einer malerischen Spazierroute auf die Spuren von Kaiserin Elisabeth begeben und gleichzeitig in die vergangene und heutige Schönheit Merans eintauchen. Der ca. drei Kilometer lange Sissi-Weg verbindet das Meraner Stadtzentrum mit Schloss Trauttmansdorff, wo die Kaiserin zweimal ihr Winterquartier bezog, und umfasst elf Stationen, die bis heute mit der legendären Kaiserin in Verbindung gebracht werden. Los geht

Fortsetzung auf Seite G2