Reise / 03.05.2019 • 08:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Klima im Mühlviertel eignet sich mit den kühlen Nächtenbesonders gut für den Anbau von Hopfen. Shutterstock
Das Klima im Mühlviertel eignet sich mit den kühlen Nächten

besonders gut für den Anbau von Hopfen. Shutterstock

sich gerade die Mühlviertler so stark auf das Thema Bier spezialisiert haben, ist wohl kein Zufall. Durch den Granitboden ist das Wasser besonders rein und weich und damit ideal zum Bierbrauen. Dazu kommt der hochwertige Hopfen aus der Region, der unserem Bier eine ganz besondere Note verleiht“, weiß Braumeister Reinhard Bayer von der Stiftsbrauerei Schlägl, wo seit über 400 Jahren Bier gebraut wird. Schon fast doppelt so lange stellt das Stift das geistliche Zentrum im Oberen Mühlviertel dar. Heute ist es zudem mit 200 Mitarbeitern in der Forstwirtschaft, der Werkstatt und der Brauerei einer der großen Arbeitgeber der Region. „Für unser Bier verwenden wir ausschließlich österreichischen Hopfen, denn der ist sehr würzig und eignet sich optimal für unsere Biersorten“, so Bayer. Neben den klassischen Bieren wird im Stift auch immer wieder experimentiert. So entstand beispielsweise ein Bioroggenbier oder in Zusammenarbeit mit zwei weiteren Brauereien und dem Biersommelier-Weltmeister Karl Schiffner, der vor einigen Jahren mit dem Bioleinsamenbier eine neue Bierspezialität kreierte, ein Biercuvée aus vier Sorten. Ein klares Zeichen der langjährigen und intensiven Zusammenarbeit der innovativen Mühlviertler Biervordenker.

Gelebtes Handwerk

Auch abseits der Bierproduktion wird das Handwerk im Mühlviertel bis heute gelebt. So zum Beispiel in der traditionellen Leinenweberei, als deren Nebenprodukt zahlreiche Ölmühlen entstanden, in denen noch heute das aromatische Leinöl erzeugt wird, wie etwa in der Mühlviertler Ölmühle in Haslach, wo Besucher auf Nachfrage auch eine Führung bekommen. Auch der Blaudruck, eine alte Tradition, die ursprünglich aus Asien kommt, wird im Mühlviertel von der Blaudruckerei Wagner in Bad Leonfelden heute noch praktiziert.

Und dann ist da natürlich noch die großartige Mühlviertler Hausmannskost mit ihren vielen verschiedenen Knödeln, dem Schweinsbraten, dem Speck und dem ausgezeichneten Most. Eine Reise in den Norden Österreichs lohnt sich also auf jeden Fall.