Reisetipp Oman: Vielseitiges Morgenland

02.06.2019 • 08:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Einsame Sandstrände, verkehrsarme Autobahnen und gleichberechtigte Frauen.

Dieses Blau! Die Grenze von Himmel und indischem Ozean vermischt sich noch an diesem frühen Morgen. Als wir später mit einem Sportboot hinaus fahren, um Delfine zu beobachten, ändert sich gegen Mittag das Himmelslicht in milchig Weiß und der Ozean in helles Grün. Und jetzt, wo der Motor des Bootes Ruhe gibt, tauchen die ersten Delfinrücken an der smaragdgrünen Wasseroberfläche auf. Kraftvoll und elegant gleiten sie durch ihr Element. Welch ein grandioses Schauspiel! Noch lange schwärmen wir auf der Busrückfahrt von Salalah Hawana zu unserem Hotel in Mirbat im alten Gouvernement Dhofar im Süden des Sultanates Oman. Wir sind auf einer modernen Autobahn unterwegs, auf der uns nur selten ein Fahrzeug entgegenkommt. Dafür queren Dromedare gern gemächlich die Fahrbahn. Unser Blick fällt auf die wenigen, mit hohen Mauern umgebenen Häuser und auf das Dhofar-Gebirge, das parallel zur Küste verläuft. Während der Monsunzeit von Juli bis September verwandelt es sich von Sandbraun zu strahlendem Grün, was Araber genau zu dieser Zeit in Scharen anlockt. Für sie ist der Regen eine Sensation, den sie unter keinen Umständen verpassen möchten. Wir hingegen schätzen die Sonne, Palmen, einsame weiße Sandstrände und den angenehm warmen Indischen Ozean. Dabei ist die Unterwasserwelt mit ihren bunten Fischschwärmen, Rochen und riesigen Schildkröten in der Region Mirbat ein echter Geheimtipp für Tauchbegeisterte.

Viel haben wir schon von der alten Weihrauchstraße gehört, auf der Handelskarawanen von Dhofar aus starteten und die Wohlgerüche des Orients zu den indischen Maharadschas und bis nach Rom brachten, wo es in Gold aufgewogen wurde. Bereits die Heiligen Drei Könige brachten dem neugeborenen Messias Weihrauch nach Bethlehem mit. Noch heute ritzen Beduinen in den Trockentälern knorrige Weihrauchbäume an, um nach einigen Tagen das begehrte, wertvolle Harz zu ernten. Verkauft werden die weißen bis braun-gelben kleinen Steinchen im Weihrauch-Souk in Salalah. Einige Läden sind jedoch schon der Abrissbirne zum Opfer gefallen, was wohl daran liegt, dass heute billiger Weihrauch aus Asien den Markt überschwemmt.

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Gastfreundlich und modern

Die Menschen im Oman sind offen und gastfreundlich. Dabei haben sie sich noch etwas vom Flair der alten arabischen Lebensweise erhalten. Frauen sind hier allerdings gleichberechtigt. Das macht sich bereits an den Hochschulen bemerkbar, denn dort studieren 60 Prozent Frauen, erzählt die Omani Raya bei einem Besuch in ihrem Haus. Sie betreut als Reiseleiterin Gäste. So berichtet sie mit Stolz vom Alltag der Frauen im Sultanat, „wobei“, so sagt die weit gereiste Omani, „bei Euch im Westen zahlreiche Klischees und Vorurteile herrschen. Bei uns dürfen selbstverständlich Frauen einen Wagen steuern. Auch können sich Frauen im Oman scheiden lassen. Nur haben sie dann kaum eine Chance, einen anderen Mann kennenzulernen“, gesteht Raya. Wobei die Omani jegliche Unterstützung vom Staat bekommen. Mit 21 erhält jeder ein Grundstück und auch bei jeder Geburt gibt es Geld. Raya geht allerdings gerne arbeiten. Ihre drei Kinder werden von einer Nanny betreut. Sie selbst ist mit 13 Geschwistern aufgewachsen und hat sich gegen alle Widerstände in der Familie durchgesetzt. Ihr Vater, ein früherer Seemann, hat sie immer unterstützt. „Sehr oft ist es die Familie“, so beklagt sich Raya, „die der Traditionen wegen alles Neue untersagt.“ Der Staat hingegen unterstützt neue Ideen. So ist es nichts Ungewöhnliches, dass man in den Hotels am Strand oft junge weltoffene, stolze Frauen mit Kopftuch – dem lahaf – und Männer in ihrer dishdasha – dem langen Gewand – trifft, die sich freundlich mit Touristen in Badekleidung unterhalten.

An unserem letzten Abend sind wir zum Essen am Strand eingeladen. Während der Sonnenball rotglühend untergeht und das Lagerfeuer romantisch knistert, graben die Omaner mit Schaufeln das verpackte Fleisch, die Shuwa, aus einem Erdofen aus, wo es einen ganzen Tag lang vor sich hingaren konnte. Ein wohlschmeckenderes Gericht hätten sie uns zum Abschied nicht machen können. Gerd Krauskopf (SRT)

Oman

Hauptstadt Maskat

Zeitliche Differenz UTC+4

Währung Omanischer Rial (OMR)

Lage Oman liegt im Südosten der arabischen Halbinsel. Es grenzt im Nordwesten an die Vereinigten Arabischen Emirate, im Westen an Saudi-Arabien und im Südwesten an Jemen.

Sprache Arabisch

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