Reise / 29.11.2019 • 09:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wenn es nicht regnet, findet man überall in der Stadt Straßenmusikanten, die Galway erklingen lassen. shutterstock
Wenn es nicht regnet, findet man überall in der Stadt Straßenmusikanten, die Galway erklingen lassen. shutterstock

sowie das International Oyster Festival, wo nicht nur Austern gegessen werden, sondern es auch beliebte Wettbewerbe wie „Austern öffnen“ gibt.

Zwei typisch irische Eigenschaften verschaffen der kleinen Stadt ihren Reiz: die lange Musiktradition und ihre gesellige Trinkfestigkeit. Diese Kombination erfahren Besucher an jeder Ecke. Rund 100 Pubs verteilen sich über die kleine Stadt. Entlang der High Street sowie der umliegenden Gassen im Latin Quarter ist die Kneipendichte besonders hoch. Pubs wie Murphy’s Bar One servieren bereits in der dritten Generation bestes Guinness. Viele Bars bieten tägliche Musikabende – Trad-Sessions genannt – an wie etwa The Crane Bar jenseits des Flusses an der Sea Road.

„Freundlichste Stadt der Welt“

Diese bodenständige, allen zugängliche Lebensfreude hat Galway 2016 bereits den Titel der „freundlichsten Stadt der Welt“ vom US-Magazin Travel and Leisure eingebracht. 2019 hat die Konkurrenz Conde Nast Traveller mit dem Titel „Irlands spannendstes Ziel für Feinschmecker“ nachgelegt. Grund dafür sind die über 350 Lokale in der Stadt, darunter die zwei Michelin-gekrönten Gourmet-Tempel Aniar und Loam. Dort ist man überzeugt, dass man wie in Kopenhagen einst das Noma eine Küchenrevolution auslösen kann. Mit naturreinen Zutaten aus der Gegend – Austern, Fisch und Fasan – und auf alten Rezepten basierend, wollen die Chefs immer wieder neue Geschmackserlebnisse kreieren.

Wenn also Galway im Februar das Kulturjahr einläutet, dann besinnt sich die Stadt vor allem auf ihre Stärken. Eingeteilt ist das Kulturjahr in die vier keltischen Jahreszeiten Imbloc, Bealtaine, Lughnasa und Samhain. Sie bestimmten einst die Agenda der Fischer und Bauern. Die Themen Landschaft, Sprache und Migration ziehen sich wie ein roter Faden durchs Programm. Irisch-Gälisch, das noch von zehn Prozent der Galweger gesprochen wird, steht dabei im Vordergrund. Europäische Vielfalt sowie die Tatsache, dass fast ein Viertel der Bewohner Galways außerhalb Irlands geboren wurden, spielen bei dem Thema Migration die Hauptrolle.