Reise / 03.01.2020 • 10:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Ruapehu ist mit 2797 Metern der höchste Vulkan Neuseelands und ein beliebtes Skigebiet. Shutterstock (5)
Der Ruapehu ist mit 2797 Metern der höchste Vulkan Neuseelands und ein beliebtes Skigebiet. Shutterstock (5)

Kaum haben wir mit dem Campmobil die Stadt in Richtung Süden verlassen, tauchen wir ein in saftiges Grün und Ginstergelb. Schaf-, Rinder- und Pferdeweiden und dschungelartige Wälder flankieren die Straße. Was man auf den ersten Blick für Palmen halten mag, sind die bis zu zehn Meter hohen Silberfarne – Neuseelands Nationalpflanze. Auf der Fahrt zu unserem ersten Übernachtungsziel in Ohakune ist der Landschaftsgenuss durch die Umstellung auf Linksverkehr ein wenig eingeschränkt. Doch bald legen sich die Nervosität und die Unsicherheit. Der Ort Ohakune liegt am Rande des Tongario Nationalparks. Er ist nicht nur Ausgangspunkt zum Tongariro Trail. Auch Neuseelands höchster Vulkan, der Ruapehu (2797 Meter), ist in der Nähe. An seinen Flanken breitet sich das größte Skigebiet auf der Nordinsel aus. Auch nach Ende der Skisaison im Oktober gelangt man mit dem Sessellift zur Bergstation und kann den Ausblick in die grüne Ebene genießen. Vulkane, Geysire und heiße Quellen, blubbernde Schlammlöcher – im Inneren der Nordinsel wimmelt es nur so davon. Überall faucht und raucht es, schießen Wasser-Rauch-Säulen in den Himmel.

Von Whakatane aus geht es mit dem Schiff in die Bay of Plenty nach White Island, Neuseelands einzigem aktiven Meeresvulkan. Für die Inselwanderung über die verkarsteten Gesteinsfelder werden Helme und Gasmasken verteilt. Kein Gag, sondern notwendige Maßnahme, denn die Dämpfe beißen sich in die Atemwege. Mit jeder Minute wächst der Respekt vor den Naturgewalten. Das laute Fauchen und Zischen erweckt den Eindruck, gleich würde die Erde aufbrechen. Auf der Rückfahrt zum Festland bekommt man mit etwas Glück Wale zu sehen.

Unbedingt probieren sollte man am Meer auch die Coromandel-Muscheln mit ihrer typisch grünlichen Schale. Gegart in Zwiebel-Weißweinsoße, dazu ein Knoblauchbrot… das Leben kann so schön sein. Doch irgendwann ist die Reise zum anderen Ende der Welt zu Ende, es geht wieder in Richtung Heimat. Mit wunderschönen Bildern im Kopf und einem Rest Muskelkater in den Beinen.