Oman: Der Zauber des Orients

Reise / 23.12.2022 • 11:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Oman: Der Zauber des Orients

Das Königreich im Osten der arabischen Halbinsel zeigt sich weltoffen und modern aber auch mit vielen Traditionen und spektakulären Naturerlebnissen.

Lautstark dröhnt der Ruf des Muezzin aus den Lautsprechern, als wir im Abendlicht vom Aussichtspunkt über der Stadt auf das Treiben in Maskat blicken. Es ist ein magischer Moment, vor uns die Stadt, umgeben von Bergen auf der einen und vom Meer auf der anderen Seite. Am Hafen, neben dem Souk von Muttrah versammeln sich um diese Tageszeit die Männer in ihren weißen Gewändern und traditionellen Kopfbedeckungen auf dem Vorplatz der Moschee. Es wird geredet und gelacht, während aus den Geschäften des Souks die Weihrauchschwaden aufsteigen, die sich mit dem Geruch von Kardamom vermischen, der mir vom frisch gebrühten Kaffee in die Nase steigt. Wenige Meter weiter werden in den schmalen Gassen des Souks allerlei Dinge feilgeboten. Schon am ersten Tag tauchen wir voll ein in die Welt des Orients und verlieren uns in den Eindrücken, die Omans Hauptstadt bietet.

Davon noch immer begeistert, erkunden wir einen Tag später auf einem Boot die Küste vor Maskat. Es dauert nicht lange, bis die ersten Delfine in der Ferne auftauchen und unsere Blicke auf sich ziehen. Eine Wasserschildkröte zieht unbeeindruckt an mir vorbei und widmet sich weiter gemächlich ihrer Futtersuche, als ich wenig später vom Schiff in das 28 Grad warme Wasser springe, um die Unterwasserwelt zu erkunden. Dass Oman, nur sechs Flugstunden von Zürich entfernt, im Dezember solche Bedingungen bietet, macht es zur echten Alternative zum Langstreckenflug in die Karibik.

Über NIzwa in die Berge

Von Maskat fahren wir tags darauf mit unserem Guide Yasser Al Maamari im schicken Allrad Richtung Jabal Akhdar in die Berge. In Nizwa legen wir allerdings erstmal einen Zwischenstopp ein, denn „wer nicht in Nizwa war, war nicht in Oman“, erklärt uns Yasser, als wir uns durch 64 Sorten an Datteln probieren und bei dem großen Angebot an Nüssen und Gewürzen beinahe in einen Kaufrausch verfallen. Auf der fast leeren Autobahn fahren wir schließlich weiter, bis wir die Höhenstraße erreichen, an der jeder Autofahrer über die Tücken der kurvigen Straße aufgeklärt wird. Als Österreicher zaubert uns diese Information ein amüsiertes Lächeln auf die Lippen. Die gut ausgebaute Straße ist ein Klacks und so erreichen wir bald das Hochplateau, das einen spektakulären Blick auf den Canyon freigibt. Schon Prinzessin Diana wusste um die Schönheit dieses Ortes. Lange bevor hier das Luxushotel Anantara Al Jabal Al Akhdar thronte, ließen sich Prinz Charles und Diana mit dem Hubschrauber hierher fliegen. Was sie dazu bewegte, können wir mehr als gut nachvollziehen, als die Sonne langsam hinter den Bergen in den Canyon eintaucht und ihn in leuchtendem Rot-Gold erstrahlen lässt.

Vom Canyon in die Wüste

Nach der schroffen Bergwelt ist unser nächstes Ziel die Wüste Al-Wahiba. Statt Felsen ragen hier, nur wenige Stunden später, Dünen bis zu 200 Meter in die Höhe. Für Yasser ist das kein Hindernis. Gekonnt manövriert er, nachdem wir etwas Luft aus den Reifen gelassen haben, das Auto über den Sand, bis wir schließlich das Oryx Camp erreichen, wo wir die heutige Nacht inmitten der Wüste verbringen. Vorsichtig nähere ich mich einem freilebenden Dromedar, das, fast schon zu kitschig um wahr zu sein, unter dem aufgehenden Vollmond

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