Marc Girardelli

Kommentar

Marc Girardelli

Die Versöhnung hat funktioniert

Sport / 17.02.2013 • 22:13 Uhr

Diese Ski-Weltmeisterschaft hätte durchaus noch ein paar Tage länger dauern können, denn erst am letzten Wochenende haben unsere Athleten so richtig aufgetrumpft. Meinen Respekt verdienen bei den Damen vor allem Michaela Kirchgasser und Marlies Schild. Michaela wegen ihrer Historie, die gegen jede Medaille sprach, aber sie hat ihr Schicksal selbst in die Hand genommen. Dass sie am Schluss knapp gegen den neuen US-Star Mikaela Shiffrin verloren hatte, war für sie sicherlich zu verschmerzen. Für Marlies Schild gab es anfangs nur ein Ziel – bei der WM mit dabei zu sein. Marlies verdient die Medaille für ihren Kampf, weniger als zwei Monate nach einer Knieoperation noch zweitbeste Österreicherin zu werden. Nicht nur die besten Therapie-Methoden, sondern vor allem ihre Einstellung ist bewundernswert.

Die österreichischen Herren rückten im Slalom das Licht wieder an die rechte Stelle. Zumindest muss man das von Marcel Hirscher sagen. Er stand unter einem unheimlichen Druck. Erst düpiert ihn ein Ted Ligety, der mit dreimal Gold zum Superstar der WM aufsteigt, und dann fordern ihn auch noch Felix Neureuther und Mario Matt bis an die Grenzen des Möglichen. In dieser Situation zeigte Hirscher, dass er der wahre Champion ist. Und er darf sich durchaus mit Leuten wie Ingemar Stenmark oder Alberto Tomba auf eine Stufe stellen, was er selbst aber niemals tun würde. Seine Ziele sind ganz andere und wir hoffen inständig, dass er sie uns in den kommenden Jahren noch zeigen wird.

Die Weltmeisterschaft war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Die Menschen in und um die WM herum haben ein perfektes Spektakel organisiert. Eine solche Show war nicht nur für Schladming eine Visitenkarte für alle Sportbegeisterten, sondern für ganz Österreich.

Meine Gratulation!