Hinter den Kulissen der Ö-Tour

01.07.2015 • 20:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Harald Morscher gewann 1994 die Österreich-Rundfahrt und hält mit 16 Teilnahmen einen Rekord. Foto: apa
Harald Morscher gewann 1994 die Österreich-Rundfahrt und hält mit 16 Teilnahmen einen Rekord. Foto: apa

Harald Morscher, Österreich-Rundfahrt-Sieger 1994, lernt die Radrundfahrt neu kennen.

Götzis. (VN-akp) Ex-Radprofi Harald Morscher ist ab Samstag erstmals bei der Österreich-Rundfahrt als Team-Koordinator im Einsatz. „Es ist eine interessante Erfahrung, die Rundfahrt von der organisatorischen Seite kennenzulernen“, erklärt der 43-Jährige. Sein Aufgabengebiet reicht von der ständigen Kommunikation mit den zwanzig teilnehmenden Teams über die Mitorganisation bei der Siegerehrung, die Gestaltung der Trikotdesigns und die Adaptierung des Speiseplans bis zur Zimmersuche für die Teams oder die Parkplatz-Organisation für den großen Fuhrpark der Tour. „Die letzten Wochen der Vorbereitung waren sehr abwechslungsreich.“

Der Ö-Tour-Rekordhalter

16 Teilnahmen als aktiver Fahrer bei der Österreich-Rundfahrt – damit hält Morscher den Rekord. Herausragend dabei ist der Rundfahrt-Sieg im Jahr 1994. Dazu kommen zwei Teilnahmen als Team Manager beim Team Vorarlberg. Die letzten drei Jahre arbeitete der Götzner als Generalmanager bei den drei Nachwuchsteams des russischen ProTour-Teams Katusha. Zudem absolvierte er beim internationalen Radsportverband (UCI) eine Ausbildung zum Team Manager. „Die internationalen Kontakte und Erfahrungen kommen mir jetzt zugute. Es steht eine intensive Woche bevor, danach gilt es für die Zukunft der Tour zu planen. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Tour-Direktor Wolfgang Weiß ist sehr eng. Die Struktur für die nächsten Jahre gehört gesichert, ebenso wie die finanzielle Basis“, liegt ihm die Heim-Rundfahrt am Herzen. „Die Etappenorte müssen glücklich sein, und natürlich hoffe ich für die Sportler und Zuschauer auf gutes Wetter und ein unfallfreies Rennen.“

Land der Berge

Die neue Route vom Ost nach West kommt gut an: „Die Teams sind happy darüber, denn von Vorarlberg haben die meisten einen näheren Heimweg mit ihren Trucks und Bussen in ihr Teamquartier“, begründet er. Für ihn selbst ist das Finale in der Heimat ein absolutes Highlight. „Die Radsportbegeisterung im Land ist riesengroß, das haben die letztmaligen Etappen in den Jahren 2009 bis 2011 gezeigt.“ Seine Meinung auf Kritik, dass die Österreich-Rundfahrt mit 1450 Kilometern und 16.776 Höhenmetern zu schwer sei: „Wir wohnen in den Alpen und sollten das auch präsentieren. Jeder, der anreist, weiß, dass es eine Herausforderung ist. Österreich ist eben das Land der Berge.“ Die Streckenführung verspricht Spannung bis zum Schluss. „Es kann auch im Finale mit dem Hahntennjoch noch Angriffe geben. Die erste Vorentscheidung im Hinblick auf die Gesamtwertung wird voraussichtlich die vierte Etappe mit Ziel am Dobratsch in Kärnten bringen. Dann geht es zwei Tage später weiter mit Großglockner und Kitzbüheler Horn.“

Junge Generation

Den Österreichern traut der ehemalige nationale Berg- und Straßenmeister einiges zu: „Das Motto der Tour lautet ‚Creating Heroes‘ und das passt zur jungen Generation wie Glocknerkönig Gregor Mühlberger, Lukas Pöstlberger, Michael Gogl oder Felix Großschartner. Sie könnten für einen Etappensieg gut sein. Für Furore in der Gesamtwertung wird sicherlich auch Stefan Denifl sorgen, der mit dem Gewinn des Bergtrikots bei der Tour de Suisse Form bewiesen hat.“

Die Streckenführung der Österreich-Rundfahrt 2015 verspricht Spannung bis zur letzten Etappe.

Harald Morscher