„Was war, ist Schall und Rauch“

Altachs neuer Trainer Klaus Schmidt über seine Vorstellungen
für die Zukunft.
Altach. Klaus Schmidt hat sich mit dem Engagement beim SCR Altach seinen Wunsch erfüllt, in der Bundesliga als Trainer tätig zu sein. Nun heißt es für den Vater von zwei Töchtern, in kürzester Zeit die Mannschaft für die Europa-League-Qualifikation (29. Juni) in Form zu bringen – auch für Schmidt eine neue, knifflige Situation in seiner Laufbahn.
Herr Schmidt, der erste Kontakt beim Trainingsauftakt mit dem Team ist vollbracht. Wie schätzen Sie Ihr Team ein?
Klaus Schmidt: Die erste Ansprache vor einer neuen Mannschaft ist immer eine spannende Angelegenheit für mich. Man steht sich erstmals gegenüber, man beobachtet sich genau. Es ist eine Phase des Herantastens. Aber in meiner Laufbahn habe ich das schon oft erlebt.
Dennoch etwas anders für Sie. Denn bei Ihren letzten Stationen wurde Sie ja immer als „Feuerwehrmann“ geholt. In Altach geht es in die Europa League.
schmidt: Das ist schon ein wesentlicher Unterschied, stimmt. In Kapfenberg, Innsbruck und Linz kam ich in schwierigen Phasen zu den Klubs. Hier in Altach hat die Mannschaft ja mit Ligaplatz vier die Europa-League-Quali geschafft. Dennoch soll hier in Altach so etwas wie ein „Re-Start“ erfolgen nach dem schweren Frühjahr.
Viel Zeit gibt es nicht, die Qualifikation für Europa steht an. Wie gehen Sie an die kurze Vorbereitungsphase ran?
schmidt: So eine Situation habe ich auch noch nicht erlebt. Aber wir wollen die Mannschaft schnell in einen Rhythmus bringen, dass sie in den Quali-Spielen voll leistungsfähig ist. Und gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass die Herbstsaison sehr lange geht (Anm.: bis 17. Dezember). Deshalb werden wir eine gute Mischung finden müssen für die nächsten Wochen, aber auch Monate.
Welche Art Fußball will Trainer Klaus Schmidt verkörpern?
Schmidt: In erster Linie will ich einen erfolgreichen Fußball verkörpern. Und dafür wird die Mannschaft auch verschiedene Spielphilosphien anwenden. Mal selbst Druck ausüben und auch mal auf Konter lauern. Aber am Ende möchten wir hier alle ein mutiges Team, das jeder Mannschaft, egal ob national oder international, den Kampf ansagen kann.
Wie gehen Sie an die mentale Verunsicherung ran, immerhin hat Altachs Mannschaft die letzten elf Spiele nicht gewinnen können?
schmidt: Das was war, ist Schall und Rauch. Wir starten jetzt komplett neu durch. Ich weiß schon, nur ab- und wieder einschalten wie am Computer, das wird es nicht spielen. Aber wir wollen Schritt für Schritt wieder an Erfolge anknüpfen. Und da kann vielleicht sogar die Europa League-Qualifikation ein Baustein für sein. Wir können schon dort wieder einen „positiven Vibe“ im Team, Klub und bei den Fans auslösen.
Wie schauen Ihre Ziele mit dem SCR Altach aus?
schmidt: Ich bin zur Erkenntnis gekommen, dass ich mit kurzfristigen Zielvorgaben besser fahre. Vielleicht maximal auf die nächsten drei bis fünf Spiele schauen. Jetzt wollen wir die nächste Runde der Europa League erreichen. Das Einzige, was ich langfristig beeinflussen kann, ist die Leistung der Spieler. Die will ich unbedingt verbessern und weiterbringen.
Sportdirektor Georg Zellhofer meinte, man suche einen bodenständigen und hart arbeitenden Trainer. Sind genau Sie das?
schmidt: Ich denke, ich habe mir diese Note über die letzten Jahre erarbeitet. Und wann immer solch eine Trainer-Beschreibung ausgegeben wird, bin ich auf der Liste. Ich bin jedenfalls stolz darauf, in Altach Trainer zu sein.
Werden Sie aktuell noch am Spielerkader Veränderungen vornehmen?
schmidt: In dieser Transferperiode vertraue ich vollends Georg Zellhofer. Er weiß aktuell besser, wen und was die Mannschaft braucht. Da folge ich ihm. In der nächsten Transferperiode werde ich intensiver mitwirken.
Abschließend: Sind Sie froh, dass der ÖFB Ihnen nicht den Job als Nachwuchs-Teamchef gegeben hat?
Schmidt: Nach der Absage des Fußballverbandes im Mai hätte ich mir nicht gedacht, dass so schnell wieder ein so tolles Angebot aus Altach kommt. Da habe ich nicht lange überlegt und im Ländle zugesagt. Zwar war der Abschied aus Linz nicht leicht, aber diese Chance möchte ich nützen.