Austria bildet ein Team in Lech

Sport / 04.07.2017 • 19:50 Uhr
Austrias Neuzugänge Dorn, Pavlovic, Seibald, Lovric, William, Kobleder, Avramovic, Grasegger, Friedrich, Gabryel, Paulo Victor, Lang und Ronivaldo. Djuric fehlte verletzungsbedingt.
Austrias Neuzugänge Dorn, Pavlovic, Seibald, Lovric, William, Kobleder, Avramovic, Grasegger, Friedrich, Gabryel, Paulo Victor, Lang und Ronivaldo. Djuric fehlte verletzungsbedingt.

Lustenau-Coach Andi Lipa kann aktuell beim Teamcamp an seiner Mannschaft feilen.

Lech. 14 Neuzugänge – so viele neue Kicker gilt es derzeit bei der Mannschaft der Lustenauer Austria zu integrieren. Die neue Saison in Form des ÖFB-Cups startet in elf Tagen bei Stripfing/Weiden. Daher kommt dem Trainer Andi Lipa das Teambuilding-Camp in Lech gerade recht. Im Hotel Gotthard von Clemens Walch konnte sich die Multi-Kulti-Truppe besser kennenlernen. Am Programm standen MTB-Touren, Teambuildingaktivitäten, Medienschulung und eine Schnupperrunde am Golf-Platz von Lech. Dass die Berglandschaft vor allem den Brasilianern im Team der Austria imponierte, davon konnte sich Präsident Hubert Nagel gestern beim Frühstück auf über 1800 m ein Bild machen. Der Macher der Austria ließ es sich nicht nehmen, seine Kicker in Lech zu besuchen. Er konnte beobachten, dass die Stimmung im Team sehr gut ist.

Zwei mit Vorarlberger Wurzeln

Davon können auch die zwei „letzten Mohikaner“ mit Vorarlberger Wurzeln im Team der Grün-Weißen berichten. Tormann Nicolas Mohr (21) und Neuzugang Bojan Avramovic (19) sind als „Gsiberger“ absolut in Unterzahl. Was den beiden Jungkickern aber nichts ausmacht, Avramovic, der von der Jugend von SW Bregenz den Sprung in die Akademie Vorarlberg schaffte und dort alle Altersstufen durchlief, freut es sogar: „Ich finde die Konstellation mit den vielen Nationen richtig interessant, da kann man viel lernen.“ Mohr, seit 2013 bei der Austria, hat schon mehr Erfahrung mit Umbrüchen im Team, nimmt es gelassen. Auch, „weil man seit dem ersten Tag spürt, dass die Mannschaft und alle Neuzugänge einen guten Charakter haben. Das macht die Integration natürlich um einiges leichter.“

Im Ländle zuhause

Der 21-Jährige hat aktuell in Fragen „Einser-Tormann“ etwas die Nase vorne – weil Pendant Seibald noch an einem Bänderriss laboriert – und will seine Chance nutzen. HAK-Matura erledigt, Zivildienst absolviert, jetzt will der gebürtige Wolfurter bei der Austria durchstarten. „Ich bin total fokussiert, will zum Saisonstart im Tor stehen und nach den letzten Jahren als Ersatztormann einen nächsten großen Schritt machen. Mein Kopf ist voll beim Fußball“, so Mohr, der deshalb sogar darauf verzichtet mit seiner Freundin zusammenzuziehen. „So lange ich bei der Austria spiele, wohne ich zuhause bei Mama Marlies“, gibt der Tormann das Motto aus. Auch Avramovic wohnt noch bei seinen Eltern in Bregenz. Und seine Gedanken drehen sich ebenfalls ausschließlich um die Austria aus Lustenau. Der Linksfuß, der schon für Serbiens Jugendnationalteam auflief, absolvierte letztes Jahr die HTL in Bregenz, danach ging es zum Bundesheer nach Ludesch – als Jäger. „Das war schon eine harte Zeit. Nun will ich den Sprung in den Profi-Fußball schaffen. Dafür mache ich alles“, so der 19-Jährige, für den zugegebenermaßen die Umstellung von seinem letzten Klub FC Hard zur Austria schon etwas hart verläuft. „Man merkt, dass enorm viel Qualität vorhanden ist. Jeder Spieler kämpft um seinen Platz. Und der Trainingsumfang ist natürlich um einiges höher als in der Regionalliga“, erklärt Avramovic, dessen erklärtes Ziel es ist, einen Stammplatz im Team von Andi Lipa zu ergattern.

Großes Ziel Aufstieg

Beide wissen aber auch genau, vor welcher schwierigen Saison sie stehen, nichts Geringeres als der Aufstieg in die Bundesliga soll es werden. Mohr: „Das Ziel ist Motivation, wobei natürlich auch Druck dabei ist. Aber es ist für uns alle eine Chance, es können es ja diesmal drei Klubs schaffen.“ Avramovic versprüht als Neuzugang Enthusiasmus: „Der Trainer gibt uns allen das Vertrauen, dass wir es schaffen können. Ich persönlich freue mich vor allem, vor vielen Zuschauern zu spielen. Und ich kann mein Debüt im Profi-Fußball gar nicht mehr erwarten.“ Was Mohr gar nicht mehr erwarten kann? „Die Partie gegen Ried. Da kommen unsere alten Freunde rund um Trainer Laasaad Chabbi ins Reichshofstadion. Das wird geil.“

Heute absolviert die Mannschaft einen weiteren Test gegen den SV Widnau (18.30 Uhr, Widnau).

Man hat sofort gespürt, dass alle einen guten Charakter haben.

Nicolas Mohr
Nicolas Mohr (l.) und Bojan Avramovic im VN-Gespräch über ihre Eindrücke der ersten Wochen in der neuformierten Austria-Mannschaft. steurer
Nicolas Mohr (l.) und Bojan Avramovic im VN-Gespräch über ihre Eindrücke der ersten Wochen in der neuformierten Austria-Mannschaft. steurer
Auch der Brasilo-Fraktion schmeckte das Frühstück in den Bergen rund um Lech (l.). Präsident Hubert Nagel erkundigte sich bei Jodel Dossou über das Kraftstoff-Bike, das ab sofort käuflich erwerbbar ist. Fotos: Steurer
Auch der Brasilo-Fraktion schmeckte das Frühstück in den Bergen rund um Lech (l.). Präsident Hubert Nagel erkundigte sich bei Jodel Dossou über das Kraftstoff-Bike, das ab sofort käuflich erwerbbar ist. Fotos: Steurer
Austria bildet ein Team in Lech