Die Krise ist in Lustenau

Sport / 01.09.2019 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Austria-Lustenau-Kicker Marcel Canadi kann die 1:2-Niederlage gegen den FAC nicht fassen.GEPA

Völlig verunsicherte Lustenauer verlieren mit 1:2 gegen FAC.

Markus Krautberger

Lustenau „Mund abputzen und Reaktion zeigen“, hieß es vor dem Spiel der Lustenauer Austria gegen den Floridsdorfer AC. Die peinliche 5:8-Pleite bei den OÖ Juniors sollte mit einem Heimsieg wettgemacht werden. Gekommen ist es ganz anders. 1800 Zuschauer im Planet Pure Stadion sahen von Start weg eine komplett verunsicherte Mannschaft in Grün-Weiß. Zwar schickte Austria-Trainer Gernot Plassnegger mit Ronivaldo, Patrick Eler, Matthias Mory und Thomas Mayer alle Offensiv-Waffen von Beginn aufs Feld, doch diese Variante war schon nach einer Minute für die Tonne. Eler verletzte sich und musste augestauscht werden (15.). Da stand es bereits 0:1. Adolphe Belem (15.) verwertete den ersten Angriff des FAC. Die Austria agierte wie das Kaninchen vor der Schlange, hatte Glück, als Goalie Kevin Kunz glanzvoll gegen Marco Sahanek (23.) parierte. Und hatte auch beim Ausgleich Glück, weil FAC-Verteidiger Tin Platovic den Ball Ronvaldo (32.) servierte und der nur mehr einschieben musste.

„Man hat gesehen, was eine Verunsicherung im Kopf mit einer Mannschaft anstellt.“

Gernot Plassnegger, Trainer Austria Lustenau

Kein Aufbäumen zu sehen

Im zweiten Durchgang ging es gleich weiter. Der FAC kam ohne viel Aufwand durch Belem (52.) zum zweiten Treffer. Die Zuschauer warteten danach vergeblich auf ein Aufbäumen der Heimischen. Aber als Ronivaldo (62.) alleinstehend vor dem Tor vergab und der eingewechselte Marcel Canadi (90.+4) von der Strafraumgrenze verzog, war die Heimniederlage besiegelt. „Man hat gesehen, was eine Verunsicherung im Kopf mit einer Mannschaft anstellt“, erklärte Plassnegger nach der Niederlage.

Ronivaldo hatte die große Ausgleichschance auf dem Fuß. Gepa
Ronivaldo hatte die große Ausgleichschance auf dem Fuß. Gepa

„Mit der Art und Weise, wie gespielt wird, bin ich sehr unzufrieden. Man hat überhaupt keine Reaktion der Mannschaft gesehen.“

Christian Werner, Sportdirektor Austria Lustenau

Sportdirektor Christian Werner war vor allem „mit der Art und Weise, wie gespielt wird, unzufrieden. Ich habe überhaupt keine Reaktion der Mannschaft gesehen“. Zu einer Trainerdiskussion war er noch nicht bereit, „aber Fußball ist ein Ergebnissport. Da fragt niemand mehr, was vor drei Wochen war“, so Werner. Fakt: Eine Euphorie ist nicht mehr vorhanden, drei Niederlagen in Folge, aus drei Heimspielen nur einen Punkt geholt. Immerhin kam es nach der Aussprache mit den Fans nach dem Spiel zu Applaus von der Nordtribüne.

Fussball, 2. Liga

6. Spieltag

SC Austria Lustenau – Floridsdorfer AC 1:2 (1:1)

Planet Pure Stadion, 1800 Zuschauer, SR Drachta

Torfolge: 15. 0:1 belem, 32. 1:1 Ronivaldo, 52. 1:2 Belem

Gelbe Karten: Morys, Grabher bzw. Bubalovic, Plavotic, Yilmaz, Becirovic, Hainka

Austria Lustenau: Kunz; Lageder, Freitag, D. Stumberger, Schilling; Mayer (76. Canadi), Tiefenbach, Grabher, Morys; Eler (15. Ranacher), Ronivaldo

FAC: Jenciragic; Bubalovic, Plavotic, Okungbowa, Holzmann; Becirovic, Hainka, Felber (50. Günes), Yilmaz; Belem, Sahanek (85. Todoroski)