Eishockey Dornbirn: „Wir wissen noch nicht, wie gut wir sind“

Sport / 12.09.2019 • 12:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
DEC-Coach Jussi Tupamäki hat sein Team auf Auftaktgegner Innsbruck gut eingestellt und hofft auf einen siegreichen Einstand als Bulldogs-Lehrmeister. VN/STIPLOVSEK

Dornbirns Neocoach Jussi Tupamäki möchte mit den Bulldogs das Playoff erreichen.

Schwarzach Dornbirn startet am Freitag in die achte Erste Bank Liga-Saison. Das Westderby gegen Innsbruck ist die Premiere für Jussi Tupamäki (41) als Bulllogs-Coach. Die Vorbereitung für das neu formierte Dornbirner Eishockeyteam war geprägt von Verletzungen und Spielerwechseln. Das ist aber kein Grund für den finnischen Trainer, sich nicht auf die neue Saison zu freuen.

Ihr erstes Ligaspiel mit den Bulldogs steht bevor. Sind Sie nervös?

Ja, ich bin nervös, aber nur bis zum Abschlusstraining. Bis dahin kann ich alles tun, damit die Spieler gut vorbereitet sind. Dann sind die Spieler gefragt und müssen es richten.

Ein Sieg gegen die Haie wäre natürlich ein perfekter Einstand. Wie stehen die Chancen nach einer durchwachsenen Vorbereitung?

Wir wissen noch nicht, wie gut wir sind. Wir haben kein einziges Vorbereitungsspiel mit dem endgültigen Kader absolviert. Wir hatten viele positive Momente in den Tests, aber die erste Bewährungsprobe ist jetzt Innsbruck. Es gibt jedenfalls keinen Zweifel daran, dass das Team gewinnen will.

Mit Wrenn und Johannson wurden zwei Neuverpflichtungen vorzeitig nach Hause geschickt und durch Robin Gartner und Jordan Subban ersetzt. Wie schwierig waren die letzten Wochen für Sie?

So ist eben Hockey und man muss das Beste draus machen. Es ist nicht einfach, wenn man ständig Ausfälle hat und nie mit dem kompletten Lineup trainieren kann. Ich habe es ja schon mehrmals gesagt, das Beste an dieser Situation war, dass es in der Vorbereitungsphase passiert ist.

Sind die Neuzugänge Subban und Gartner womöglich ein Upgrade zu ihren Vorgängern in der Verteidung?

Sie passen wahrscheinlich noch besser in unser Spielsystem.

Wie werden sich die Bulldogs den Fans auf dem Eis präsentieren?

Wir wollen ein schnelles Team in dieser Liga sein. Vor allem das Umschalten zwischen Angriff und Verteidigung ist mir sehr wichtig. Mein Verständnis von einem modernen Eishockeyspiel ist es auch, dass alle fünf Spieler in der Verteidigung mitarbeiten. Genauso sollen sich die Abwehrspieler auch öfters im Angriff einbringen.

Lässt dieses Spielsystem viele Treffer zu?

Ich erwarte mir, dass wir natürlich viele Tore erzielen, aber das braucht noch Zeit. Die Spieler müssen füreinander spielen und nicht jeder für sich allein. Das geht aber nur, wenn ein blindes Verständnis zwischen den Cracks vorhanden ist.

Wie lange wird es dauern, bis sich die Spieler zu einem Team nach Ihren Vorstellungen formiert haben?

Für mich ist das die größte Herausforderung in der Saison. Es kann Wochen dauern oder Monate. Je schneller wir es schaffen, desto besser können wir unser Potenzial abrufen.

Jussi Tupamäki

Man muss mit Dornbirn in dieser Saison also Geduld haben. Was glauben Sie, wie geduldig sind die Fans mit den Bulldogs?

Das kann ich nicht beeinflussen. Aber so lange die Fans erkennen, dass unser Team mit Einsatz und Herz spielt, glaube ich, dass wir sie hinter uns haben und sie uns auch entsprechend unterstützen werden.

Durch die Reduktion der Ausländer gibt es für die jungen Cracks in der heurigen Meisterschaft viel Eiszeit. Was können Yannik Fröwis und Co. von den routinierten Spielern lernen?

Das Wichtigste und zugleich Schwierigste für die Jungen ist es, die richtigen Entscheidungen auf dem Eis zu treffen. Olle Liss, Robin Gartner und all die anderen erfahrenen Spieler wissen genau, was zu tun ist. Da können sich unsere EBEL-Neulinge viel abschauen.

Bei den Testspielen ist aufgefallen, dass Sie mit den Spielern während eines Matches sehr intensiv sprechen. Was sagen Sie ihnen?

Ich bin auf der Spielerbank eine Art Psychologe. Der eine braucht lobende Worte und einen Klopfer auf die Schulter, den anderen muss ich hin und wieder an den Spielplan erinnern und der nächste braucht gar nichts davon. Das ist eben mein Verständnis von Coaching. Ich habe die Idee, dass diese Behandlung uns als Team weiter zusammenbringt.

Wie stehen Sie zu Time-Outs?

Jaja, ich habe schon mitbekommen, dass die Fans darüber immer wieder diskutiert haben. Ein Time-Out ist dann wichtig, wenn das Spiel auf der Kippe steht, um so das gegnerische Momentum zu unterbrechen. Aber wenn es solche Momente in einem Match nicht gibt, dann braucht es eine solche Unterbrechung nicht. Für mich ist es viel wichtiger, die Drittelpausen gut zu nutzen. Bei Heimspielen können wir beispielsweise auf kurze Videosequenzen zurückgreifen und reagieren. Das bringt meiner Meinung viel mehr.

Sie coachen auch das estnische Eishockeynationalteam. Bleibt es dabei?

Meine Priorität ist Dornbirn. Den Baltic-Cup im November übernehmen meine Cotrainer. Im Feber steht die Vorbereitung für die WM an. Es wird sich zeigen, ob ich dann dabei bin. Die Weltmeisterschaft findet ja erst nach der EBEL-Saison statt.

Wer ist Ihr Meisterschaftsfavorit?

Natürlich der KAC und Salzburg, überraschen könnte auch Fehervar. ABR/EB