SV Ried eine Nummer zu groß für die Rothosen

Sport / 30.11.2019 • 18:45 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Das 2:0 durch Rieds Kapitän Thomas Reifeltshammer per Kopf in Hälfte zwei war die Vorentscheidung der Partie auf der Birkenwiese.  Gepa
Das 2:0 durch Rieds Kapitän Thomas Reifeltshammer per Kopf in Hälfte zwei war die Vorentscheidung der Partie auf der Birkenwiese. Gepa

0:5-Heimpleite des FC Dornbirn im letzten Spiel des Jahres gegen den neuen Tabellenführer der 2. Liga.

Dornbirn Die 0:4-Pleite vor fünf Tagen in Ried fiel aufgrund des Spielverlaufes zu hoch. Das Rückspiel vor 1200 Zuschauern auf der Birkenwiese war aber eine klare Angelegenheit für die Oberösterreicher. Ried sichert sich dank eines 5:0-Schützenfest in Dornbirn die Winterkrone in der 2. Liga. Nach sechs ungeschlagenen Partien in Folge (2 Siege/4 Remis) auf der Birkenwiese beendeten die Oberösterreicher den Erfolgslauf der Rothosen. Die imposante Serie von Ried wurde eindrucksvoll verlängert: 20 Meisterschaftsspiele in Folge auf fremden Platz ungeschlagen (14 Siege/6 Remis). Im zweiten direkten Duell in nur sechs Tagen war der Titelanwärter Nummer eins aus Oberösterreich für Dornbirn eine Nummer zu groß. Der auffälligste Akteur auf dem Spielfeld, der Ex-Altacher Stefan Nutz, war von den Dornbirn-Kicker nicht zu bändigen. Ein bombensicher verwandelter Stafstoß und drei mustergültige Vorlagen, so die Ausbeute des Spielmachers auf Seiten der SV Ried. Zudem rettet das Aluminium nach Nutz-Schuss die Dornbirner vor einem Gegentor (18.). Allerdings hätte Ried-Schlussmann Daniel Daniliuc wegen Torraub an Dornbirn-Stürmer Lukas Fridrikas beim Stand von 0:0 ausgeschlossen werden müssen (24.). Nach einem scharfen „Hammer“ von Stefan Nutz, den Dornbirn Goalie Lucas Bundschuh nicht bändigen konnte, war Solo-Spitze Jefte Betancor zur Stelle (29.).

Neun Gegentore in zwei Spielen, das zeugt auch von Klassenunterschied und der war im Rückspiel deutlich erkennbar“

Markus Mader, Trainer FC Dornbirn

Doppelschlag besiegelt Niederlage des FCD

Erst nach Seitenwechsel kamen die Hausherren auch dank der Einwechslung von Deniz Mujic und der Systemumstellung auf ein 4-4-2-System besser ins Spiel und auch zu Torchancen. Zweimal hatte Dornbirn Pech: Deniz Mujic hatte bei einem Querlattenkracher kein Glück (69.) und derselbe Spieler traf nach einem Kopfball in der Nachspielzeit nur die Torumrandung (93.). Kurz nach Wiederbeginn vergab Kapitän Aaron Kircher in aussichtsreicher Position die große Chance zum 1:1-Ausgleich (47.). Ried sorgte mit zwei Toren in zwei Minuten für klare Verhältnisse: Der mitaufgerückte Verteidiger Thomas Reifeltshammer per Kopfball und ein Traumtreffer von Marco Grüll entschieden die Partie für die Oberösterreicher. Der Rest war nur noch Draufgabe des frischgebackenen Winterkönig: Für den 0:5-Endstand war der eingewechselte Valentin Grubeck verantwortlich. „Wir haben dem Favorit Ried das Toreschießen leicht gemacht. Die Niederlage geht aber auch in dieser Höhe in Ordnung. Gegen solch einen Gegner kann so eine hohe Pleite auch passieren. Unsere Offensive war zu harmlos. Neun Gegentore in zwei Spielen, das zeugt auch von Klassenunterschied und der war im Rückspiel deutlich erkennbar“, so FCD-Coach Markus Mader.

Die Fans der SV Ried machten viel Wirbel und Rauch auf der Birkenwiese. Kurzzeitig musste das Spiel wegen zu großer Rauchentwicklung auch unterbrochen werden.
Die Fans der SV Ried machten viel Wirbel und Rauch auf der Birkenwiese. Kurzzeitig musste das Spiel wegen zu großer Rauchentwicklung auch unterbrochen werden.

Fazit: Es waren mehr Punkte möglich

Mit dem achten Tabellenplatz überwintert Aufsteiger FC Mohren Dornbirn. „Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft und wie wir uns präsentiert haben. Es wären sogar mehr Punkte bis zu sechs Zähler möglich gewesen, aber das ist Jammern auf hohen Niveau. Es herrscht eine unglaubliche Kollegiallität im Team und trotz den Bedingungen auf Amateurbasis gibt es individuelle Qualität auf mehreren Positionen“, sagt Markus Mader. Besonders die Nullnummer gegen Klagenfurt (0:0) und das Remis gegen BW Linz (2:2) da hätte Dornbirn siegen müssen. Allerdings sind die Rothosen nur vier Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt, aber es gibt kein Grund zur Panik. Nimmt man die starken Leistungen in der ersten Saisonhälfte mit ins neue Jahr, ist der Klassenerhalt sicher zu schaffen. Es braucht einen starken Frühling. Mit dem Ländlederby gegen Austria Lustenau (a), Wacker Innsbruck (h) und Klagenfurt (a) warten auf die Messestädter gleich zu Beginn des Frühjahres harte Brocken.

„Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft und wie wir uns präsentiert haben. Es wären sogar mehr Punkte möglich gewesen.“

Markus Mader, Trainer FC Dornbirn

Coach rechnet mit Abgängen

23 Feldspieler plus die zwei Tormänner Lucas Bundschuh und Maximilian Lang umfasst der Kader von Zweitligist FC Mohren Dornbirn. In der Winterpause wird es laut Trainer Markus Mader wohl zu Veränderungen im Aufgebot kommen. „Einige Spieler und Leistungsträger sind interessant bei anderen Vereinen. Oder vielleicht will ein Akteur einen sportlichen Schritt zurück machen. Wenn ein Spieler die Chance kriegt in den Profibereich zu wechseln, werden wir ihn ziehen lassen. Wir sind ein Ausbildungsverein und sind das Sprungbrett für die Profiklubs“, so Markus Mader. Viele Scouts und Manager von anderen Profiklubs wie Austria Lustenau, Heidenheim, Ingolstadt oder Vaduz haben ein Auge auf die Kaderspieler der Rothosen geworfen. Vor allem Stürmer Lukas Fridrikas ist ein Objekt der Begierde. „Die 2. Liga auf Amateurbasis ist nicht mein Anspruch. Ich hätte aber auch mehr Tore schießen müssen, die Leistungen waren nicht ganz zufriedenstellend, da muss noch mehr kommen. Ich bin sportlich noch lange nicht am Höhepunkt und will in die Bundesliga oder ins Ausland“, so der Doppelstaatsbürger aus Litauen und Österreich. Der zweite Dornbirn-Spieler Anes Omerovic wird seit Wochen von mehreren Profiklubs genau unter die Lupe genommen. VN-TK

Fussball, 2. Liga

16. Spieltag

FC Mohren Dornbirn – SV Ried 0:5 (0:1)

Stadion Birkenwiese, 1200 Zuschauer, SR Gnam (NÖ)

Torfolge: 30. 0:1 Jefte Betancor Sanchez, 58. 0:2 Thomas Reifeltshammer (Kopfball), 60. 0:3 Marco Grüll, 84. 0:4 Stefan Nutz (Foulelfmeter), 90. 0:5 Valentin Grubeck

Gelbe Karten: 31. Aaron Kircher, 59. Anes Omerovic (beide FCD/beide Foulspiel)

FC Mohren Dornbirn (4-1-4-1): Bundschuh/4; Allgäuer/4, Malin/4, Kühne/4, Prirsch/4; Domig/3 (69. Gurschler/0); Shabani/4, Anes Omerovic/3, Bari/5 (46. Mujic/3), Aaron Kircher/4 (72. Huber/0); Fridrikas/3

SV Ried (4-2-3-1): Daniliuc/3; Kerhe/3, Reifeltshammer/2, Reiner/3, Vojkovic/3; Ziegl/2, Arcquah/3 (82. Boateng/0); Wießmeier/2 (76. Bajic/0), Nutz/2, Grüll/2; Betancor/2 (73. Grubeck/0)