So krönte die Austria das Jahr 2022

Sport / 14.11.2022 • 06:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Austrias Cheftrainer Markus Mader herzt Bryan Teixeira, den Mann des Derbys. Zwei Tore erzielte der 22-Jährige beim 3:0-Sieg über den SCR Altach.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Austrias Cheftrainer Markus Mader herzt Bryan Teixeira, den Mann des Derbys. Zwei Tore erzielte der 22-Jährige beim 3:0-Sieg über den SCR Altach.gepa

Grün-Weiße beenden das Erfolgsjahr 2022 mit einem 3:0-Heimsieg über Altach.

Lustenau Die Feierlichkeiten nach dem ersten Heimsieg in einem Bundesligaderby gegen den SCR Altach, Pius Grabher (8.) und Bryan Teixeira per Doppelpack (45+6./52.) erzielten die Treffer, erinnerten an glorreiche, alte Zeiten. Bis zur Sperrstunde tummelten sich Tausende Fans in Grün-Weiß im Austria-Dorf und feierten ihre Mannschaft. Wie lange die Party dann noch im Glashaus, dem VIP-Klub der Austria, anhielt, bleibt ungewiss. Bis in die Morgenstunden soll gefeiert worden sein. Auch, ob der verletzte Kapitän Matthias Maak sein Versprechen vor Spiel, bei einem Derbysieg nackt auf der Bar zu tanzen, einlöste, konnte nicht überprüft werden.
Mit dem eindrucksvollen und absolut verdienten Erfolg über den großen Rivalen konnte die Austria nicht nur den „Siegesfluch“ – zehn Spiele in Folge hatte man nicht gewonnen – brechen, sondern schließt damit das erfolgreichste Kalenderjahr der Vereinsgeschichte auch noch als Nummer eins in Vorarlberg ab.

“Nach dem Videoclip kurz vor Spielbeginn war mir klar: Die Burschen werden das Gras fressen.”

Markus Mader, Trainer Austria Lustenau

Erfolgstrainer Markus Mader, der den Verein nach 22 Jahren wieder in die Bundesliga führte und nun zur ersten Adresse im Vorarlberger Fußball – rein sportlich gesehen – machte, feierte den zweiten Derbysieg nur kurz im Reichshofstadion, kostete den Ausgang des Spiels und den Abschluss des Jahres ruhig zuhause mit der Familie aus. „Mit so einem großen Rummel nach dem Spiel habe ich dann doch nicht gerechnet. Ich habe mehr als eine halbe Stunde gebraucht, um überhaupt in den VIP-Klub zu kommen. Mit gefühlt jedem Menschen habe ich abgeklatscht. Ein richtig schönes Gefühl, dass ich dann mit nach Hause genommen habe“, so Mader, der ergänzt, „dass mich der Derbytag schon geschlaucht hat“.

Volles Vertrauen

Adriel stand erst zum zweiten Mal in der Startelf der Austria, machte seine Sache hervorragend.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Adriel stand erst zum zweiten Mal in der Startelf der Austria, machte seine Sache hervorragend.gepa

Der Sieg über die Rheindörfler war in den Augen von Mader, „völlig verdient, weil alles genauso gelaufen ist, wie wir es uns vorgestellt haben“. Er spricht damit u.a. auch die völlig neuformierte Dreierkette mit Anderson, Jean Hugonet und Adriel an. „Ich hatte mit der Hereinnahme von Adriel, der wenig gespielt hat, überhaupt keine Bedenken, weil ich von seinen Qualitäten überzeugt bin. Dazu führte Hugonet als Abwehrchef die beiden Brasilianer, weil er sehr gut portugiesisch spricht.“

Jean Hugonet avancierte aufgrund des Fehlens von Kapitän Matthias Maak zum Abwehrchef der Austria.
Jean Hugonet avancierte aufgrund des Fehlens von Kapitän Matthias Maak zum Abwehrchef der Austria.

Herausheben wollte der 54-Jährige keinen seiner Spieler, wobei er sich doch noch eine kleine Anekdote bezüglich Doppeltorschützen Bryan Teixeira herauskitzeln ließ: „Bryan traf im Abschlusstraining keinen Omnibus. Am Abend bekam ich eine Whatsapp von ihm, in dem er sich bei mir entschuldigte, dass er keine Tore machte. Ich habe ihm zurückgeschrieben: Kein Ding. Dafür wirst du im Derby explodieren.“
Was dann auch geschah. Gemeinsam mit seinem Kumpel Hakim Guenouche machte Teixeira Druck über die linke Seite und riss damit die gesamte Mannschaft mit. Die zeigte von der ersten Sekunde an, wie man ein Derby spielen muss. Mutig, mit hoher Laufbereitschaft und vollem Einsatz. So giftig sah man die Austria selten in den ersten Minuten einer Partie. „Ich glaube diese Einstellung war auch der Schlüssel zum Sieg. Die frühe Führung hat uns dann nochmal einen Schub gegeben, dann waren wir eigentlich nicht mehr aufzuhalten“, blickt Austrias Abwehrboss Hugonet zurück. Wobei Mader und sein Trainerteam kurz vor Spielbeginn noch mal in die Pyscho-Trickkiste griffen. Waren die Spieler sowieso schon bis in die Haarspitzen motiviert, „haben wir den Burschen bei der letzten Besprechung nochmal einen kurzen Videoclip des ersten Derbysieges in Altach vorgespielt. Danach war mir klar: die Burschen fressen heute das Gras“, so Mader, der zugibt, „noch immer Gänsehaut zu haben, wenn ich daran denke.“

Wahnsinns-Jahr

Tolle Choreografie der Austria-Fans vor Spielbeginn.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Tolle Choreografie der Austria-Fans vor Spielbeginn.gepa

Gänsehaut hat man im Lager der Austria wohl auch in den nächsten Monaten bis Ligastart am 10. Februar 2023, wenn man auf die Tabelle blickt. 18 Punkte, Platz acht in der Tabelle und die Krönung: Man liegt vor dem Erzrivalen aus Altach. Maders kurzes Resümee: „Ein Wahnsinnsjahr“.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.