Die Bregenzer Handballstars im Fankontakt

Häusle, Wagner und Mahr gaben Autogramme und erzählten Anekdoten.
Bregenz Strategisch klug stehen Ralf Patrick Häusle, Markus Mahr und Tobi Wagner im Erdgeschoss des GWL. Drei Schüler laufen vorbei, einer erkennt die Handballer. „Wir müssen dem Kilian Bescheid geben“, ruft einer. „Nehmen wir ein Autogramm mit, das könnten wir ihm teuer verkaufen“, hat der nächste die bessere Idee. Gesagt, getan. Im Gespräch kommt man auf die Schule zu sprechen. „Nach den Ferien komme ich ja zu euch trainieren“, überrascht Mahr die Jugendlichen.
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Die drei Spieler von Bregenz Handball sind zurück von ihrem EM-Abenteuer in Deutschland, was der Anlass für die Autogrammstunde im Bregenzer Einkaufszentrum war. Wenig überraschend nutzte der eigene Vereinsnachwuchs ihren Informationsvorteil, mehrere Nachwuchsspieler waren die ersten vor Ort. So ließ sich der elfjährige Konstantin Macho einen Handball, der gleichaltrige Noah Tyrner Schuhe signieren. Ersterer spielt bei Hohenems, zweiter bei Bregenz Handball, beide sind Klassenkameraden.

Während die beiden sich eher schüchtern an die Nationalspieler heranwagen, hat Marius Gerstenbrand weniger Berührungsängste. Er entscheidet sich spontan, die aktuell getragenen Schuhe zu Autogrammkarten umzufunktionieren. „Sie sind meine Lieblingsspieler, und ich finde, es sieht gut aus“, ist er mit der Wahl mehr als zufrieden. „Mir gefällt, dass sie überhaupt so weit gekommen sind“, ist Macho stolz auf die Nationalspieler. Das hat auch in der Klasse Eindruck geschunden, das Interesse am Sport stieg. „Viele, die davor nur Fußball schauten, haben nun auch Handball geschaut“, freut sich Tyrner.

Davon kann auch Daniela Bayer aus Lochau ein Lied singen. Ihr Sohn ist eigentlich begeisterter Fußballer, doch auf der Skiwoche durften sie dank einiger Fans in der Klasse die EM-Spiele verfolgen. Nun hat das Handballfieber auch ihn ergriffen. „Als ich ihm verriet, dass ich die Schwiegermutter in spe vom Ralf kenne, hat er gleich nach einem Autogramm gefragt“, erklärt die 49-Jährige. Als sie von der Autogrammstunde las, war der Weg für sie klar. Der Torwart durfte daher als Einziger auf dem mitgebrachten Trikot unterzeichnen, von Mahr und Wagner mussten Autogrammkarten reichen.

Und auch der elfjährige Aazaanbar lässt seine drei Freunde warten, um an die Karten zu kommen. „Ich spiele nicht Handball, hab aber gesehen, wie sie gespielt haben“, erklärt er. Direkt bekommt er eine Einladung zum Probetraining mit.

„Man merkt einfach, was für eine Handballeuphorie wir in Österreich ausgelöst haben“, bestätigt Wagner. Das Team hat die EM in Wien ausklingen lassen und konnte dort den neuen Ruhm genießen. „Es war echt cool, wie oft wir erkannt wurden am Abend, wie oft wir Fotos machen oder über die EM sprechen mussten.“ Dies gilt nicht nur für die Jugend: Ein Vater kommt mit seinem Sohn vorbei, sie wollen eigentlich nach oben. Von beiden erkennt der Vater, wer hier steht. „Hast du gesehen? Die waren echt gut“, klärt er den Sohn auf. Das Interesse ist geweckt, doch für ein Autogramm fehlt dann doch der Mut.

