Altachs Kampf um das sportliche Überleben

Dem Tabellenschlusslicht der Fußball-Bundesliga läuft die Zeit davon. Ausgangslage muss Chance und nicht Ausrede sein.
Hartberg-Altach Selbst der Heimsieg über die WSG Tirol oder auch die Enttäuschung beim Gegner über ein verlorenes Pokalfinale wollte Altachs „gordischen Knoten“ nicht lösen. Dabei suchte man vor dem Spiel in Hartberg durchaus nach unkonventionellen Mitteln. Die Mannschaft reiste bereits zwei Tage vor dem Spiel in die Oststeiermark. Es sollte das Teamgefüge gestärkt werden. Nicht zuletzt deshalb hatten 21 Akteure, drei mehr als üblich, die Reise mitgemacht.
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Umso tiefer saß nach der Niederlage die Ernüchterung in den Köpfen der Protagonisten. Zu sehr nagte der Auftritt in der zweiten Halbzeit, als die Spieler alle Tugenden, die im Kampf um den Klassenerhalt wichtig sind, über Bord geworfen hatten. „Wir wollten es viel zu verkrampft lösen“, suchte auch Mittelfeldmann Alexander Gorgon nach dem Schlusspfiff nach Worten. Fast schien es, als hätte man sich durch die Gewitter mit Hagelschlag, die im Großraum von Hartberg tobten, einschüchtern lassen. Das Gebiet rund um das Stadion blieb vom Unwetter zwar verschont, doch der teilweise starke Regen spülte jegliche Gegenwehr der Rheindörfler sprichwörtlich in den Gully.
Durchaus verständlich, dass Altach anfangs versuchte, die Null zu halten. Doch die bittere Erkenntnis, überhaupt nicht in die gefährliche Zone des Gegners gekommen zu sein, sorgte auch beim 36-Jährigen für Unverständnis. „Heute war es mit Ball einfach zu wenig Qualität und so haben wir verdient verloren“, bilanzierte ein durchaus frustriert wirkender Gorgon. Welchen Schluss lässt das bei ihm zu? „Jedes Spiel ist ein Finale. Das sind wir eh‘ schon seit ein paar Wochen gewohnt. Es wird bis zum Ende wohl ein Kampf ums Überleben.“
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Offensiv ein laues Lüftchen
Nach dem Seitenwechsel hatte Altach sichtlich den Zugriff auf den Gegner verloren. Trotz dem dritten Spiel in einer Woche wirkte Hartberg agiler, in den Zweikämpfen stabiler und in der Umsetzung effektiver. Attribute, die SCRA-Cheftrainer Fabio Ingolitsch eigentlich seiner Mannschaft zugetraut und auf die man vor Spielbeginn gesetzt hatte. Augenscheinlich ist zudem die akute Abschlussschwäche bei Altach: Kein Team der Liga hat in den bislang 29 Runden weniger Tore (27) erzielt. Allein der einst für eine Halbsaison beim FC Dornbirn spielende Hartberg-Stürmer Patrik Mijic hat mit bislang zwölf Saisontoren allein mehr Treffer erzielt, als die gesamte Altacher Offensivreihe zusammengezählt. Fakten, die das Stimmungsbarometer vor den letzten drei Runden sicherlich nicht in die Höhe schnellen lassen. Jetzt ist es einmal mehr an Altach, den Schalter noch in letzter Sekunde in die richtige Richtung zu drehen. Ganz nach den Worten von Coach Ingolitsch, der meinte: „Die Vergangenheit können wir nicht mehr reparieren, aber wir können das beeinflussen, was auf uns zukommt:“