Schwarz-Weiß-Defensive wie ein Schweizer Käse

Bregenzer kassierten mit dem 1:4 gegen die Admira die höchste Saison-Niederlage.
Bregenz Eine auf vier Positionen veränderte SWB-Elf wollte das Glück erzwingen. Ein Beweis mehr, dass Cheftrainer Andreas Heraf seine Stammformation noch nicht gefunden hat. Der 58-Jährige versuchte es einmal mehr mit neuem Personal, so auch Torhüter Felix Gschossmann, der Kilian Kretschmer zwischen den Pfosten ablöste. Es sollte nichts nützen, denn die Schwarz-Weißen kassierten im vierten Spiel im Frühjahr die dritte Niederlage (1:4), bei einem Remis. Dabei entpuppte sich vor allem die Defensive wie ein Schweizer Käse mit vielen Löchern.

Doch jeglicher Hoffnungsschimmer wurde in einer Anfangsphase zerstört, in der die Admira ruhig aufbaute, die Schwarz-Weißen in ihrer Defensivarbeit nicht mehr als “netter Begleitschutz” waren. Die bittere Pille, die es dabei zu schlucken gab, waren zwei schnelle Gegentreffer. Und immer nach demselben Muster. Das 0:1 entsprang einem Einwurf, den die Südstädter ungehindert weiter Richtung SWB-Strafraum kombinieren konnten, dort Aaron Schwarz seinen Gegenspieler Isak Vojic mit einem einfachen Haken narrte und abzog. Der Ball wurde vom SWB-Verteidiger noch etwas abgefälscht und schlug – unhaltbar für Gschossmann – im langen Eck des SWB-Tores ein (9.). Nur wenig später (14.) dasselbe Strickmuster, allein der Einwurf fehlte als Ausgangspunkt. Doch wieder umspielte Schwarz seinen Gegenspieler Vojic und dieses Mal wurde Gschossmann im kurzen Eck erwischt.

Admiral 2. Liga
21. Spieltag
SW Bregenz vs. FC Admira Wacker Mödling 1:4 (0:3)
Bregenz, ImmoAgentur Arena, 500 Zuschauer, SR Arnes Talic (S)
Torfolge: 9. 0:1 Schwarz, 14. 0:2 Schwarz, 38. 0:3 Ristanic, 54. 1:3 Stefanon, 84. 1:4 Schmidt
Gelbe Karten: 6. Schabauer (Admira), 26. Marte (SWB), 48. Gembalies (beide SWB), 51. Ajanovic (Admira), 66. Marceta (SWB), 69. Schwarz, 72. Horvat (beide Admira), 82. Schriebl (SWB/alle Foulspiel)
SW Bregenz (5-2-3) Gschossmann – Vojic (46. Mandler), Gembalies, Decio (58. Marceta), Schriebl, Marte – Tartarotti (46. Lendambi), Lars Nussbaumer – Zaizen, Stefanon (81. Crnkic), Rottensteiner (46. Rossi)
FC Admira Wacker Mödling (3–5-2) Siebenhandl – Horvat, Haudum, Meisl – Weberbauer, Ajanovic (58. Feiner), Gemicibasi, Ristanic (46. Wagner), Schwarz (75. Holzmann) – Schmidt (85. Alar), Schabauer (58. Forst)
Defensiv völlig von der Rolle spielten die Gäste “such’s Balli” mit den Heimischen, für die es von den Zuschauern nicht einmal Pfiffe, sondern vielmehr Mitleid ob ihrer Darbietung gab. Auf dem Feld war kein Aufbäumen spürbar, vielmehr wirkten die Bregenzer in ihren Aktionen hilflos. Die Admira ihrerseits war nie gefordert, aber dennoch übermächtig. So auch bei Standards, wie bei einem Eckball kurz vor der Pause (38.). Denn nach einem Kopfball an den Pfosten wurde der Nachschuss von Filip Ristanic unhaltbar abgefälscht. Damit nahm das drohende Debakel so richtig Fahrt auf.

Dreifachwechsel zur Pause
Nicht überraschend deshalb die Reaktion von Heraf in der Halbzeit. Der Coach nahm gleich einen Dreifachwechsel vor, darunter auch Isak Vojic, der bei den ersten beiden Gegentreffern so unglücklich aussah. Auffälligstes Merkmal der Wechsel war ein aggressiveres Auftreten der Hausherren. Jetzt versuchte man, der Admira Paroli zu bieten, und versuchte selbst, das Heft in die Hand zu nehmen. Keine leichte Aufgabe angesichts des Spielstands (0:3), doch die Mannschaft schien aufgerüttelt und zeigte Moral.

Und plötzlich war es da, das erhoffte Lebenszeichen in Form des Anschlusstreffers. Ein kraftvoller Antritt über rechts, eine kurze Hereingabe und Jan Stefanon in der Mitte, der im Stile eines Mittelstürmers zum 1:3 abschloss (54.). Bregenz war nun voll im Spiel, forderte den Spitzenklub aus der Südstadt – und war vor allem auch defensiv stabiler, weil näher bei den Gegenspielern. Und im Spiel nach vorne war mehr Geschwindigkeit und Geradlinigkeit. Große Möglichkeiten blieben jedoch aus, im Gegenteil: Die Admira verzeichnete einen Stangenschuss und wirkte in einer immer hektischer werdenden Schlussphase reifer und ruhiger in ihrer Spielweise. Doch Bregenz ließ nicht locker, stemmte sich mit allen Mitteln gegen die drohende Niederlage. Allein die fußballerischen Mittel der Heimischen waren zu wenig – und die Admira letztendlich zu souverän. Treffer Nummer vier war der beste Beweis dafür.