Der Rasen “ein Wahnsinn”, der Sieg ein wichtiger

Sport / 14.03.2026 • 19:02 Uhr
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Lucky Punch: Die Austria nützt eine der wenigen Chancen zum Sieg. GEPA

Die Platzverhältnisse lassen Lustenau umdenken – und dennoch über den Sieg bei Sturm II jubeln.

Gleisdorf Schon mehrfach wurde dem Solarstadion Gleisdorf, wo Sturm II seine Heimspiele austrägt, die Stadionzulassung für die 2. Liga durch den Senat 3 der Bundesliga entzogen. Das letzte Mal war das Ende Oktober der Fall. Wesentlich verbessert hat sich die Situation seither nicht. “Ganz ehrlich: Auf dem Platz kannst du keinen Fußball spielen”, sagte Austria-Lustenau-Trainer Markus Mader nach dem 1:0-Sieg seiner Elf. “Die Platzverhältnisse waren ein Wahnsinn”, stimmte Verteidiger Fabian Gmeiner seinem Trainer zu. Schon beim Aufwärmen hätten die Spieler befunden, dass es unmöglich sei, auf dem Rasen Kombinationsfußball zu spielen.

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Den Matchplan musste Mader aufgrund der Gegebenheiten deshalb noch vor Spielbeginn verwerfen. “Wenn dir beim Spielaufbau etwas passiert und du hinten liegst, ist das sonst zu viel Risiko. Auf dem Platz ist es dann fast nicht mehr möglich, das Spiel noch zu drehen”, erklärte er. “Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir erst die hohen Bälle spielen und dann in die Zweikämpfe kommen”, präzisierte Gmeiner.

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Wenig begeistert: Schon beim Aufwärmen offenbarte sich schwieriges Terrain. GEPA

Dementsprechend rustikal sah das Spielgeschehen dann auch aus. “Das sind wir nicht gewohnt. Wir wollen normal vieles fußballerisch lösen, aber das war heute einfach nicht möglich. Es war ein dreckiger Fußball”, sagte Gmeiner. “Erste Bälle, zweite Bälle – das ist auch eine Spielanlage. Nicht meine, aber das machen viele in der Liga”, zeigte sich der Trainer nicht ganz glücklich, aber pragmatisch. Mit Ibrahim Ouattara, Mohamed Bouchenna und Haris Ismailcebioglu habe er auf der Bank immerhin noch Spieler gehabt, die eine spielerische Komponente reinbringen hätten können, so Mader. “Aber man hat auch heute wieder gesehen, wie schwer sich die Kerle auf dem Platz getan haben.”

Kampf zwischen den Strafräumen

Dass Lustenau sich bezüglich der Spielanlage gezwungenermaßen dem Mainstream anschloss, war allerdings mit nicht allzu viel Gefahr verbunden. Zu wirklichen Strafraumszenen kamen die Grün-Weißen kaum, aber das tat auch Sturm II nur selten – wenngleich die “Schwoazn” zunächst etwas mehr wirbelten. “Ich habe mich eigentlich sehr sicher gefühlt. Am Anfang haben sie uns natürlich mit ihrem jugendlichen Elan unter Druck gesetzt. Aber wir haben defensiv gut agiert”, sagte Mader.

Glück hatte Lustenau in Minute 21 trotzdem, als der Schiedsrichter einen Schubser von Kapitän Matthias Maak gegen Daniel Sumbu nicht als Strafstoß wertete – und auch bei einem Distanzkracher von Barne Pernot in Hälfte zwei, der aus 30 Metern nur die Stange traf (49.). Die Austria hatte Halbchancen, die Partie spielte sich aber vor allem im Mittelfeld ab.

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Eiskalt versenkt: Mame Wade beschert der Austria per Kopf drei Punkte. GEPA

“Wir haben es gut gemacht, sind halt leider nie zum Abschluss gekommen. Aber schlussendlich gewinnen wir durch einen Standard 1:0, das nehmen wir gerne mit”, zog Gmeiner nicht unzufrieden Bilanz. Besagter Standard passierte in der 61. Spielminute, aus dem Halbfeld bediente Sacha Delaye per Freistoß den seinen Bewachern entwachsene Mame Wade, der die körperliche Überlegenheit per Kopfball optimal ausnutzte.

Es war der entscheidende Treffer in einer ansonsten chancenarmen Partie – und die nötige Antwort auf die 0:3-Niederlage gegen die Vienna in der Vorwoche. “Das war absolut die richtige Reaktion. Die Spieler haben ja selbst auch gewusst, dass das keine gute Gesamtleistung war. Heute haben sie sich rehabilitiert”, sagte Mader. Die drei Punkte bejubelte er direkt beim Schlusspfiff mit Torhüter Domenik Schierl. “Der Schierli hat mir letzte Woche ja auch leid getan, der kriegt drei Bälle aufs Tor und alle sind drinnen. Er ist der beste Tormann der Liga – deshalb freut es mich immer, wenn er zu Null spielt”, so Mader.

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Zugepackt: Domenik Schierl und Co. hielten gegen Sturm II wieder die Null. GEPA

“Wir haben ohne Risiko gespielt, sind defensiv gut gestanden, haben nicht viel zugelassen”, zeigte sich Mader zufrieden. “Wichtig für uns war der Sieg: Der war dreckig, der war nicht schön anzusehen. Aber in unserer Situation zählen halt nur Siege.” Hätte man ein super Spiel gezeigt aber 0:1 verloren, hätte ja auch keiner eine Freude, meinte er: “So sind wir weiter im Konzert der Großen dabei, da möchten wir auch bleiben.” Nach dem Dämpfer in der Vorwoche sei es umso wichtiger, hier die drei Punkte mitgenommen zu haben, sagte Gmeiner. Er ergänzte: “Nächste Woche ist wieder ein ganz wichtiges Spiel.” Dann gastiert die Austria zum Topspiel beim direkten Konkurrenten FAC.