Was aus dem altehrwürdigen Schwarzenberger Adler wird

VN / 06.12.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gasthof Hotel Adler Schwarzenberg

Die neuen Besitzer wollen im Frühjahr mit den Umbauarbeiten beginnen.

Schwarzenberg „Ja, es stimmt – wenn alle Abklärungen mit den Behörden und dem Denkmalamt abgeschlossen sind, möchten wir nach Möglichkeit schon im Frühjahr mit den Umbauarbeiten beginnen und den Adler zum Hotel erweitern“, bestätigt Florian Messner weit fortgeschrittene Pläne, aus dem bekannten Haubenlokal ein Hotel zu machen.

Mehr als 400 Jahre Tradition

In einem Dokument von 1588 wird der Adler erstmals urkundlich erwähnt: Von einem Georg Schmid als „Wirt bei der Kirchen“ ist darin die Rede – die Tradition des Gasthauses reicht über 400 Jahre zurück. Über acht Generationen blieb das Gasthaus im Besitz der Familie Schmid, auch 1755 oblag es Jerg Schmid, nach dem verheerenden Dorfbrand das Haus neu aufzubauen. Als Johann Schmid 1850 verstarb, erlosch die Schmid-Linie als Adler-Wirte. Drei Wirte namens Natter und drei namens Kaufmann folgten. Von 1904 bis 1951 war der Adler auch Sitz der Spar- und Darlehenskasse Schwarzenberg. In dieser Zeit wurde der gesamte Zahlungsverkehr am Sonntag nach der Messe im Adler abgewickelt, Franz Natter, Sohn des Adler-Wirts, war Zahlmeister im Spar- und Darlehensverein.

Pause vor neuer Blüte

Nicht nur die Ära als Bankfiliale ging zu Ende, auch der Gastronomiebetrieb ruhte für fast 20 Jahre: von 1959 bis 1978 wurde der Adler nur als Pension geführt, ehe das Haus von neuen Besitzern übernommen und umgebaut wurde. Wenig später begann eine neue Blütezeit: Engelbert Kaufmann wurde zunächst Pächter und erwarb 1990 schließlich das Haus, das er zusammen mit Hermann Kaufmann sanierte. Dabei wurde auch die mit Ochsenblut bemalte und kunstvoll verzierte Fassade freigelegt. Für zahllose Urlauber und Besucher ist das prächtige Haus ein begehrtes Fotomotiv und ein Vorzeigeprojekt für die Wälder Handwerkskunst.

Turbulente Jahre

Engelbert Kaufmann machte den Adler zu einem bekannten Haubenlokal, das er 2009 an den Wolfurter Unternehmer Georg Meusburger verkaufte. Damit begannen turbulente Jahre. Kaufmann führte das Haus bis zu seiner Pensionierung noch einige Jahre als Pächter weiter. Sein Nachfolger scheiterte schon nach kurzer Zeit, und Meusburger machte sich erneut auf Pächtersuche. Im Frühjahr 2017 kam die Familie Messner als Pächter an Bord, und schon wenige Monate später machten die Messners Nägel mit Köpfen und erwarben den Adler. Nur als Pächter einen Betrieb zu führen, sei nicht ihr langfristiges Ziel, sie wollen ihre Ideen für das Haus und für die Gemeinde als Eigentümer realisieren, begründete Peter Messner diese Entscheidung zum Kauf. Operativ geführt wird der Adler heute von Florian Messner, der für Service und Gästebetreuung zuständig ist, und seinem Bruder Felix, der als Chefkoch in der Küche Regie führt.

Zwölf Gästezimmer und Saal

„Im Sommer war die Bauverhandlung, jetzt werden unsere Planungen mit den Behörden und dem Denkmalamt abgestimmt“, erläutert Florian Messner den Stand der Dinge. Vorgesehen sind eine Reaktivierung des Saals mit rund 80 Sitzplätzen und die Einrichtung von zwölf Doppelzimmern. Auch im Keller ist zusätzliche Infrastruktur (Bar) geplant. Diese Pläne sind noch in der Genehmigungsphase, kulinarisch wurde der Anschluss schon geschafft, der Adler wird im aktuellen Gault Millau wieder als Haubenlokal mit 14 Punkten und zwei Hauben geführt. STP