Ein helles Lichtermeer in dunklen Zeiten

VN / 10.03.2022 • 20:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ein helles Lichtermeer in dunklen Zeiten
Bilder: VN/Steurer, Umfrage VN/Rauch

1500 Menschen versammelten sich auf dem Dornbirner Marktplatz für Frieden und Solidarität.

Dornbirn “Es ist ein Albtraum aus längst vergangenen Zeiten, von dem man dachte, dass er nie wiederkommt”, bekennt Bischof Benno Elbs die gefühlte Ohnmacht angesichts des Krieges in Europa vor 1500 Menschen im Herzen von Dornbirn. “Menschen sterben, und wir wissen nicht, wie viel mehr es noch sein werden. Menschen, Kinder müssen ihre Heimat verlassen, und sie wissen nicht, wohin sie gehen sollen.” Dieser Krieg berühre alle, die Frieden und Nächstenliebe in ihrem Leben großschreiben wollen.

Besonders beeindruckt hat ihn eine Rede des Kiewer Bürgermeisters, des ehemaligen Boxers Vitali Klitschko. In einer Zeit, in der sich seine Bürger vor Bomben und Raketen in Kellern und U-Bahnschächten verbergen müssen, sprach er von Kiew als einer Hauptstadt der Menschlichkeit, der Spiritualität und des Friedens. Diesen Ausdruck einer unbändigen Hoffnung inmitten einer brutalen Realität sieht der Bischof als einzigen Weg in die Zukunft. “Frieden ist eine Entscheidung”, betont Elbs, dass wir uns als Gemeinschaft aus Brüdern und Schwestern eines Menschengeschlechts verstehen müssen.

“Die Berichte sind schrecklich, die Bilder machen wütend und betroffen”, erklärt auch Landeshauptmann Markus Wallner. Ihn baut auf, wie geschlossen die Weltgemeinschaft den “barbarischen Angriffskrieg” verurteilt – und welche Welle der Solidarität den Flüchtlingen und der Caritas aus Vorarlberg entgegenschwappt. “Wir können etwas tun, indem wir menschlich und politisch solidarisch sind”, betont Wallner. “Wenn Menschen zu uns kommen, werden sie Hilfe erhalten”, erinnert er auch an die Hilfsbereitschaft der Vorarlberger 2015. Auch jetzt melden sich Vorarlberger, die Raum für die Flüchtenden aus der Ukraine haben, dankt er für die Unterstützung aus der Bevölkerung.

Nataliia Buinytska, Olena Chernata, Olga Rahimova, Serhii Buinytsky, Anastasiia Furmanova, Andrii Rohatiuk: Vier Mütter und ihre Kinder bildeten auf der Flucht über Rumänien eine Schicksalsgemeinschaft.
Nataliia Buinytska, Olena Chernata, Olga Rahimova, Serhii Buinytsky, Anastasiia Furmanova, Andrii Rohatiuk: Vier Mütter und ihre Kinder bildeten auf der Flucht über Rumänien eine Schicksalsgemeinschaft.

Mittendrin eine Gruppe von Müttern um Nataliia Buinytska und Anastasiia Furmanova. Die Frauen ließen Heimat und Verwandte zurück, um ihre Kinder zu schützen. Stundenlang standen sie an der Grenze zu Rumänien, 36 Stunden waren sie nonstop unterwegs. Unterwegs lernten sich die Frauen kennen, bilden seitdem eine Schicksalsgemeinschaft in der Fremde. Die Familien fanden nun Obdach und einen Ort der Ruhe bei der Caritas. Nun setzen sie sich hier am Marktplatz für ihr Land ein, in der Hoffnung, bald in eine friedliche und sichere Ukraine zurückkehren zu können.

Organisiert wurde das Lichtermeer von der Katholischen Kirche Vorarlberg und der Caritas in Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Landesregierung, dem Roten Kreuz, ORF, VN, VOL, den Vorarlberger Regionalzeitungen und der Plattform Religionen für den Frieden. Begleitet wurde die Veranstaltung musikalisch von George Nussbaumer, Priester Nikola Balovic steuerte als Vertreter der serbisch-orthodoxen Kirche in Vorarlberg ein Gebet bei.

Caritas: Raiba Feldkirch, IBAN AT323742200000040006, Ukraine-Nothilfe; Rotes Kreuz: Raiba Feldkirch, IBAN AT84374220000014 3248 „Vorarlberg hilft“

Wofür stehen Sie beim Lichtermeer ein?

Wir fühlen mit und wollen ein Zeichen der Hoffnung setzen - zeigen, dass es auch anders geht, und ein Stück Licht und Hoffnung bringen für alle, die vom Krieg betroffen sind. Sonst kann man nicht viel tun. <strong>Marion Troll,</strong> 43, Feldkirch
Wir fühlen mit und wollen ein Zeichen der Hoffnung setzen - zeigen, dass es auch anders geht, und ein Stück Licht und Hoffnung bringen für alle, die vom Krieg betroffen sind. Sonst kann man nicht viel tun. Marion Troll, 43, Feldkirch
Wenn ein souveräner Staat mit einer demokratisch gewählten Regierung einfach überfallen wird, direkt am Rande Europas, dann muss man ein Zeichen setzen und sich für den Frieden einsetzen. <strong>Reinhard Raich</strong>, 57, Ludesch
Wenn ein souveräner Staat mit einer demokratisch gewählten Regierung einfach überfallen wird, direkt am Rande Europas, dann muss man ein Zeichen setzen und sich für den Frieden einsetzen. Reinhard Raich, 57, Ludesch
Ich glaube an solche Momente des Zusammenrückens. Mein Engagement geht bis 2015 zurück, ich war immer wieder für Flüchtlinge aktiv. Hoffentlich sind es nicht nur leere Worte der Politik und die Friedensbewegung der Ukraine wird wirklich unterstützt. <strong>Oliver Mössinger</strong>, 55.  <br>Ich will ein Zeichen für den Frieden setzen, den Traum leben, so viel Frieden wie möglich in die Welt zu setzen. Und den wünsch ich sowohl den Ukrainern wie auch den russischen Menschen, die unschuldig an dem Krieg teilnehmen müssen. Hoffentlich findet es schnell ein Ende. <strong>Petra Kranz-Mössinger</strong>, 50, Dornbirn
Ich glaube an solche Momente des Zusammenrückens. Mein Engagement geht bis 2015 zurück, ich war immer wieder für Flüchtlinge aktiv. Hoffentlich sind es nicht nur leere Worte der Politik und die Friedensbewegung der Ukraine wird wirklich unterstützt. Oliver Mössinger, 55.
Ich will ein Zeichen für den Frieden setzen, den Traum leben, so viel Frieden wie möglich in die Welt zu setzen. Und den wünsch ich sowohl den Ukrainern wie auch den russischen Menschen, die unschuldig an dem Krieg teilnehmen müssen. Hoffentlich findet es schnell ein Ende. Petra Kranz-Mössinger, 50, Dornbirn