Bürgermeister: Ausbau im Bereich Trinkwasser “kostet einen Haufen Geld”

VN / 19.01.2023 • 04:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bürgermeister: Ausbau im Bereich Trinkwasser "kostet einen Haufen Geld"
St. Gallenkirch investiert heuer drei Millionen Euro.

St. Gallenkirch investiert drei Millionen Euro in Feuerwehr, Straßen und Trinkwasser.

St. Gallenkirch Auch in St. Gallenkirch stehen 2023 einige Investitionen an. Drei Millionen Euro hat die Gemeinde dafür vorgesehen. So wurde für die Feuerwehr Gortipohl ein neues LFA (Löschfahrzeug mit Allrad) bestellt, das aufgrund von Lieferengpässen erst 2025 bereitgestellt werden kann. Somit wird das alte Löschauto aus dem Jahr 1989 ausgetauscht. „Wir haben einen Masterplan gemacht und tauschen die alten Feuerwehrfahrzeuge nach und nach aus“, so Bürgermeister Josef Lechthaler. „Gargellen kommt als nächstes dran.“ Da werde man den Beschluss für das neue Tanklöschfahrzeug erst nach 2025 fassen. Kosten wird das neue LFA für die Feuerwehr Gortipohl 420.000 Euro, wobei es eine 35-prozentige Förderung gibt und daher für die Gemeinde noch 273.000 Euro übrigbleiben.

<p class="caption">Der Spatenstich für das Trinkwasserkraftwerk erfolgte bereits letztes Jahr. <span class="copyright">Patrick Säly/ Gemeinde</span></p>

Der Spatenstich für das Trinkwasserkraftwerk erfolgte bereits letztes Jahr. Patrick Säly/ Gemeinde

Neuer Hochbehälter

Das Trinkwasserkraftwerk Reute, bei dem der Spatenstich letztes Jahr erfolgt ist, wurde mit 450.000 Euro ins Budget aufgenommen. Insgesamt kostet das Bauvorhaben rund 670.000 Euro. Das Trinkwasserkraftwerk Reute ist jedoch nicht die einzige Investition im Bereich Trinkwasser. Auch der Hochbehälter Hottis wird für 1,6 Millionen Euro ausgetauscht, sodass dieser künftig 720.000 Liter Wasser fassen kann, genug für Trink- und Löschwasser. Außerdem wird die Netzleittechnik verbessert. Künftig können alle vier Hochbehälter miteinander kommunizieren. Wenn einer zu wenig Wasser hat, liefert der andere dieses Wasser. In diesem Zuge werden auch die Wasserleitungen ausgetauscht, für die der Bürgermeister 200 Zustimmungserklärungen der Grundeigentümer einholen muss. Damit verbunden sind Straßenarbeiten im weitgestreckten Siedlungsgebiet von St. Gallenkirch. „Dieses Jahr starten wir. Drei bis vier Jahre dauert die Bauzeit“, berichtet Josef Lechthaler. Das Trinkwasserkraftwerk und der Hochbehälter sind die Hauptinvestitionen der Gemeinde. „Das kostet ein Haufen Geld“, so Lechthaler. Dazu kommt auch noch die Quellfassung in Vergalden mit 250.000 Euro.

Hier beim M-Preis soll ein Zebrastreifen entstehen. <span class="copyright">Gemeinde</span>
Hier beim M-Preis soll ein Zebrastreifen entstehen. Gemeinde
Stromkosten von Aquarena steigen. <span class="copyright">Gemeinde</span>
Stromkosten von Aquarena steigen. Gemeinde

M-Preis bekommt Zebrastreifen

600.000 Euro gibt die Gemeinde für Straßensanierungen aus, denn einige Straßen sind im schlechten Zustand. Ebenfalls eine Straßenmaßnahme ist die Errichtung eines Schutzweges beim M-Preis. Der neue Zebrastreifen kostet 90.000 Euro, da in diesem Zuge auch der Randstein und die Beleuchtung angepasst werden müssen. Der Investition vorausgegangen ist eine Verkehrszählung, wie viele Menschen die Straße dort überqueren.
Für den Abschluss des REPs sind 35.000 Euro vorgesehen. Mitte dieses Jahres wird das REP fertig sein. Dann wird es eine Bürgerveranstaltung dazu geben. Touristisch geht es heuer auch wieder weiter. Das Avenida Hotel kann im Frühjahr weitergebaut werden, verkündet der Bürgermeister. „Es gab Ausschreibungsprobleme“, begründet Josef Lechthaler die Verzögerung. „Die Preise im Bausektor gehen durch die Decke.“

Das alte Löschauto aus dem Jahr 1989 wird ausgetauscht.
Das alte Löschauto aus dem Jahr 1989 wird ausgetauscht.

„Müssen neue Schulden machen“

St. Gallenkirch investiert 2023 insgesamt drei Millionen Euro. Rücklagen hat die Montafoner Gemeinde keine, dafür 7,8 Millionen Euro Schulden. „Wir müssen neue Schulden machen“, befürchtet Josef Lechthaler. Seit 2014 hat die Gemeinde sukzessive Schulden abgebaut, doch nun muss sie einige größere Investitionen tätigen, was ohne neue Darlehensaufnahme nicht möglich ist. Immerhin: Investitionen im Wasserbau werden vom Land zu rund 20 Prozent gefördert.
Gleichzeitig werden die Ausgaben nicht weniger, sondern durch die gestiegenen Strompreise und die Indexierung der Personalkosten mehr. So kostete der Strom im Aquarena jährlich circa 30.000 Euro, nun ist der Strompreis auf 80.000 Euro gestiegen. „Die Energiepreise und Heizmaterialien sind für die Gemeinde eine riesige Herausforderung“, so das Gemeindeoberhaupt. „Wir brauchen eine Unterstützung von Land und Bund, um diese Kosten kompensieren zu können.“ 40 Prozent mehr Stromausgaben hat die Gemeinde budgetiert. „Das wird wahrscheinlich nicht reichen.“ Immerhin entwickeln sich die Ertragsanteile gut. VN-JUN

Das Trinkwasserkraftwerk Reute befindet sich schon im Bau. <span class="copyright">Gemeinde</span>
Das Trinkwasserkraftwerk Reute befindet sich schon im Bau. Gemeinde

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