Warum Wallner auf Straße und Schiene aufs Tempo drückt

VN / 05.05.2025 • 16:49 Uhr
Warum Wallner auf Straße und Schiene aufs Tempo drückt
Der Güterbahnhof in Wolfurt ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im Land. Eine bessere Verbindung zur A14 steht auf dem Wunschzettel des Landes. VN/Paulitsc

Lange Listen mit Forderungen des Landeshauptmanns an den neuen Verkehrsminister Peter Hanke.

Bregenz, Wien. In der Vorwoche gastierte der neue Mobilitätsminister Peter Hanke (61, SPÖ) zu seinem Einstandsbesuch bei Landeshauptmann Markus Wallner (57). Atmosphärisch sehr angenehm sei das Treffen gewesen. Man habe die wichtigsten Projekte thematisiert, liege in vielen Bereichen auf derselben Linie, betonten beide Seiten.

Freilich: Die Unverbindlichkeit des Besuches will der Vorarlberger Landeshauptmann so nicht stehen lassen. „Ich habe Peter Hanke eine Liste mit konkreten Projekten mit nach Wien gegeben. Diese wollen wir so gut und schnell es geht auch umgesetzt sehen“, wird Wallner deutlich. Er begründet seine Forderungen mit den sich schnell verändernden Rahmenbedingungen. Die Verkehrsinfrastruktur müsse dem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum Rechnung tragen.

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Die Blockade

Die Projektwünsche sind nicht neu, deren Priorisierung jedoch von neuer Aktualität. Ganz oben bei den Straßen-Vorhaben steht auf der Wunschliste von Landeshauptmann Markus Wallner die S 18. „Da gab es durch das Ministerium von Gewessler jahrelang eine Blockade. Damit muss nun Schluss sein, das Projekt mit Nachdruck weitergeführt, die Erarbeitung des Einreichprojekts sowie der Unterlagen für die notwendigen Verfahren so rasch wie möglich vorangetrieben werden“, fordert Wallner.

Landeshauptmann Markus Wallner
Landeshauptmann Markus Wallner drückt bei Straße und Schiene aufs Tempo. Der Wunschzettel an den Verkehrsminister ist lang. VN/Rhomberg

Das Problem dabei. Lustenau, als hauptbetroffene Kommune der Entlastungsstraße CP am östlichen Siedlungsrand, hat das klare Ergebnis einer Volksbefragung vorliegen. Mehr als zwei Drittel der Befragungsteilnehmer sind gegen die CP, Bürgermeister Patrick Wiedl (41) sieht sich als ursprünglicher Befürworter der S18 an das Ergebnis der Volksbefragung gebunden.

Vollanschluss Wolfurt

Zwei weitere Projekte auf der Straßen-Dringlichkeitsliste Wallners: Eine Verkehrsbeeinflussungsanlage zwischen dem Grenzübergang Hörbranz und Feldkirch. Wallner: „Wir brauchen den Einsatz von intelligenten Lkw-Leitsystemen entlang wichtiger Transit-Knotenpunkte. Das sorgt für mehr Sicherheit, weniger CO2-Ausstoß und eine effizientere Nutzung.“ Ebenso vehement fordert der Landeshauptmann den A 14-Vollanschluss bei Wolfurt/Lauterach. Dessen Realisierung sei durch das Ministerium ebenfalls verschleppt worden. „Jetzt muss dieses Projekt mit entsprechender Priorität weitergeführt und schnell umgesetzt werden“, fordert Wallner.

Warum Wallner auf Straße und Schiene aufs Tempo drückt
Der neue Verkehrsminister Peter Hanke im VN-Gespräch. Mit dem Forderungskatalog des Vorarlberger Landeshauptmann ging es zurück nach Wien. VN/Paulitsch

Attraktive Bahn

Bezüglich Schiene verweist der Landeshauptmann auf das Strategiepapapier „Zielnetz 2040“. Zentrale Punkte: Die Suche nach einer unterirdischen Bahntrasse im Unteren Rheintal sowie die Modernisierung der Bahnhöfe in Nenzing, Frastanz, Götzis und vor allem Bregenz. Auch der Klosterbogen Bludenz ist im Papier enthalten. Die Verbesserung nationaler und internationaler Anbindungen Vorarlbergs (Deutsches Eck, Arlberg) komplettieren die Ansprüche an ein leistungsfähiges Schienennetz vom westlichsten Bundesland.

Damit Reisende und Güter pünktlich und sicher auf der klimafreundlichen Schiene unterwegs sein können, benötigen Bahnstrecken einen regelmäßigen Service. Um den Anforderungen für einen modernen und leistungsfähigen Bahnbetrieb gerecht zu werden, finden von 3. bis 4. April 2024 nächtliche Instandhaltungsarbeiten an den Gleisanlagen statt. Die ÖBB versuchen, arbeitsbedingte Unannehmlichkeiten für alle Anrainer:innen so gering wie möglich zu halten. Während der Bautätigkeiten kann es allerdings zu Lärm- und Staubentwicklung kommen. Zum Schutz der Arbeiter:innen werden optische und akustische Signale abgegeben. Diese Arbeiten haben keine Auswirkungen auf den Fahrplan.
Unter die Erde statt neben dem Bodenseeufer. Das wünschen sich viele für den Zugverkehr der Zukunft. Stadt Bregenz

Vorarlberg weist im Schienenverkehr über die vergangen zehn Jahre  hohe Wachstumszahlen aus: mehr als die Verdoppelung der Fahrgastzahlen im ÖBB-Regionalverkehr, ein Plus von 50 Prozent bei verkauften Jahreskarten von 2014 bis 2024 (90.000 Jahreskarten).

Wallners Resümee: “Wir müssen die Chance nutzen, bei den wichtigen verkehrspolitischen Themen vorwärts zu kommen. Es geht um hunderttausende Menschen, die täglich im Rheintal und im Walgau unterwegs sind. Die Konzepte für alle Projekte liegen vor. Jetzt braucht es Entscheidungen auf Bundesebene, damit es zu den notwendigen Entlastungen und Lenkungseffekten kommt.”