Rumänischer Pfleger mit langen Fingern

Ganztagsbetreuer war sturzbetrunken und soll zudem geklaut haben.
Feldkirch Verwandte pflegebedürftiger Personen sind froh um Helfer, die ihre Angehörigen betreuen, pflegen, Besorgungen erledigen und den oft alleinstehenden Menschen Gesellschaft leisten. Viele verrichten ihre Arbeit vorbildlich. Es gibt allerdings auch schwarze Schafe. Nun beschäftigt bereits der zweite Fall von Diebstahl innerhalb kurzer Zeit die Justiz. Vor Gericht angeklagt ist ein 24-jähriger Rumäne, der in zwei Fällen beschuldigt wird, Pflegebedürftige bestohlen zu haben. Ein Fall soll sich im Mühlviertel in Oberösterreich ereignet haben. Dort fehlten eine Uhr, weiterer Schmuck, Golddukaten sowie Bargeld. Der zweite Fall landete bei Richter Martin Mitteregger am Landesgericht Feldkirch. Hier handelt es sich beim Opfer um einen 69-jährigen Vorarlberger, der ebenfalls auf fremde Hilfe angewiesen ist.
900 Euro verschwunden
Der Mann, der aufgrund seiner Erkrankung nicht sprechen und seinen Körper kaum bewegen kann, schrieb mit seiner funktionsfähigen Hand auf dem Tablet seinem Bruder ein E-Mail. Darin teilte er mit, dass er in seinem Schlafzimmer eine Geldtasche mit 900 Euro gehabt habe. Das Geld sei plötzlich verschwunden. Der rumänische Pfleger, der durch eine Vorarlberger Agentur vermittelt wurde, war erst zwei oder drei Tage in dem Haushalt. Nach dem ersten Vorfall in Oberösterreich war der Verdächtige nicht auffindbar. Dann passierte auch schon der nächste in Vorarlberg im Unterland. Bei diesen zwei angeklagten Diebstählen beläuft sich die Schadenssumme insgesamt auf rund 4000 Euro.
Angeklagter kam nicht
Der Angeklagte hat die Ladung zum Prozesstermin zwar entgegengenommen, aber er konnte oder wollte nicht kommen. So wurden in seiner Abwesenheit die Zeugen befragt. Der Beschuldigte ließ ausrichten, dass er weder mit dem Verschwinden der Wertsachen oder des Geldes etwas zu tun zu habe. Zum Urteil, das voraussichtlich am 17. Juni gesprochen wird, wolle er aber kommen.
Der Mann hat in Rumänien eine Vorstrafe wegen eines Sexualdeliktes, wo er zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde. Als die Pflegeagentur von den Diebstahls-Beschuldigungen in Vorarlberg erfuhr, kümmerte sich einer der Mitarbeiter sofort um die Sache. Allerdings fand er den Pfleger sturzbetrunken vor. „Ich fragte ihn, ob er die 900 Euro gestohlen hat und er antwortete mir mit einem breiten Grinsen im Gesicht ‚Nein‘“. Da habe ich schon vermutet, dass er lügt, wissen tue ich es allerdings nicht“, so der Zeuge. Es bleibt also spannend, ob der Beschuldigte am 17. Juni anreist.