In Au entstand ein Skilift Marke Eigenbau

Ein Traum, den wohl viele Kinder teilen, ist in Au Wirklichkeit geworden.
Au Ein Skilift für daheim: Den gibt es bei Familie Kohler in Au. Die Idee dazu hatte Tierarzt Hannes Kohler, der für seine Kinder einen kleinen Schlepplift haben wollte, und zwar direkt vor der eigenen Haustür, den Hang hinunter. Seine Überlegungen teilte er mit Andreas Hofer, der als Landmaschinentechniker und leidenschaftlicher Tüftler bekannt ist. Für ihn war es, wie er selbst sagt, “eine Kleinigkeit”, einen sogenannten “Spagenlift” zu bauen.

Ganz nach dem Motto Nachhaltigkeit und Kreativität kamen beim Bau ausschließlich vorhandene und recycelte Materialien zum Einsatz. Teile eines alten Traktorrasenmähers, ein zwar neuer, aber schon lange ungenutzter Elektromotor sowie ein ausrangiertes, rund 200 Meter langes Bergsteigerseil der Bergrettung Au wurden verbaut. “Das war eigentlich schon alles, ich habe halt verwendet, was ich in meiner Werkstatt so gefunden habe”, erklärt Andreas Hofer. Angetrieben von einem Elektromotor erstreckt sich das Liftseil über rund 100 Meter und kann pro Fahrt bis zu drei Kinder bergauf ziehen.

Der “Spagenlift” sorgt jedoch nicht nur bei den Kindern für Begeisterung, auch die Eltern sind aktiv eingebunden. Andreas Hofer selbst übernimmt die Rolle des Maschinisten und sitzt am oberen Ende der Strecke, von wo aus er den Lift steuert. Vor allem Väter leisten regelmäßig Liftdienst, helfen beim einfachen Anhängen der Kinder und behalten den Betrieb stets aufmerksam im Blick.

Es ist alles gut durchdacht, mit einem Handzeichen setzt sich der Lift in Bewegung, beim Ausstieg wird kurz angehalten, um den Kindern ein sicheres Aussteigen zu ermöglichen, und auch dort ist stets eine helfende Hand vor Ort. Für noch bessere Bedingungen sorgt seit Kurzem Alexander Sohler, der mit seinem Skidoo den Pistendienst übernommen hat. Die frisch präparierte Piste ist ein weiteres Highlight und wird von den Kindern begeistert angenommen.

Rund um den “Spagenlift” herrscht reges Treiben, Buben und Mädchen jeden Alters sausen die Strecke hinauf und hinunter, auf der einen Seite wird über eine eigens gebaute Schanze gesprungen, auf der anderen Seite wird gerodelt und mit allen möglichen Bobs und Rutschern gefahren. Auch kleine Rennen dürfen dabei nicht fehlen. Die Betreiber und natürlich auch die Kinder hoffen, dass die Schneeverhältnisse noch möglichst lange gut bleiben. Für Andreas Hofer ist es der schönste Lohn, die Freude der Kinder zu sehen, besonders dann, wenn sie ihn am Ende des Nachmittags darum bitten, doch noch eine letzte Fahrt zu ermöglichen, wo er dann schlecht “nein” sagen kann.

Der “Spagenlift” ist jeden Sonntagnachmittag, je nach Witterung, ab etwa 14 Uhr in Betrieb und hat sich längst zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Nicht nur Kinder aus der unmittelbaren Umgebung, sondern aus der gesamten Gemeinde kommen inzwischen zum Skifahren, Rodeln oder Boben vorbei. Auch für die Eltern ist der Lift ein geselliger Anziehungspunkt geworden. Der “Spagenlift” ist damit ein gelungenes Beispiel für eine Gemeinschaftsinitiative, die Jung und Alt gleichermaßen begeistert. MAM






