Frischer Wind in Warths alter Sennerei

VN / 28.01.2026 • 14:35 Uhr
Stolz präsentieren Bürgermeister Stefan Strolz und die neuen Pächter Marina und Michel Niesporek das große Poster, das Auskunft über die Entwicklung von Warth gibt. PETER STRAUSS
Stolz präsentieren Bürgermeister Stefan Strolz und die neuen Pächter Marina und Michel Niesporek das große Poster, das Auskunft über die Entwicklung von Warth gibt. peter strauss

Nach einem Update startet die originelle Location mit neuem Pächter wieder durch.

Warth Sie ist ein kleines, geschichtsträchtiges Juwel in Warth – die alte Sennerei gegenüber der Pfarrkirche. Der Kern des Hauses wurde um 1600 errichtet und die Hausnummer “Warth 2” lässt erkennen, dass das Objekt zu den ältesten Häusern in Warth gehört. Ursprünglich als Wohnhaus genutzt, wurde dieses nach der Gründung der Warther Sennereigenossenschaft (1911) als Sennhaus ausgebaut. Ein halbes Jahrhundert später kam es wieder zu einer Modernisierung, die aber nicht verhindern konnte, dass die Sennerei in Schwierigkeiten geriet. Immer wieder musste der Betrieb für mehr oder weniger lange Zeit eingestellt werden, ehe 2003 der Andelsbucher Metzger Alois Feurstein der Gemeinde und der Sennereigenossenschaft ein Projekt zur nachhaltigen Sicherung der Sennerei vorstellte: Sennerei, Metzgerei, Imbiss mit Verkaufsladen für regionale Spezialitäten und Appartementvermietung unter einem Dach.

Der Kern der alten Sennerei in Warth stammt aus der Zeit um 1600 – um 1911 wurde das Haus als Sennerei adaptiert, in den 196o-er-Jahren umgebaut und erweitert. 2007 wurde die Sennerei aufgelassen, im Objekt sind heute Gastronomie, ein Shop sowie eine Ferienwohnung eingerichtet.
Der Kern der alten Sennerei in Warth stammt aus der Zeit um 1600 – um 1911 wurde das Haus als Sennerei adaptiert, in den 1960er-Jahren umgebaut und erweitert. 2007 wurde die Sennerei aufgelassen, im Objekt sind heute Gastronomie, ein Shop sowie eine Ferienwohnung eingerichtet.

Das Geschäftsmodell von Alois “Wise” Feurstein ging auf, 2007 konnte er seine Wälder Metzge eröffnen. 13 Jahre später war er zu Umstrukturierungen gezwungen, ließ die Sennerei auf und baute stattdessen Imbiss und Laden aus. Feurstein: “Die Veränderungen im Milchmarkt hatten dazu geführt, dass die Sennerei für mich nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben war.” Die Warther Milch ging kurzzeitig nach Steeg, heute an die Käserebellen.

Der Altbestand wurde behutsam heutigen Anforderungen angepasst und strahlt heimelige Atmosphäre aus.
Der Altbestand wurde behutsam heutigen Anforderungen angepasst und strahlt heimelige Atmosphäre aus.

Schwierige Nachnutzung

Die Nachnutzung der 2007 endgültig stillgelegten alten Sennerei gestaltete sich schwierig. Einige Jahre versuchte man es mit provisorischen Lösungen ohne große Investitionen, ehe die Gemeinde 2019 die Initiative ergriff und Nägel mit Köpfen machte.

Michel Niesporek mit der High-tech-Feuerschale am Eingang, die zum Besuch der alten Sennerei einladen soll.   
Michel Niesporek mit der Hightech-Feuerschale am Eingang, die zum Besuch der alten Sennerei einladen soll.

“Wir haben das Gebäude für 20 Jahre von der Sennereigenossenschaft gepachtet und ordentlich Geld in die Hand genommen, um das Haus entsprechend zu adaptieren”, erläutert Bürgermeister Stefan Strolz die rund 500.000 Euro teure Investition.

Fördermittel für die Umgestaltung der alten Sennerei hat das Land u. a. von der Einrichtung eines Shops mit regionalen Spezialitäten abhängig gemacht – Warth Wein inklusive.
Fördermittel für die Umgestaltung der alten Sennerei hat das Land u. a. von der Einrichtung eines Shops mit regionalen Spezialitäten abhängig gemacht – Warth Wein inklusive.

Ein zweiter Anlauf

Nach dem Umbau wurde die alte Sennerei an die Lechtaler Naturkäserei Sojer in Steeg verpachtet. Der Pachtvertrag ist Ende 2025 ausgelaufen und wurde nicht verlängert, stattdessen wurde das Haus nach einem Update von Marina und Michel Niesporek übernommen und zu Saisonbeginn vor Weihnachten wiedereröffnet.

Originell und geschmackvoll eingerichtet ist das Restaurant mit etwa 40 Sitzplätzen. An die frühere Sennerei erinnert u. a. das kupferne Sennkessi am linken unteren Bildrand.
Originell und geschmackvoll eingerichtet ist das Restaurant mit etwa 40 Sitzplätzen. An die frühere Sennerei erinnert unter anderem das kupferne Sennkessi am linken unteren Bildrand.

Multifunktionale Nutzung

Durch die Baumaßnahmen 2019/20 wurde das Haus multifunktional nutzbar: “Wir haben in Zusammenarbeit mit der Regionalentwicklung und dem Land ein Konzept entwickelt, das in den Räumlichkeiten der ehemaligen Sennerei unter anderem ein Restaurant mit etwa 40 Sitzplätzen und einen Verkaufsladen für regionale Spezialitäten vorsieht. Dieser Laden war für die Landesförderung eine Vorgabe. Weiters gibt es im Gebäude eine Ferienwohnung”, erläutert Bürgermeister Stefan Strolz das Projekt. Ein ursprünglich für Ausstellungen und kleine Veranstaltungen gedachter Raum wurde inzwischen aufgelassen, “weil das nicht wirklich funktionierte und wir seitens der Gemeinde vor etwa drei Jahren das Haus Warth Nr. 5, ebenfalls aus der Zeit um 1600, erworben haben und dort eine Art Museum, kombinierte Schauräume und Shop, einrichten konnten”. ‚Stuba – Kulturraum Warth, Shop mit regionalen Produkten‘ nennt sich diese Location, die auch für kleine Events geeignet ist. Die alte Sennerei könne sich deshalb auf Gastronomie und Shop beschränken. An die Sennereitradition erinnert unter anderem das alte kupferne Sennkessi, das belassen wurde, und ein großes Poster an der Wand.

Vielversprechender Neustart

“Marina und Michel sind erfolgreich gestartet und wir sind zuversichtlich, dass die alte Sennerei eine Bereicherung für die Warther Gastroszene wird”, gibt sich der Gemeindechef optimistisch. STP