Dornbirner Narren entführten den Stadtrat

Babys und bissiger Humor auf dem Dornbirner Marktplatz.
Dornbirn Am Dienstagnachmittag war es vorbei mit der geordneten Macht im Dornbirner Rathaus. Seitdem regieren wieder die Narren – zumindest bis zum Aschermittwoch. Mit lautem Tamtam, spitzer Zunge und viel Selbstironie übernahm die Dornbirner Fasnatzunft am Nachmittag offiziell die Regierung der Messestadt. Dornbirn ist damit wieder dort, wo es im Fasching hingehört – fest in Narrenhand.

Der Schlüssel gehört jetzt den Narren
Kurz nach 15 Uhr zog der vollständig “entführte” Stadtrat, angeführt vom Dornbirner Fanfarenzug, auf dem Marktplatz ein. Bürgermeister Markus Fäßler, Vizebürgermeister Alexander Juen sowie die Stadträte Christoph Waibel, Barbara Röser, Juliane Alton, Johannes Zangerl, Gebhard Kröss, Judith Knabl und Valentin Sottopietra hörten sich tapfer die traditionelle Rede des Schnorrawagglars an. Humor ist, wenn man trotzdem lacht – und genau das war gefragt, bevor Fäßler den Rathausschlüssel symbolisch und offiziell an Zunftmeisterin Dagmar Fenkart-Kaufmann übergab.

Der Schnorrawagglar rechnet ab
Der Wert der Stadträte liege nicht in ihren Tätigkeiten, sondern schlicht in ihrer Existenz, eröffnete Schnorrawagglar Hugo Nussbaumer seine Ansprache. Danach folgte das närrische Regierungsprogramm für die nächsten 14 Tage: Das Spital wird kurzerhand dem Land geschenkt, inklusive Kosten und Schulden. Als Gegenleistung solle bitte alles so bleiben, wie es ist, denn was das Land vorhabe, sei meist “an Mioscht”. Auch der geplante Badesee wurde gelöst: Loch graben, Wasser aus der Ach hinein, fertig. Auch verkehrspolitisch gab’s Ideen: “Heat d´Stadt ou kuo Geold, tuond mir großzügiger denko, mir tuond do alto Karrosteag dom Messepark schenko. Dio künnend dean in Neubou integriero, und an Überführung zum nöuo Ikea omme konstruiero”, so der Schnorrawagglar.

Närrische Lösungen für echte Probleme
Schwammstadt-Ideen wurden ebenso kritisch beäugt wie sündteure Böden im neuen Studa-Saal. Die Lösung: Filzpantoffeln für alle – ganzjährig. Den roten Teppich gibt’s trotzdem. Nicht zuletzt, um das Bauamtschaos stilvoll zuzudecken.

Und das wichtigste Thema des Jahres durfte natürlich nicht fehlen – die geplante Verlegung der Gynäkologie nach Bregenz. Entsprechend wurden alle Stadträte als Babys verkleidet und nach der Schlüsselübergabe tanzte die Rathausabordnung zum “Babysitter-Blues” über den Platz.

Bissfeste Politik
Danach wurde es noch sportlich. Beim parteiübergreifenden Mohrenkuss-Wettessen ohne Hände zeigte Bürgermeister Fäßler Biss und verschlang die Süßigkeit mit einem Zug, dicht gefolgt von Waibel. Zum Abschluss ging es gemeinsam auf den Faschingswagen, lautstark durch die Innenstadt und schließlich zum gemütlichen Finale in den Mohrenkeller. Dornbirn kann Fasching und der Stadtrat lacht. Hugo Nussbaumer erinnerte die zahlreichen Schaulustigen auch noch an zwei wichtige Termine im Faschingskalender – den Kehlegger Umzug am Samstag, 14. Februar (14 bis 17 Uhr), und den Haselstauder Umzug am Dienstag, 17. Februar (14 bis 18 Uhr). cth













