125.000 Euro aus Investmentbetrug abgezweigt

VN / 09.02.2026 • 12:00 Uhr
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eckertDie Angeklagte mit ihrem Verteidiger German Bertsch bei der Verhandlung.

Vor Gericht sitzt nun die Freundin des Betrügers, sie stellte ihr Schweizer Konto zur Verfügung. 

Feldkirch Die am Landesgericht Feldkirch angeklagte Ungarin verdient in der Schweiz mit einem Online-Job monatlich 4500 Franken. Mit dem mittlerweile rechtskräftig verurteilten Investmentbetrüger hat sie ein gemeinsames Kind. Er wurde wegen seiner Malversationen in erster Instanz zu neun Jahren Haftstrafe verurteilt. Später wurde die Strafe auf fünfeinhalb Jahre gesenkt.

Was die Ex-Lebensgefährtin vor Richter Alexander Wehinger erzählt, macht stutzig. Sie lebte jahrelang mit dem Mann zusammen, dennoch gibt sie an, dass sie nie gewusst habe, was der Kindesvater beruflich macht. Er habe ohne ihr Wissen ihre Kontokarte verwendet und das über einen Zeitraum von 2,5 Jahren. Dass das Geld, das über ihr Schweizer Konto floss, aus Betrügereien stammt, habe sie nicht geahnt. Auch, dass der Mann es von dort wieder behob oder abzweigte, habe sie nicht mitverfolgt.

Gelder herausgelockt

Der Betrüger hatte Gutgläubigen gekonnt vorgetäuscht, Gelder für sie lukrativ zu investieren. Der „Investor“ wurde im Freundeskreis der Opfer bekannt und auch dort tischte er erfolgreich seine Geschichten auf. „Ich konnte Menschen damals derart gekonnt manipulieren und sie haben alles geglaubt“, berichtet der aus der Haftanstalt vorgeführte Zeuge.

Er habe damals massiv Kokain konsumiert und habe deshalb diese ganzen Betrügereien abgezogen, seine Ex-Freundin habe nichts davon gewusst, behauptet er. Anders schildert das eine 32-jährige Angestellte. Sie berichtet per Videokonferenz, dass der Mann seine Freundin damals sogar als Bürgin nannte, sollte ihm etwas passieren. Daraufhin habe ihr die Ungarin, die bei den Besprechungen dabei war, versichert: „Mach Dir keine Sorgen, Du bekommst Dein Geld ganz sicher zurück“. Von Unwissenheit also keine Rede, so die Geprellte.

Mercedes verscherbelt

Eine andere Sache betrifft einen gemieteten, teuren Mercedes. Der aus Vorarlberg stammende Wagen wurde in Ungarn verkauft. Mittels GPS konnte das Fahrzeug allerdings ausfindig gemacht werden. Auf die Frage, wo das gesamte ergaunerte Geld von 125.000 Euro, von dem die Exfreundin angeblich nichts wusste, geblieben ist, meint der Betrüger: „Das ist alles weg“.  Auch eine 80-jährige Dame wurde Opfer des Betrügers und auch hier will die angeklagte Ungarin nichts davon gewusst haben. Etliche Zeugen wurden einvernommen, zwei fehlen noch. Erst dann kann das Urteil gesprochen werden, deshalb musste das Verfahren vertagt werden.