Drogenpakete per Post bestellt: 36-Jähriger vor Gericht

VN / 11.02.2026 • 12:36 Uhr
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köchleDer Angeklagte bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch.

Ein Mann muss sich am Landesgericht Feldkirch wegen umfangreicher Suchtgiftdelikte verantworten.

Feldkirch Richter Elias Klingseis verhandelt am Mittwoch gegen einen Österreicher, Jahrgang 1989. Er soll zwischen dem 12.Februar 2025 und dem 25. Februar 2025 versucht haben, 250 LSD-Trips per Post von Deutschland an seine Adresse liefern zu lassen. Die Sendung wurde abgefangen. Die Hausdurchsuchung erfolgte in Schwarzach.

Der 36-Jährige ist dreifach vorbestraft, zwei Mal einschlägig. Vier Monate befand er sich bereits im Maßnahmenvollzug in Lukasfeld. „Dort ist nichts rausgekommen, ich wurde nicht richtig diagnostiziert“, sagt er bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Warum er sich auf das Drogengeschäft einlässt? „Weil ich ein Ja-Sager bin und naiv und Leuten aushelfen wollte.“

Der Staatsanwalt spricht von einer „Vorbereitung von Suchtgifthandel in fünffacher Grenzmengenüberschreitung“. In diesem Punkt bekennt sich der Angeklagte schuldig.

Handel mit Kokain, Amphetamin und Cannabis

Darüber hinaus soll er im Zeitraum davor und danach massive Mengen weiterer Substanzen verkauft oder weitergegeben haben: unter anderem 1000 Gramm Kokain, 130 Gramm Amphetamin, 240 Gramm Cannabiskraut sowie weitere 574,6 Gramm Amphetamin. Auch 100 Gramm Amphetamin sind Teil der Anklage.

Beim Kokain zeigt er sich nur teilweise geständig. „Für zwei Monate habe ich zehn Gramm in der Woche bekommen“, erklärt er. Er habe „kein Geld für sich und seine Katzen“ gehabt und sich überreden lassen. Einen Teil habe er selbst konsumiert, „sonst habe er nichts mit Kokain zu tun“. Nachdem der Richter Chatverläufe vorliest, in denen es um Verkaufszahlen geht, entgegnet der Angeklagte: „Dass ich so schrieb, weil sein Lieferant das so hören wollte.“

Beim Amphetamin schildert er persönliche Probleme. „Ich hatte endlich meinen Traumjob gefunden, aber wegen meiner Soziophobie und Depressionen wurde ich schnell wieder gekündigt“, sagt er. Danach sei er deprimiert gewesen. Gemeinsam mit einem Freund habe er ein Kilogramm gekauft und aufgeteilt. Den Namen des Bekannten will er nicht nennen.

Beim Cannabis räumt er ein, 100 Gramm weitergegeben zu haben. 50 Gramm habe er verkauft, weitere 50 Gramm gegen andere Substanzen getauscht. Insgesamt baut er 24 Pflanzen an. Ein Zelt gehöre ihm, das andere einem Kollegen, „da ich es mir selbst nicht leisten konnte“.

Drogenlager in der Wohnung

In seiner Wohnung finden Ermittler 195,4 Gramm Amphetamin, 39 LSD-Trips, zehn Gramm Cannabiskraut, eine XTC-Tablette sowie rund 0,19 Gramm kristallines MDMA. Die Staatsanwaltschaft geht von Verkaufsabsicht aus. Der Angeklagte widerspricht. Die Substanzen seien ausschließlich für den Eigenbedarf bestimmt gewesen.

Richter Klingseis fragt: „Wollten Sie wirklich 195 Gramm Amphetamin selber konsumieren?“ Der Beschuldigte antwortet mit Ja. Er habe sich die Menge eingeteilt, „damit ich nicht mehr untertags konsumieren muss und nicht um es zu verkaufen“. Auf die Frage, ob er abhängig sei, sagt er: „Ja, ich bin abhängig und bereit, in Therapie zu gehen.“

Das Urteil

Der Beschuldigte wird im Sinne der Anklage zu drei Jahren Haftstrafe verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.