Polizisten mit Eisenstange angegriffen

VN / 16.02.2026 • 17:02 Uhr
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EckertAuch bei der Verhandlung vor Gericht zeigte sich der Betroffene als wirr und eingeschränkt.

Psychisch Kranker wird nach mehreren Vorfällen in Psychiatrie eingewiesen.

Feldkirch Bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch lacht der 63-jährige Betroffene während seiner Aussage. Und es ist ein deplatziertes, wirres Lachen, das er von sich gibt. Bei seinen Angaben wird auch inhaltlich klar, dass mit dem Pensionisten etwas nicht stimmt. Deshalb ist er trotz einer Reihe von Vorfällen nicht Angeklagter, sondern „Betroffener“, das heißt, er soll nicht ins Gefängnis, sondern allenfalls in ein forensisch therapeutisches Zentrum, sprich in eine psychiatrische Anstalt.

Immer wieder tut er schräge Dinge, beschimpft, beleidigt, bedroht und verletzt andere Menschen. Er leidet an einer schweren psychischen Störung, konkret an einer paranoiden Schizophrenie.

Mit E-Bike niedergefahren

In einer Feldkircher Bäckerei sorgte der Mann im Jänner vergangenen Jahres für Ärger. Die Polizei wurde gerufen. Er flüchtete mit einem E-Bike. Als ihn ein Polizist aufhalten wollte und aufforderte, stehen zu bleiben, fuhr er den Beamten kurzerhand nieder. Der Beamte stürzte und andere Kollegen mussten den Rentner überwältigen. „Der Polizist war als Cobra-Polizist getarnt und hat mich mit jemandem verwechselt“, meint der Betroffene. Ein anderer Vorfall ereignete sich, als der Mann in seiner Wohnung für gefährliche Szenen sorgte.

Mit Metallstange attackiert

„Ein Metallstängele“, meint der Betroffene verharmlosend. „Eine rund ein Meter zwanzig lange Metallstange“, sagt hingegen ein Polizist als Zeuge. Jedenfalls bewarf der Betroffene damals die Beamten bereits von oben mit Gegenständen. In der total verwahrlosten und vermüllten Wohnung verbarrikadierte er sich zunächst und hielt die Türe zu. Als sich ihm mehrere Beamte näherten, schlug er mit einem Eisenrohr um sich. Auch dazu hat der Betroffene eine eigenwillige Version: „Ein Beamter hatte einen deutschen Rottweiler, der hatte einen Aggressionschip implantiert. Den haben die Polizisten aktiviert.“

In der PÄDAK aufgetaucht

Auch ein Nachbarstreit im September sorgte für Aufregung. „Ich habe die Macht, Dich zu erschießen, bald bist Du fällig, Du Schwein“, meinte der 63-Jährige bei einem Nachbarstreit. Diesbezüglich sagen aber die Zeugen, dass der Mann mehr in einem Selbstgespräch vor sich hin brummelte, als bedrohte. In der Feldkircher PÄDAK tauchte der seltsame Mann ebenfalls auf, bezeichnete dort Angestellte als Schweine und Nazis. Er deutete mit Zeigefinger und Daumen eine Pistole an und imitierte Schießbewegungen. „Ich werde Euch auslöschen, Erschießen“, sagte er zu zwei Angestellten. Vor Gericht erklärt er seine damalige Intention, die ebenfalls ziemlich wirr anmutet: „Der allmächtige Vater im Himmel wird Euch umbringen, wenn sich die PÄDAK in ein illegales Puff verwandelt“. Das habe er gemeint und er habe sich bereits damals selbst korrigiert. Und wieder lacht der Betroffene wirr. Ja, und der Hitlergruß, der sei ihm einfach so herausgerutscht, ich bin ein schlauer Hund“, meint er ergänzend.

Einweisung

Gerichtssachverständiger Reinhard Haller kann das Rätsel der verwirrenden Aussagen des Mannes lösen. Doch die Öffentlichkeit wird ausgeschlossen, als das Gutachten erörtert wird. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet die Ausführungen allerdings als „glasklar“. Der Betroffene meint, dass die Diagnose falsch sei. Der Senat kommt zu dem Ergebnis, dass es für alle Beteiligten das Beste ist, den Rentner in eine entsprechende, psychiatrische Anstalt einzuweisen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.