Hörbranzer Funkenbauer ließen sich vom schlechten Wetter nicht aufhalten

Funkentradition in Hörbranz trotz Regen.
Hörbranz Nicht nur das Funkenfeuer selbst, sondern bereits der gemeinsame Aufbau des mächtigen Holzturms steht für gelebte Dorfgemeinschaft, wenn Jung und Alt Seite an Seite arbeiten, lachen und mit anpacken, egal, wie das Wetter ist. Dies ist auch den Funkenbauern in Hörbranz neben dem Erhalt des Brauchtums wichtig.

Auch in Hörbranz ist diese Tradition tief verwurzelt. Trotz Dauerregens und aufgeweichter Wiesen ließen sich die drei verbliebenen Funkengruppen nicht entmutigen. Der Aufbau am Samstag entwickelte sich stellenweise zu einer regelrechten Schlammschlacht. Zufahrtswege mussten mit Holz und Material verstärkt werden, damit die schweren Traktoren nicht einsanken und die Wiesen möglichst geschont wurden.

Am “Berg”, wo der Funken wetterbedingt ausnahmsweise am Sonntagmittag angezündet wurde, trotzten rund 35 Erwachsene und mehr als 50 Kinder dem nasskalten Wetter. Während der große Funken und der Kinderfunken Form annahmen, errichtete das Verpflegungsteam ein beheiztes Zelt zum Aufwärmen. Selbstverständlich thront auch heuer wieder eine Hexe an der Spitze des Funkens – ein Brauch, der intern außer Diskussion steht. Neu ist in diesem Jahr eine Kinderdisco, damit auch die jüngsten Besucher ihren eigenen Funkenmoment erleben können. Funkenchef Bernhard Huber zeigte sich beeindruckt vom Einsatz: “Dass trotz Regen so viele helfen, zeigt, wie wichtig der Berger Funken für uns alle ist.”

Auch bei der Faschings- und Funkenzunft Ruggburg war Teamarbeit zum Anzünden am Samstag gefragt. Rund 30 Funkenbauer und zahlreiche Kinder sorgten dafür, dass beide Funken bereits kurz nach Mittag standen. Heuer kehrte man wieder auf die obere Seite der Hoferstraße zurück, nachdem die letzten beiden Jahre ein Platz in der Hangrutschdeponie genutzt wurde. Seit rund drei Jahrzehnten wird hier der Funken geplant und gebaut. Bekannt ist die Zunft für ihr spektakuläres Klangfeuerwerk sowie die “Höll 2.0”, in der man sich nach dem Abbrennen aufwärmen kann. Funkenmeister Stefan Strauss lobte sein Team für den unermüdlichen Einsatz. Auch in Ruggburg gehört die Hexe fest zur Tradition.

Am Giggelstein wurden Zufahrten mit Vlies und Holzplatten gesichert, während über 30 Helfer im strömenden Regen Holz und Reisig schichteten, damit der Funken am Sonntag gezündet werden konnte. Der Kinderfunken entstand ebenfalls in gemeinsamer Arbeit von Erwachsenen und Kindern. Funkenmeister Andreas Bickel koordinierte ruhig und besonnen die Arbeiten sowie den Traktorverkehr. Mit Livia wurde heuer zudem eine eigene Kinderfunkenmeisterin ernannt. Auch hier wurde die Hexe für ihren abendlichen Einsatz vorbereitet – verbunden mit der überlieferten Hoffnung, dass sie im Feuer spektakulär explodiert.

Bei allen drei Gruppen achtete man darauf, trockene “Nester” aus Heu und Stroh im Inneren einzubauen, damit die Funken trotz Nässe entzündet werden können. Der Einsatz hat sich gelohnt: In Hörbranz lebt die Funkentradition weiter – getragen von Gemeinschaft, Brauchtum und echtem Zusammenhalt, ganz gleich, bei welchem Wetter. CHF






