Sicherheitsexperte wechselte „Blüten“ im Casino

29-jähriger Angeklagter bezeichnete sich vor Gericht als “tollpatschig”. So entschied das Gericht.
Feldkirch „Ich war Sicherheitsbeauftragter in drei Casinos. Ich hätte theoretisch auch die Macht gehabt, die ganze Causa unter den Teppich zu kehren. Ich war voll autorisiert, ich hätte auch ohne Überwachung an den Hauptsafe können“, gibt der 29-jährige, am Landesgericht Feldkirch Angeklagte an. Dass er damals im Casino Falschgeld wechselte, sei ein ganz dummer Zufall gewesen, behauptet er und benutzt das Wort „tollpatschig“. Heute, so seine Aussage, würde er jeden Geldschein zwanzig, ja sogar dreißig Mal kontrollieren, führt er äußerst redselig weiter aus. Doch eine Videokamera filmte ihn und lieferte somit den Beweis.
Branche gewechselt
Heute habe er sein eigenes Unternehmen in der Gastronomie, kürzlich erst gegründet. Und auch in einem Bauunternehmen sei er als Führungskraft angestellt. Heute verdiene er allein als Selbständiger 2500 Euro netto. Damals als „Sicherheitsfachmann“ im Casino Bregenz habe er allerdings 3000 Euro netto verdient.
„Und er hätte dort durchaus weiter Karriere machen können“, hält es sein Verteidiger für unglaubwürdig, dass sein Mandant wegen drei falschen Fünfzigern seinen beruflichen Werdegang aufs Spiel setzte. Seltsam ist, dass die falschen Geldscheine auch im C&A auftauchten, dort bemerkte man aber, dass sowohl die 50-Euro-Note, als auch die 100-Euro Note falsch waren, weshalb die Straftat beim Versuch blieb. Auch bei einem Kebab-Stand – ein falscher Schein. Dafür wurde der Angeklagte bereits rechtskräftig verurteilt. Was die Sache im Casino betrifft, muss Richterin Kathrin Feurle nochmals verhandeln, den Freispruch vom ersten Rechtsgang hat die Staatsanwaltschaft nämlich erfolgreich bekämpft.
Als Möglichkeit, wie die Blüten ausgerechnet zu ihm kamen, schildert der Mann mehrere Möglichkeiten. Zum einen, so meint er, könnten sie aus einem Waffenverkauf stammen. Zum anderen würden Gäste des Spielcasinos hin und wieder in Ermangelung von Bargeld Goldmünzen wie Dukaten oder Wiener Philharmoniker verkaufen. Das habe er als Privater dort im Casino übernommen, weil andere Angestellte sich damit nicht auskennen, führt er großspurig an.
Mann mit “Ehrenkodex”
Nach Glück im Spiel hätten die Gäste dann oft die Münzen wieder zurückgekauft. „Vielleicht ist das Falschgeld auf diesem Weg zu mir gekommen“, überlegt der Angeklagte laut. Als dritte Variante kommt für ihn ein Komplott infrage, aber auch diese Variante scheint ziemlich wirr. „Ich will keine Namen nennen, niemanden falsch beschuldigen. Das würde gegen meinen Ehrenkodex verstoßen. Ich will keine unschuldigen Menschen da mit hineinziehen. Ich selbst bin schuld, ich war einfach zu unvorsichtig“, so der Beschuldige. Somit kommt zu dem rechtskräftigen Urteil vom C&A-Schwindel und der Sache mit dem Imbissstand noch eine Zusatzstrafe wegen Weitergabe von Falschgeld dazu. Die Strafe wird mit 2700 Euro bemessen. Der Verurteilte akzeptiert.