Von Pilzen bis zum Umgang mit der Jugend

Bezauer Wirtschaftsschulen präsentieren am Donnerstag, 18 Uhr, ihre Diplomarbeiten.
Bezau Diplomarbeiten sind seit Jahren verbindlicher Teil der Matura und die Note fließt in das Reifezeugnis ein – für Maturantinnen und Maturanten an den Bezauer Wirtschaftsschulen ist es aber traditionell mehr als “nur eine Prüfung von vielen”, denn die Präsentation dieser Arbeiten wird von der Bregenzerwälder Schule dazu genützt, die Schule ins Rampenlicht zu rücken: Die Diplomarbeiten werden öffentlich präsentiert und von einer prominent besetzten Jury bewertet. Die besten Arbeiten werden dann für landesweite und überregionale Wettbewerbe nominiert. Auf diesen Bühnen können sich die Absolventinnen und Absolventen aus Bezau seit jeher hervorragend in Szene setzen und serienweise Preise abräumen.

Enger Bezug zur Region
Nicht von ungefähr, denn Diplomarbeiten werden in Bezau als Möglichkeit gesehen, enge Kontakte mit Wirtschaftstreibenden und Institutionen in der Region zu pflegen und mit diesen interessante Projekte zu entwickeln, die mehr sind als eine Zeugnisnote, weil sie daneben oft auch einen praktischen Nutzen für die Partner haben.

Einladung an Bevölkerung
“Die öffentliche Präsentation”, so Direktor Mario Hammerer, “ist für die Schule ein echtes Highlight im Jahresprogramm, weil sie uns die Möglichkeit gibt, die interessierte Bevölkerung einzuladen und mit ihr Kontakte zu knüpfen.” Über die Veranstaltung hinaus zeigt die Schule ihr Bildungsangebot auf.
Breitgefächerte Themen
Auf die Gäste wartet am Donnerstag, 12. März, ab 18 Uhr, eine Präsentation vielfältiger Themen, die sich die Maturantinnen und Maturanten zurechtgelegt haben. Zum Teil wurde an den Diplomarbeiten seit mehr als einem Jahr gearbeitet, viel Zeit und Energie investiert.

“Es ist erstaunlich”, so Hammerer, “wie unsere Maturantinnen und Maturanten immer wieder neue Themen aufgreifen und damit oft auch eine breitere Diskussion weit über die Schule hinaus anstoßen.” Etwa mit der Arbeit “Wie tickt die Generation Z?” Lena Bereuter aus Alberschwende und Alina Dorner aus Großdorf haben sich dieser Frage angenommen und sie in Kooperation mit den Raiffeisenbanken Bregenzerwald aufgearbeitet – unter anderem mit einem “Bewusstseinsevent”. Wie man auf so ein Thema kommt? Die beiden reden nicht lange um den heißen Brei herum, sondern formulieren frei heraus ihren Beweggrund: “Die Älteren wissen oft gar nicht, wie man mit uns umgehen soll.” Mit ihrer Diplomarbeit wollen sie einen Denkanstoß geben, wie das geändert werden kann.

Pilzprodukte bis zur Marktreife
Auf völlig anderes Terrain begaben sich Janina Feurstein und Lena-Maria Kaufmann, die schon vor mehr als eineinhalb Jahren mit naturhautnah Metzler ein Projekt entwickelten, die Heilkraft des Hericium erinaceus für ihr Projekt Funglow zu nützen.
Dieser Pilz mit dem wissenschaftlichen Namen Hericium erinaceus, im deutschen Sprachgebrauch Igelstachelbart, findet sich zwar da und dort als Speisepilz in der gehobenen Gastronomie, “aber darum geht es bei unserem Projekt nicht, wir wollen vielmehr die Wirkstoffe, die in der traditionellen chinesischen Medizin geschätzt sind, extrahieren und veredeln”, so die beiden Maturantinnen. Metzler sorgte für die Pilzzucht und das technische Equipment, ein Apotheker half bei der Kapselproduktion.
Breites Themenspektrum
“Neben diesen Highlights”, so Direktor Hammerer, sind bei der schulinternen Präsentation auch andere Projekte – etwa Superfood Hanf – vom Tabu zum proteinreichen Grundnahrungsmittel oder Brainola – Das Superfood-Frühstück aufgefallen. Auch die anderen zehn Projekte haben neben Themenvielfalt auch hohe Qualität.” STP