Ein Ortsplan für den Ernstfall

VN / 27.03.2026 • 11:16 Uhr

In Rankweil versteht man Katastrophenschutz als Gemeinschaftsaufgabe.

Ein Ortsplan für den Ernstfall

Rankweil Wenn der Strom ausfällt, das Handy stumm bleibt oder extreme Wetterereignisse den Alltag lahmlegen, zeigt sich, wie verletzlich unsere moderne Infrastruktur ist. Katastrophen kommen meist unerwartet – doch ihre Folgen lassen sich durch Vorbereitung und klare Strukturen deutlich abmildern.

„Ein Blackout etwa ist kein theoretisches Szenario mehr, sondern etwas, auf das wir uns konkret vorbereiten müssen“, betont Christian Schobel, Katastrophenschutz-Beauftragter der Marktgemeinde Rankweil. „Gerade weil vieles im Alltag selbstverständlich erscheint, ist es wichtig, sich auch mit dem Ausnahmefall auseinanderzusetzen.“ Mit dem neuen Ortsplan erhält jeder Haushalt in Rankweil nun einen kompakten Leitfaden, der Orientierung gibt und Sicherheit schafft.

Klare Strukturen

In Rankweil wurde der Katastrophenschutz in den vergangenen Jahren systematisch weiterentwickelt. Zentrale Grundlage ist eine funktionierende Gemeindeeinsatzleitung, die im Krisen- bzw. Katastrophenfall die Koordination übernimmt/leitet und eng mit Feuerwehr, Bergrettung, Rettung, Polizei und weiteren Organisationen zusammenarbeitet. Regelmäßige Übungen und Schulungen sorgen dafür, dass Abläufe sitzen und Zuständigkeiten klar geregelt sind. „Im Ernstfall muss jede und jeder wissen, was zu tun ist. Diese Sicherheit entsteht nur durch Vorbereitung und regelmäßiges Training,“ sagt Christian Schobel.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Aufrechterhaltung der sogenannten kritischen Infrastruktur. So sind zentrale Einrichtungen wie Einsatzleitung, Feuerwehrhaus, Notrufmeldestellen oder Betreuungsstellen notstromversorgt. Auch die Trink- und Abwasserversorgung ist für einen längeren Stromausfall ausgelegt – ein entscheidender Faktor für die Grundversorgung der Bevölkerung. 

Ein Ortsplan für den Ernstfall

Orientierung für alle

Mit dem neuen Ortsplan, der dieser Tage an alle Haushalte versendet wurde, geht Rankweil nun einen weiteren wichtigen Schritt; denn der Plan dient nicht nur als klassische Straßenübersicht, sondern bündelt auf einen Blick alle wesentlichen Informationen zur Notfallvorsorge: von einfachen Maßnahmen und Sirenensignalen über Verhaltensregeln in Notsituationen bis hin zu den Standorten von Notrufmeldestellen und Betreuungsstellen. „Uns war wichtig, der Bevölkerung ein Instrument in die Hand zu geben, das im Alltag verständlich ist und im Notfall sofort hilft“, erklärt Christian Schobel.

Ergänzend dazu setzt die Marktgemeinde bewusst auf den Dialog mit der Bevölkerung, etwa durch Informationsveranstaltungen wie „Sicher durchs Jahr“, die im vergangenen Jahr stattfand, oder proaktive Informationsangebote für Bürger nach konkreten Ereignissen. Darüber hinaus wurde im Februar im Vorderland eine anonyme Bevölkerungsbefragung durchgeführt, die Rückmeldungen zur Verständlichkeit und Wirksamkeit der Kriseninformation lieferte. Die Ergebnisse fließen später in die Weiterentwicklung der kommunalen Krisenkommunikation ein; denn, so Christian Schobel, „gut informiert zu sein, ist der erste Schritt zur Sicherheit.”