Brutaler Überfall auf 92-Jährigen

VN / 22.05.2026 • 15:37 Uhr
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eckertDie beiden Verurteilten auf der Anklagebank im Feldkircher Schwurgerichtssaal.

Räuber suchten betagten Bregenzer heim. Nun wurden sie zu langen Haftstrafen verurteilt.

Feldkirch Am Landesgericht Feldkirch sind ein 53-jähriger Georgier und sein 36-jähriger Landsmann wegen schweren Raubes jeweils zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Vorsitzende des Schöffensenates, Elias Klingseis, führte ein gewissenhaftes Beweisverfahren durch, dann war der Schuldspruch aber klar. Die Männer hatten Ende März 2023 in Bregenz einen hochbetagten Immobilienmakler, der immer noch gerne in seinem Job arbeitete, im Büro überfallen. Der damals 92-Jährige dachte, es handle sich um Kunden, da einer der Kriminellen erwähnte, er suche ein Haus.

Dann ging alles ganz schnell. Die beiden Verbrecher gingen in das Büro des Opfers, ein Dritter wartete unten im Auto. Der „Chauffeur“, der bei der ganzen Sache eine untergeordnete Rolle spielte und nicht genau wusste, was in der Wohnung stattfindet, wurde bereits im vergangenen Jahr zu 18 Monaten Haft verurteilt und abgeschoben.

Schwer verletzt

Das schmächtige Opfer ist dem Alter entsprechend gebrechlich und hatte damals Todesangst. Heute ist er mittlerweile 94 Jahre alt und muss nicht nochmals zum Prozess kommen. Er hat seine Aussage bereits mehrmals zu Protokoll gegeben. Der Georgier kniete damals auf seinem Körper und brach ihm dabei eine Rippe. Beide Augenlider des Opfers waren blau angeschwollen, die Lippe ebenfalls, blaue Flecken und Wunden am ganzen Körper. Seit dem Vorfall ist dem Hochbetagten oft schwindlig, der Hals wurde damals verdreht und überstreckt. „Ich dachte, die bringen mich um“, erinnerte er sich.

Der Betagte war noch mit Klebeband und Geschirrtüchern geknebelt worden. Der Hauptangeklagte hob ihm damals die Augenlider an, um zu kontrollieren, ob er noch lebte. „Ich habe die Luft angehalten und mich totgestellt“, gab der Bregenzer zu Protokoll. Er konnte den Täter später eindeutig wiedererkennen. „Er muss mich verwechseln, ich habe ihn nicht angegriffen“, leugnete der Angeklagte weiter.

Über Urteil empört

Die beiden wegen schweren Raubes angeklagten Georgier erbeuteten 300 Euro, die sie aus der Geldtasche des Opfers entnahmen. Im Prozess tischte der 53-Jährige, der unter anderem in Russland bereits zu knapp elf Jahren Haft verurteilt wurde, abenteuerliche Geschichten auf. Ebenso sein Komplize, ebenfalls mehrfach vorbestraft. Der Erstangeklagte regte sich über die Verurteilung zur langjährigen Haftstrafe auf und ließ übersetzen, dass er es in jeder Hinsicht bekämpfen wird und auch der Zweitangeklagte hofft auf seine Anfechtung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.