Mit Warnweste und Stock: Markus Hämmerle hilft Fußgängern über die Zellgasse

VN / 03.07.2026 • 11:24 Uhr
Markus Hämmerle nimmt die Situation in der Zellgasse selbst in die Hand. Er begleitet in der Früh Passanten und Radfahrer sicher über den Zebrastreifen.
Markus Hämmerle nimmt die Situation in der Zellgasse selbst in die Hand. Er begleitet in der Früh Passanten und Radfahrer sicher über den Zebrastreifen. Bernadette von Sontagh

Pensionist sorgt für Ordnung auf dem Zebrastreifen der viel befahrenen Straße in Lustenau.

Lustenau Bei Regen ist am Zebrastreifen in der Zellgasse etwas weniger los, so wie auch am Mittwochmorgen. “Viele Kinder werden dann mit dem Auto in den Kindergarten oder in die Schule gebracht”, berichtet Markus Hämmerle (66) aus Lustenau. Er weiß das aus erster Hand, denn seit drei Monaten steht der pensionierte Lehrer täglich von 7:20 bis acht Uhr an der Querung Zellgasse–Bahngasse. Das Wetter spielt für ihn keine Rolle: Hämmerle will Menschen sicher über die Straße begleiten, unabhängig davon, wie viele es sind. Denn die Stelle beim Zebrastreifen ist unübersichtlich, und viele Autofahrer halten dort nicht automatisch an, wie er erzählt.

Markus Hämmerle ist es ein besonderes Anliegen, dass Kinder sicher über die Straße gelangen.
Markus Hämmerle ist es ein besonderes Anliegen, dass Kinder sicher über die Straße gelangen.

Engagement für mehr Sicherheit

Mit Warnweste und Holzstock ausgestattet, stoppt Hämmerle den Verkehr, sobald jemand die Straße überqueren möchte. Den Holzstock hat er deshalb, weil darauf jeder reagiert. “Ich bin immer bereit zu reagieren, aber wenn ein Lkw auf einen zufährt, muss auch ich tief durchatmen”, sagt er. Viele Fußgänger, Eltern und Radfahrer kennen ihn bereits und grüßen ihn freundlich. “Die Dankbarkeit, die ich durch diese kleine Tat erfahre, ist groß”, erzählt er weiter.

Anrainerin Marisa Bargon berichtet von sehr gefährlichen Situationen und Fahrern, die selbst am Zebrastreifen nicht anhalten. Mit der Hilfe von Markus Hämmerle gelingt es.
Anrainerin Marisa Bargon berichtet von sehr gefährlichen Situationen und Fahrern, die selbst am Zebrastreifen nicht anhalten. Mit der Hilfe von Markus Hämmerle gelingt es.

In kürzester Zeit erlebt er in der Früh alle Emotionen: dankbare Passanten, Autofahrer, die erschreckt abbremsen, und auch solche, die sich über sein Tun ärgern. Hämmerle weist die Autofahrer dann darauf hin, dass sie am Zebrastreifen anhalten müssen. Für sein Engagement wird er oft gelobt, wie auch von Rettungssanitäterin Manuela, die ihm nach ihrer Nachtschicht als Dankeschön Schokolade überreicht.

Diese Autofahrerin schätzt sein Engagement und schenkt ihm eine Schokolade dafür.
Diese Autofahrerin schätzt sein Engagement und schenkt ihm eine Schokolade dafür.

Initiative aus Eigenverantwortung

Doch warum stellt sich ein Pensionist so früh am Morgen an die Straße und hilft Menschen über den Zebrastreifen? “Vor gut drei Jahren gab es eine Initiative der Anrainer, um auf die Verkehrssituation in der Zellgasse aufmerksam zu machen. Leider wurde von den Verantwortlichen nichts geändert”, erklärt Hämmerle. Dass bis heute keine Sofortmaßnahmen umgesetzt wurden, kann er – wie viele Anrainer – nicht verstehen. Er selbst wohnt im Zentrum von Lustenau und erreicht in fünf Minuten alles, was er täglich braucht. “Die Menschen hier sind durch die Zellgasse von allem abgeschnitten. Hier gibt es nichts. Sie müssen jedes Mal die Straße queren, wenn sie das Haus verlassen. Und das ist hier gefährlich.”

Jedes Kind und jeder Erwachsene wird von ihm über die Straße begleitet.
Jedes Kind und jeder Erwachsene wird von ihm über die Straße begleitet.

Unübersichtliche Stellen, zu viel und zu schneller Verkehr sowie ein aus seiner Sicht mangelndes Handeln der Verantwortlichen haben ihn dazu bewogen, selbst aktiv zu werden. Hämmerle ist überzeugt: Würden die gefährlichsten Stellen entschärft, gäbe es noch viel mehr Radfahrer. Für den Zebrastreifen würde er sich in einem ersten Schritt eine Blinkanlage wünschen, um auf die Querung aufmerksam zu machen.

Mit dem Verkehr allein gelassen

Marisa Bargon wohnt in der Bahngasse und quert täglich die Zellgasse. “Die Autos fahren zu schnell. Kinder und wartende Personen werden oft übersehen”, berichtet sie. Als Erwachsene könne sie reagieren, Kinder hingegen nicht. Sie kennt Markus Hämmerle inzwischen gut und schätzt sein freiwilliges Engagement sehr: “Das ist beeindruckend.” Von den Verantwortlichen fühlt sie sich mit dem Verkehrsproblem in der Zellgasse jedoch allein gelassen. Versprochene Sofortmaßnahmen wurden bisher nicht umgesetzt. Markus Hämmerle wird so lange helfen, bis es sicherer wird. Er würde sich über Nachahmer freuen. BVS

Die Anrainer kennen den engagierten Mann und rechnen ihm seine Hilfe hoch an.
Die Anrainer kennen den engagierten Mann und rechnen ihm seine Hilfe hoch an.
Hämmerle setzt sich für die Sicherheit in der Zellgasse ein.
Hämmerle setzt sich für die Sicherheit in der Zellgasse ein.
Er ersetzt die fehlende Blinkanlage und einen sicheren Übergang beim Zebrastreifen in der Zellgasse. er Zellgasse mit dem
Er ersetzt die fehlende Blinkanlage und einen sicheren Übergang beim Zebrastreifen in der Zellgasse.
Genug von den vielen Unfällen hat Markus Hämmerle: Er sorgt eigenhändig für einen sicheren Übergang in der Zellgasse.
Genug von den vielen Unfällen hat Markus Hämmerle: Er sorgt eigenhändig für einen sicheren Übergang in der Zellgasse.
Genug von den vielen Unfällen hat Markus Hämmerle: Er sorgt eigenhändig für einen sicheren Übergang in der Zellgasse.
Genug von den vielen Unfällen hat Markus Hämmerle: Er sorgt eigenhändig für einen sicheren Übergang in der Zellgasse.
Genug von den vielen Unfällen hat Markus Hämmerle: Er sorgt eigenhändig für einen sicheren Übergang in der Zellgasse.
Genug von den vielen Unfällen hat Markus Hämmerle: Er sorgt eigenhändig für einen sicheren Übergang in der Zellgasse.