Noch vor der Eröffnung: Volksschüler testen den neuen Murmelweg in Faschina

Eine Holzmurmel, sieben Erlebnisstationen und viel Naturwissen: Das erwartet Familien auf dem neuen Themenweg.
Fontanella Mit einer Holzmurmel in der Hand machten sich die 28 Schülerinnen und Schüler der Volksschule Fontanella auf den Weg nach Faschina. Noch vor der offiziellen Eröffnung des neuen Murmelwegs am 13. Juli durfte die Schule die neue Attraktion im Rahmen eines Wandertages ausprobieren. Der neue Themenweg kam bei den Kindern gut an.


Los ging es bei der Talstation der Stafelalpbahn. Dort erhielt jedes Kind eine Holzmurmel, die es im Anschluss mit nach Hause nehmen durfte. Die Schüler wanderten bis zur Mittelstation der Stafelalpbahn am Hahnenkopf hinauf. Von dort beginnt der rund vier Kilometer lange Murmelweg, der über die Franz-Josef-Hütte und den Stafelalpsee bis zur Passhöhe in Faschina führt.



Entlang der Strecke begleiten sieben Erlebnisstationen die Wanderer durch die Welt der Murmeltiere. Dabei rollen Holzmurmeln durch Bahnen und Labyrinthe, Rätsel müssen gelöst werden und spielerisch wird Wissen über Tiere, Natur und das Leben auf der Alpe vermittelt.


Naturbelassen
Der Themenweg entstand auf einem bereits bestehenden Wanderweg und ergänzt den Blumenlehrpfad sowie die „Hutschn“ (Schaukel) bei der Mittelstation. Dadurch seien nur wenige Eingriffe in die Natur notwendig gewesen. Verwendet wurde ausschließlich heimisches Holz.



Der Murmelweg ist ein Gemeinschaftsprojekt der Seilbahnen Faschina, der Tourismusbetriebe vor Ort, der Gemeinde Fontanella, von Damüls Faschina Tourismus, dem Verein Bergholz und der Alpenregion Bludenz Tourismus. Rund 60.000 Euro wurden in das Projekt investiert.



Projektverantwortliche Silvia Plangg von der Alpenregion Bludenz Tourismus sieht darin einen zusätzlichen Anreiz für Familien, die Bergwelt in Faschina zu entdecken und gleichzeitig mehr über die Natur des Biosphärenparks Großes Walsertal zu erfahren. Laut Seilbahnen-Geschäftsführer Gerold Konzett erweitert der Murmelweg das bestehende Familienangebot in Faschina.



“Riesiger Mehrwert für die Kinder”
Für Direktorin Marina Marlin ist der Ausflug „ein riesiger Mehrwert für die Kinder“. Solche Erlebnisse bleiben den Schülern besonders lange in Erinnerung. Die 30-Jährige leitet die Volksschule Fontanella seit diesem Schuljahr. „Ich wollte immer schon Direktorin werden“, sagt sie. Als die Stelle frei geworden sei, habe sie sich auf dieses Abenteuer eingelassen. Gemeinsam mit ihrem Lehrerteam, bestehend aus Milena Hagen, Birgit Wann und Maria Domig, organisiert sie zweimal im Jahr einen Wandertag. Natürlich müsse man als Lehrperson „ein gutes Auge auf die Kinder haben“, aber viele Kinder kennen sich in dieser Gegend bereits gut aus.



Oben angekommen, machten sie bei der Mittelstation eine ausgiebige Jause. Dann ging es endlich zur ersten Murmelbahn. Dort mussten die Kinder herausfinden, welche Murmel am schnellsten ins Ziel rollt. Die Kombination aus Bewegung, Spiel und Wissen überzeugte die jungen Tester. Manche Kinder erzählten, dass sie mit ihren Familien ohnehin häufig wandern gehen. Ein Mädchen berichtete, bereits beim Aufbau des Gipfelkreuzes auf dem Glatthorn dabei gewesen zu sein, weil ihr Vater das Projekt mitorganisiert hatte.



Marlin findet es eine „coole Idee“, die Kinder so zu animieren, in die Berge zu gehen. Ihr hat die Blütenstation am besten gefallen, bei der man eine Murmel hinaufrollen lassen musste. Für Familien sei das ein tolles Angebot. Die Kinder bewegen sich und lernen ganz nebenbei Wissenswertes über die Natur. So erfahren sie beispielsweise, welche Raupe sich zu welchem Schmetterling entwickelt, wie Murmeltiere wohnen, was sie essen und welche tierischen Nachbarn sie haben.







