Begleitung im Übergang zum Leben

VN / 09.07.2026 • 10:31 Uhr
Hilda mit Papa Florian, Jonas mit Mama Rebecca.
Hilda mit Papa Florian, Jonas mit Mama Rebecca.

Rebecca Brenner war Palliativkrankenschwester und ist nun eine Hüterin des Lebens

Lauterach Mit neunzehn Jahren stand die in Feldkirch geborene Rebecca plötzlich an einer Grenze. Kurz nach der Matura erlitt sie eine Lungenembolie. Das Ereignis kam aus dem Nichts. Es folgten Untersuchungen und Panikattacken. “Ich bin fast gestorben. Das hat mich verändert”, sagt sie. Seither lebt sie bewusster. Sie fragt genauer, was sie tun möchte und was nicht auf später warten soll. Von ihrer Oma, bei der sie mit ihrer Mutter lebte, nahm Rebecca Brenner viel Naturwissen mit – besonders über Kräuter und ihre Wirkungen – ebenso wie die Freude am Kreativen, am Gestalten, Malen, Kränzen und Schauspielern.

Hier ist Rebecca Komparsin in der Hebammenserie
Hier ist Rebecca Komparsin in der Hebammenserie “Lena Lorenz” und spielt eine Schwangere.

Pflege als früher Berufswunsch

Schon als Kind schrieb sie in ihr Poesiealbum, dass sie Krankenschwester werden wolle. Nach der Matura dachte sie kurz an ein Psychologiestudium in München, blieb jedoch in Vorarlberg. 2018 schloss sie die psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflegeschule ab. 2019 folgte die Ausbildung zur Palliative-Care-Nurse. Sieben Jahre arbeitete Brenner auf der Onkologie in Rankweil. Sie begleitete Menschen in schweren Krankheitsphasen und am Lebensende. “Ich war eine Zeit lang Hüterin des Lebens an dessen Ende. Jetzt begleite ich auch den Anfang”, sagt sie. Die Wende kam mit den eigenen Kindern.

Kräuterwissen und die Liebe zur Natur wurden von der Oma geerbt. (Foto S. Mitgutsch)
Kräuterwissen und die Liebe zur Natur wurden von der Oma geerbt. S. Mitgutsch

Ihren Mann Florian hat sie im Pflegedienst kennengelernt, er ist weiterhin im Spitalsdienst tätig und unterstützt seine Frau auf allen Ebenen. Rebeccas erste Schwangerschaft mit Jonas 2021 verlief unkompliziert wie im Bilderbuch. Die zweite 2024 war schwierig. Die Geburt wurde eingeleitet und dauerte drei Tage, bis die kleine Hilda nach einem Kaiserschnitt das Licht der Welt erblickte. In dieser schwierigen Phase fühlte sie sich zu wenig begleitet. Danach begann sie zu recherchieren und stieß auf den Begriff Doula – altgriechisch für Dienerin. Sie ist weder Hebamme noch übernimmt sie medizinische Aufgaben. Eine Doula begleitet emotional und kontinuierlich: bei Kinderwunsch, in der Schwangerschaft, während der Geburt und im Wochenbett. Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse der Frau. Seit November 2025 absolviert Rebecca Brenner zudem die Ausbildung zur frauenzentrierten Pädagogin – und möchte als Doula eine Vertrauensperson sein, die zuhört und stärkt.

Rebecca Brenner unterstützt eine Gebärende als
Rebecca Brenner unterstützt eine Gebärende als “Doula”.

Schwerpunkt auf werdende Mütter

Seit Ende 2025 ist Brenner als Leiterin des Pflegefachteams der Lebenshilfe zu 40 Prozent beschäftigt. Privat vermittelt sie gerne ihr umfangreiches Kräuterwissen und organisiert Frauenkreise. Sie bietet Kurse zu Wochenbettküche, Frauenkräutern und Ritualen wie dem aus Malaysia stammenden “Bengkung Belly Binding” an. Es geht ihr um Fürsorge, Körperwahrnehmung und Stärkung im Alltag. Im “Sternenplatz” finden die Workshops statt. Etwa zur Selbstfürsorge, zum Räuchern oder zur Vorbereitung auf Geburt und Wochenbett. Künftig möchte sie sich stärker auf Schwangere und frischgebackene Mütter konzentrieren. Ziel: Frauen sollen in einer prägenden Lebensphase nicht allein durchhalten müssen. Zwei Infoabende dazu finden bereits am 27. und 29. November in Lauterach statt. www.diebrennerin.com. AFP

Zur Person

Rebecca Brenner
Geboren 23. Mai 1996
Wohnort Lauterach
Familie verheiratet mit Florian, zwei Kinder
Beruf Leiterin Pflegefachteam Lebenshilfe
Engagement Frauenzentrierte Pädagogin i. A.
Interessen reiselustig, Filmkomparsin

Die zweifache Mutter bietet 2027 ein stark frauenzentriertes Kursprogramm an.
Die zweifache Mutter bietet 2027 ein stark frauenzentriertes Kursprogramm an.