Brutaler Angriff in Lochauer Wettlokal

VN / 13.08.2026 • 12:16 Uhr
Brutaler Angriff in Lochauer Wettlokal
Der Angeklagte bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Eckert

Vorbestrafter zog völlig unschuldigem Gast massiven Stuhl über den Kopf und traktierte ihn mit Fäusten.

Feldkirch “Reue sieht anders aus”, kommentiert Staatsanwältin Karin Dragosits die Verantwortung des 22-jährigen Angeklagten. “Die Vorstrafen sprechen Bände”, führt sie weiter aus. Sieben Vorstrafen, alles Gewaltdelikte, eine Verurteilung wegen absichtlich schwerer Körperverletzung, mehrfach Haft verbüßt, offene Probezeit, 13 Monate Bewährungsstrafe offen und nun schon wieder ein massiv gewalttätiger und vor allem völlig grundloser Angriff mit schweren Kopfverletzungen als Folge.

Doch nun, so der Angeklagte, soll alles anders werden. Er will in Haft eine Lehre machen, eventuell Koch, sein Leben in den Griff bekommen. Doch kaum kommt die Rede auf den Vorfall im März in einem Lochauer Wettlokal, relativiert der junge Mann schon wieder die Vorkommnisse.

Von Beginn an aggressiv

Ein unbeteiligter Zeuge beschreibt, dass der 22-Jährige bereits aggressiv das Lokal betreten habe. Zunächst setzt er sich zu dem 36-jährigen Gast, den er nur vom Sehen her kennt. Das Lokal ist relativ leer, zeigen die Videoaufnahmen. Die beiden sprechen ein paar belanglose Sätze, doch der 22-Jährige habe sich offenbar provoziert gefühlt. Eventuell deshalb, weil ihm das spätere Opfer sagt, dass man im Lokal nicht rauchen dürfe. Auf den Aufnahmen sieht man, wie der junge Mann ein paar Schritte weggeht und anschließend mit einem massiven Metallstuhl auf den anderen Gast einschlägt. Das Opfer sitzt mit dem Rücken zum Angreifer, ist völlig überrascht und wehrlos.

Ohne Unterlass geschlagen

Immer wieder drischt der Rabauke mit dem Stuhl auf den Kopf und in das Gesicht des Mannes. Anschließend traktiert er ihn mit beiden Fäusten, ebenfalls am Kopf. Alles geht so schnell, dass Hilfe beinahe zu spät kommt. Der Angegriffene erleidet massive Knochenbrüche und Wunden im Gesicht.

Er wird operiert, ob die implantierte Platte unterhalb des Auges operativ wieder entfernt wird, ist offen. Die Männer, die dem Opfer zu Hilfe kommen, können den Täter in die Flucht schlagen. “Ich wurde auch angegriffen”, meint der Angeklagte vor Richterin Sabrina Tagwercher. Ein Schmunzeln geht durch den Saal, denn offenbar fühlt sich der Angreifer auch jetzt noch teilweise als Opfer. Er beteuert, dass er sich bessern werde, sieht aber ein, dass bei seinen Umständen nicht viel Luft nach oben ist. Die Strafe wegen absichtlich schwerer Körperverletzung akzeptiert der Geständige, die Dauer von vier Jahren Haftstrafe plus einem alten Strafrest von vier Monaten ebenfalls. Dem Opfer muss er – wenn der Arbeitslose irgendwann einmal zu Geld kommen sollte – 3000 Euro Teilschmerzengeld bezahlen. Doch erst geht es ab in den Osten, wo der Mann in einer entsprechenden Haftanstalt seine Strafe absitzen muss. Das Urteil ist rechtskräftig.