Mit Traktor Rentnerin und Kleinkind in den Schnee gedrängt

VN / 19.08.2026 • 17:37 Uhr
Mit Traktor Rentnerin und Kleinkind in den Schnee gedrängt
Der Angeklagte im Verhandlungssaal vor Richter Theo Rümmele. Eckert

Das behauptet zumindest eine Pensionistin vor Gericht, der Angeklagte bestreitet.

Feldkirch Im Jänner ist der Vorplatz des Oberländer Bauern mit Schneehaufen bedeckt. Angeblich, so die heimlichen Beobachtungen einer Nachbarin, habe der Mann den Schnee samt Steinen und Gülle in den Dorfbrunnen gekippt. „Stimmt überhaupt nicht“, dementiert der Bauer vor Gericht bereits diese ersten Vorwürfe. Die Nachbarin rief die Polizei und die kam auch. Inzwischen ging eine 71-jährige Pensionistin mit dem Kind der Nachbarin spazieren. „Er hat bestimmt gedacht, dass ich die Polizei gerufen hätte“, so die betagte Frau als Zeugin. Deshalb habe sich der 48-jährige Landwirt in seinem Traktor „aufgeführt als wie“.

Abgedrängt

Er sei wütend und schimpfend mit seinem Traktor auf den Gehsteig gefahren und sie habe sich mit dem halbjährigen Kind gerade noch rechtzeitig durch einen Sprung in einen Schneehaufen in Sicherheit bringen können, so die Zeugin. „Stimmt ebenfalls nicht, ich bin alleine und deshalb von vier Uhr nachmittags bis acht Uhr abends immer im Stall beschäftigt“, sagt der Angeklagte. Er sei im Jänner garantiert nicht am späten Nachmittag mit dem Traktor durch den Ort gefahren. Auch Winterdienst habe er keinen übernommen. Die Frau lächelt und bleibt bei ihrer Version.

Tägliche Beschimpfungen

2021 gab es bereits einmal ein Verfahren gegen den Landwirt, damals ging es ebenfalls um gefährliche Drohung gegen die besagte Rentnerin. Damals gab es eine Diversion, die Sache ist somit längst erledigt, der Bauer somit unbescholten.

Die Pensionistin sagt, dass sie dem Bauern den Amtstierarzt vorbei geschickt habe, weil sie gehört habe, was er mit seinen Kälbern mache. Was das genau sein soll, bleibt im Dunkeln. „Danach war ich ein rotes Tuch für ihn“, sagt die 71-Jährige. In der kleinen Gemeinde würde man sich ja ständig über den Weg laufen. „Er zeigt mir die Faust, macht mit einem Stanley-Messer die Halsabschneidergeste und ruft mir immer ‚Du alte Hure‘ nach“, behauptet die Zeugin. Auch „Ich erschlag Di Du Drecksau“, sei einmal gefallen.

Die Beschimpfungen seien beinahe alltäglich. Der Bauer schüttelt nur den Kopf, kann sich den Grund der Behauptungen nicht erklären. Es sei ihm auch egal, wenn der Amtstierarzt komme, er habe nichts zu verbergen. Dieser betont, dass es auf dem Hof nie zu Beanstandungen gekommen sei. Was an den Behauptungen wahr ist, sollen nun weitere Zeugeneinvernahmen ans Licht bringen.