Gut verdienender Techniker war auch Koksdealer

VN / 30.08.2026 • 13:28 Uhr
Gut verdienender Techniker war auch Koksdealer

35-Jähriger war selbst süchtig und kam auf diese Weise zu seinem Stoff

Feldkirch Der 35-Jährige hat eine solide Ausbildung und verdient entsprechend gut. 3000 Euro netto bekommt er monatlich. Dennoch hat er insgesamt rund 40.000 Euro Schulden. Dass er kokain- und cannabisabhängig war, machte die Situation nicht gerade besser. Um trotzdem an den dringend benötigten Stoff zu kommen, ging er unter die Dealer und verkaufte zwei Fünfzig-Gramm-Pakete Kokain. Marktwert 5000 Euro. Allerdings blieb ihm der Abnehmer, der immer in Kleinbeträgen bezahlte, Geld schuldig. So nahm der Oberländer keine 5000, sondern nur 4000 Euro ein.

Keine Diversion

Der Verteidiger versucht, für seinen Mandanten eine Diversion (außergerichtlicher Tatausgleich ohne Verurteilung) zu erreichen. Immerhin ist er unbescholten. Doch bei derart großen Mengen wehrt sich die Staatsanwaltschaft. Die Schuld sei zu groß, eine Diversion komme nicht infrage, so die Stellungnahme der Anklagebehörde. Die sichergestellte Menge Cannabiskraut – 95 Gramm sind angeklagt – war laut Beschuldigtem für den Eigenkonsum. Man fand dementsprechendes Verpackungsmaterial, zugunsten des Angeklagten geht die Richterin davon aus, dass der Techniker nicht mit Gras dealte, sondern es selbst konsumierte.

“Clean” geworden

Derzeit sei er “clean”, so der Beschuldigte. Er habe ohnedies schon lange aufhören wollen. Da der angeblich so massive Kokainkonsum im November bis Dezember vergangenen Jahres stattfand, zweifelt die Richterin etwas daran, ob man tatsächlich so rasch von einer intensiven Sucht wegkommen kann. Der Angeklagte bleibt dabei. Er habe mit dem Verkauf seinen eigenen Kokainverbrauch bezahlt. Er wird zu sechs Monaten bedingter Haftstrafe und 7200 Euro Geldstrafe verurteilt. Zudem wird ein Verfall von 4000 Euro ausgesprochen. Der Mann akzeptiert das Urteil. Dass er statt der Strafe eine Therapie absolvieren kann, ist wahrscheinlich.