Mehr Polizei in der Nacht

VN / 06.09.2026 • 14:10 Uhr
Polizei
Bei der Gewerkschaft hält sich die Begeisterung über den neuen Dienstplan in Grenzen. VN

Das neue Dienstzeitmodell soll vor allem in der Nacht für mehr Polizeipräsenz sorgen.

Bregenz Im Bezirk Bregenz läuft seit 1. September die Einführungsphase für das neue Dienstzeitmanagement der Polizei. Bregenz ist damit neben Gänserndorf, Leibnitz, Linz und Wien-Brigittenau einer von fünf Bezirken in Österreich, in denen das Modell getestet wird. Wie die Landespolizeidirektion am Sonntag mitteilte, bestätige die Einführungsphase, dass das neue System mehr bedarfsorientierte Streifen ermöglicht. Konkret soll im Bezirk Bregenz die Streifenpräsenz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vor allem in der Nacht gezielt erhöht werden. Die Polizei will dadurch zu jenen Zeiten sichtbar und rasch verfügbar sein, in denen das Einsatzaufkommen erfahrungsgemäß höher ist.

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Dem Probebetrieb gingen laut Landespolizeidirektion umfangreiche Simulationen und Testphasen voraus. Die Dienstplaner, meist die Kommandanten der Polizeiinspektionen, würden außerdem laufend geschult. Überstunden sollen so geplant werden, dass polizeiliche Schwerpunktmaßnahmen, Präventionsveranstaltungen und die erforderliche Aktenbearbeitung weiter verstärkt werden können.

Kritik der Gewerkschaft

Bei der Personalvertretung hält sich die Begeisterung in Grenzen. Sie kritisiert seit Wochen die angespannte Stimmung innerhalb der Vorarlberger Polizei. Eine steigende Arbeitsbelastung, der anhaltende Personalmangel, zusätzliche Bürokratie, teilweise polizeifremde Tätigkeiten und laufende organisatorische Veränderungen sorgten bei vielen Polizistinnen und Polizisten für wachsende Unzufriedenheit. Besonders kritisch sieht die Gewerkschaft das neue Dienstzeitmodell. „Wir befinden uns aus unserer Sicht in einer gefährlichen Abwärtsspirale. Wenn immer weniger Personal immer mehr Aufgaben übernehmen muss und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen verschlechtert werden, kommen wir irgendwann an einen Punkt, an dem die Polizei in Vorarlberg nicht mehr sämtliche Aufgaben in der bisherigen Qualität bewältigen kann“, befürchtet Polizeigewerkschafter Manuel Preiß.

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Die Polizeigewerkschaft will die weiteren Planungen und Auswirkungen des neuen Modells genau unter die Lupe nehmen. „Sollten sich die befürchteten Verschlechterungen bei Arbeitszeit, Belastung oder Einkommen bestätigen, werden wir diese nicht einfach hinnehmen. In diesem Fall sind auch gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen nicht auszuschließen“, kündigte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Vorarlberg, Sandro Wehinger, bereits im Vorfeld an. Das Innenministerium wiederum hat am Sonntag verlautbart, auch im weiteren Verlauf der Einführungsphase gesicherte und evidenzbasierte Informationen zur Verfügung stellen zu wollen.