Muslime öffentlich als “Pack” beschimpft

55-jähriger Schlosser verunglimpfte verschleierte Frauen als Sozialschmarotzer.
Feldkirch Die Strafkarte des angeklagten Bregenzers weist 21 Eintragungen auf. Einschlägig zu den aktuellen Vorwürfen sind jedoch “nur” zwei der Vorstrafen. Der ledige Mann, der monatlich 2600 Euro netto verdient, will auch gar nicht lange um den heißen Brei herumreden, er bekennt sich schuldig. Zu den Hintergründen sagt er nicht viel, er räumt lediglich ein, dass sein Verhalten falsch war. “Es ist, wie es ist”, meint er kurz und knapp zu Richter Theo Rümmele.
Verhetzung im Netz
In den sozialen Medien war kurz vor Weihnachten ein Foto von mehreren verschleierten Frauen vor dem Weihnachtsmarkt zu sehen. Diesen Beitrag kommentierte der Schlosser mit den Worten: “Soso, aber das Weihnachtsfest wird von euch Pack schon genommen”.
“Damit stellte der Angeklagte die Frauen öffentlich als Sozialschmarotzer dar”, so Staatsanwältin Konstanze Erath. Das öffentliche Beschimpfen einer Volksgruppe gilt als “Verhetzung” und ist mit Haftstrafe bis zu drei Jahren zu ahnden. “Das, was die Frau Staatsanwältin sagt, ist korrekt, das kann ich jetzt auch nicht mehr ändern, es tut mir leid.”
Fußfessel beantragt
Der Angeklagte ist erst im vergangenen Jahr zu einer zwölfmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Damals ging es um betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauch. Nun bekommt er noch drei Monate Haft dazu. Der gutverdienende Schlosser hat den elektronisch überwachten Hausarrest beantragt. Die Fußfessel wünscht er sich nun auch für die Gesamtstrafe von 15 Monaten. Der Bregenzer, der gerade einen Privatkonkurs hinter sich hat, muss zusätzlich noch 200 Euro Verfahrenskosten zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.