Kokain auf dem Handy platziert – dann kam die Polizei

39-Jähriger wollte gerade eine “Line” ziehen, wurde aber von der Polizei gestört. Das hatte Folgen.
Feldkirch Ende Juli hielt sich der 39-jährige Arbeiter am Abend am Bahnhof in Bregenz auf. Ihm war gerade nach einer “Nase Kokain”, deshalb holte er sein Handy heraus, platzierte das weiße Pulver auf dem glatten Display seines Telefons und wollte es hochziehen, als er zwei Polizisten, die zufällig in der Nähe waren, sah. Die beiden Beamten kamen von einem anderen Einsatz, ursprünglich hatten sie den Drogenkonsumenten gar nicht beobachtet.
Weggewischt
Der Betrunkene ahnte sogar im Rausch, dass dies Konsequenzen haben würde, wischte rasch das Pulver vom Handy und warf auch das Gerät auf den Boden. Vor Gericht behauptet der Angeklagte nun, es habe sich gar nicht um Kokain gehandelt, sondern um “Wildkraut”, einen Koffein-Booster.
Im Internet kann man nachlesen, dass dieses nasal zu konsumierende Pulver ein Lifestyle-Produkt, ein sogenannter “Energy Sniff”, sei und primär auf hoch konzentriertem Koffein sowie Alpenkräutern basiere. Die Beamten ließen den Stoff allerdings untersuchen, und sowohl am Handy als auch auf der Bankomatkarte fanden sich Kokain- und Cannabisspuren.
Heftig gewehrt
Die Beamten wollten den Mann festnehmen, doch dieser wehrte sich heftig. Er trat um sich, schlug in Richtung der zwei Polizisten und beleidigte die beiden mit den unflätigsten Ausdrücken. Der 32-jährige Beamte will für diese Beschimpfungen 100 Euro, der Angeklagte ist bereit, den Betrag als Entschädigung zu bezahlen. Der bereits dreifach Vorbestrafte, dem der ganze Tumult nichts brachte, wird von Richter Alexander Wehinger zu sechs Monaten bedingter Haftstrafe, 4000 Euro Geldstrafe und 250 Euro Verfahrenskosten verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.