Nach Verkehrssicherheitsgipfel bleiben viele Fragen offen

Keine konkreten Maßnahmen für Zellgasse und Reichsstraße. Anrainer fordern rasches Handeln.
Lustenau Die Verkehrssicherheit auf der L203/204 und der Zellgasse soll verbessert werden. Bürgermeister Patrick Wiedl lud dazu das Land Vorarlberg zu einem gemeinsamen Sicherheitsgipfel nach Lustenau in der vergangenen Woche. Anlass für das Treffen waren zwei tödliche Fahrradunfälle im Frühsommer. Bei den Anrainern der Zellgasse sorgt das Ergebnis des Sicherheitsgipfels allerdings für Ernüchterung, denn konkrete Maßnahmen wurden nach dem Treffen noch nicht präsentiert. “Ein gemeinsames Projektteam wird die notwendigen und realisierbaren Verbesserungsmaßnahmen festlegen”, heißt es lediglich in einer Aussendung der Landesregierung.
Seit einem Jahr keine Umsetzung
Bereits vor einem Jahr hatten sich Anrainer der Zellgasse mit Landesstatthalter Christof Bitschi (FPÖ) getroffen, um auf gefährliche Stellen entlang der viel befahrenen Straße aufmerksam zu machen. “Wir beschäftigen uns im Land schon lange mit dem Verkehr in Lustenau. Für die Zellgasse braucht es ein umfassendes Gesamtkonzept”, betonte Christof Bitschi damals.

“Wir haben ihm die kritischen Punkte gezeigt”, erinnert Amelie Merten von der “Initiative sichere Zellgasse”. Auch Manfred Hagen (Grüne) bezeichnet das damalige Gespräch als konstruktiv und wohlwollend. “Ich bin damals aus dem Gespräch mit der festen Überzeugung rausgegangen, dass wir zumindest zwei Querungen mit einer Ampelregelung erhalten.”
Ein Jahr später ist davon noch nichts umgesetzt. “Es tut sich einfach gar nichts. Ich weiß nicht mehr, wie wir auf den stetig zunehmenden Verkehr und die sehr gefährlichen Situationen aufmerksam machen können”, sagt Anrainerin Karin Bitschnau von der “Initiative sichere Zellgasse”. Mehrere E-Mails an den Landesstatthalter seien verfasst worden. Eine Antwort habe Merten nach eigenen Angaben bis heute nicht erhalten. “Nach unserem persönlichen Treffen ist leider nur in der Politik Ruhe eingekehrt. In der Zellgasse rollen noch immer 16.000 Fahrzeuge täglich”, sagt sie. “Es wäre schön, wenn sich endlich etwas bewegt, außer dem Verkehr. Die Sicherheit der Kinder sollte Priorität haben.”

Anrainer fühlen sich nicht ernst genommen
Für Karin Bitschnau ist die Belastung durch den Verkehr inzwischen zu einem grundlegenden Problem geworden. “Am Tag, in der Nacht und auch am Wochenende fahren die Autos hier durch. Man hat nie eine Erholungsphase.” Von den Verantwortlichen erwartet sie nun konkrete Schritte statt weiterer Ankündigungen.
Bürgermeister Patrick Wiedl (ÖVP) verweist unterdessen auf weitere Gespräche, die im Oktober zwischen der Landes- und Gemeindeverwaltung stattfinden sollen. Dabei werden die Gefahrenstellen noch einmal gemeinsam begangen, darunter auch jene in der Zellgasse. “Dann werden wir einen konkreten Fahrplan zusammenstellen, bei dem ersichtlich wird, was wann vom Land umgesetzt wird”, kündigt Wiedl an.
Forderung nach sicherem Übergang
Auch Markus Hämmerle, der täglich an der Zellgasse steht und Menschen beim Überqueren des Zebrastreifens unterstützt, fordert rasche Maßnahmen. “Es ist unverantwortlich, dass hier nichts gemacht wird”, sagt er. Aus seiner Sicht brauche es vor allem einen sicheren Übergang für Radfahrer. Hämmerle kann sich unter anderem Tempo 30 und Verkehrskameras vorstellen. Auch Aktionen von Anrainern, mit denen zu besonders verkehrsreichen Zeiten auf die Situation aufmerksam gemacht wird, hält er für denkbar. Entscheidend ist für ihn, dass nun endlich konkrete Schritte und ein Zeitplan folgen. Bis dahin bleibt bei den Anrainern vor allem die Frage offen, wann aus den angekündigten Verbesserungen tatsächlich Maßnahmen werden. BVS