Wälder Metall-Profi macht nächsten Schritt

Im Betriebsgebiet Sporenegg investiert Jodok Felder acht Millionen Euro in neue Betriebsstätte
Andelsbuch Mangelndes Selbstbewusstsein oder fehlende unternehmerische Risikobereitschaft darf man ihm weiß Gott nicht nachsagen, denn ohne diese würde er wohl kaum rund acht Millionen Euro in die Hand nehmen, um im Betriebsgebiet Sporenegg eine Betriebsstätte zu errichten: Jodok Felder, dessen Liebe zum Werkstoff Metall schon in allerfrühester Jugend geweckt wurde, weil er schon als kleiner Bub in der Werkstatt seines Vaters Anton “zu Hause war”, erinnert er sich.

Eine Lehre bei Bug war der nächste berufliche Schritt, dem an der HTL Bregenz ein Aufbaulehrgang folgte, ehe er in den Betrieb seines Vaters in Andelsbuch einstieg. Als Vater Anton 2013 in Pension ging, übernahmen er und sein Bruder Konrad. Aber diese Partnerschaft funktionierte nicht wirklich und er entschloss sich 2020, sein eigenes Unternehmen aufzubauen.
Drei Jahre “Wartefrist”
Die Trennung sollte kein “böses Blut” nach sich ziehen, deshalb vereinbarten die beiden, dass Jodok mit der Firmengründung drei Jahre zuwartet. In dieser Zeit war er als Bauleiter tätig und begleitete u. a. den Posthus-Bau in Egg.

Nach Ablauf der Wartefrist mietete er sich 2023 in ein aufgelassenes Betriebsgebäude in Dornbirn ein und gründete “Edelvision – Edelstahl in Form” und “Jodok Felder – Kompetenz in Metall”.

Schnell zu klein geworden
Das Geschäft florierte, das Team wurde größer – ebenso der Platzbedarf. Also fand er Anfang 2024 Räumlichkeiten im Gewerbepark R 200 in Müselbach. Nur kurzfristig, denn bald reichten rund 600 Quadratmeter nicht mehr aus und Jodok Felder sah sich nach einer größeren Möglichkeit um. Diese bot sich Ende 2025, als er von der Gemeinde Andelsbuch im Betriebsgebiet Sporenegg – dort hatte “Briganto” eben mit dem Bau seiner Betriebsstätte begonnen – knapp 6000 Quadratmeter Baugrund erwerben konnte und sofort zu planen begann.

Fast baugleicher “Zwilling”
Und während auf dem “Briganto”-Bau das Firstbäumchen verdorrte, die Fassade fertiggestellt, das Baugerüst entfernt und der Bezug “in der Weihnachtspause 2026/27” avisiert wurde, begannen die Aushubarbeiten für den Felder-Bau, der sich anhand des riesigen Modells als fast baugleicher Zwilling des “Briganto”-Projekts darstellt: Beide Objekte sind vierstöckig, “Brigantos” Bau wird 85 mal 36 Meter, das sind 3060 Quadratmeter, groß, bei Felder ergeben 38 mal 80 Meter 3040 Quadratmeter Grundriss.

Angebot an Start-up-Kollegen
Rund 48.000 Kubikmeter umbauter Raum bieten etwa 5200 Quadratmeter Nutzfläche, von denen Jodok Felder vorerst “etwa zwei Drittel selbst nutzen will” und die restlichen etwa 1700 in variablen Größen von 33 bis 570 Quadratmetern für Gewerbe, Büros usw. Kollegen anbietet, “weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie wichtig es für Betriebsgründer ist, wenn sie zunächst in Miete starten können und dabei abwarten, wie sich die Dinge entwickeln, bevor sie Millionen Euro in eigene Gebäude investieren”.

Hochinteressantes Baugelände
“Briganto” und Felder errichten ihre Betriebsgebäude auf hochinteressantem Gelände: Jahrzehntelang wurde hier der Wälder Müll deponiert und vor rund 25 Jahren plante Mevo den Bau einer neuen Betriebsstätte. Dafür mussten Ende Juni 2002 rund 20.000 Kubikmeter Fels, die herunterzustürzen drohten, sicherheitshalber abgesprengt werden.

Mevo durfte nach Beseitigung der “geologischen Bedrohung” bauen und eröffnete 2007. Lange geplante Erweiterungen sind (noch) nicht umgesetzt, die jahrelangen Planungen für die Wälderhalle waren vergeblich. Stattdessen bauen jetzt “Briganto” und Felder. Nachsatz: Für die Wälderhalle wäre trotzdem noch Platz … STP

