Hühnerkot-Verbot greift schon

Vorarlberg / 21.11.2012 • 21:02 Uhr
Die guten Käseproduzenten fordern rasche Maßnahmen, um das Image des Käses zu retten. Foto: l. berchtold
Die guten Käseproduzenten fordern rasche Maßnahmen, um das Image des Käses zu retten. Foto: l. berchtold

Milchbauern verzichten auf Hühnerdung. Aber wie geht es mit der Landwirtschaft weiter?

SCHWARZACH. „Unsere Milchlieferanten haben noch nie Hühnerdung verwendet und werden es auch in Zukunft nicht tun“, sagt Walter Sinz, Obmann der Sennerei Riefensberg, stolz. Unterstrichen wird sein Statement mit den Unterschriften der Sennereimitglieder, die von der Sennerei ihren Handelspartnern vorgelegt wurde. Für die Riefensberger sei naturnahe Milchwirtschaft Ehrensache. Einwandfrei und erstklassig sei auch der Käse aus der Alpenkäse-Sennerei in Schwarzenberg. Darauf legt Vorstand Hermann Metzler wert, der das Paradeprodukt des Bregenzerwaldes nicht durch einige schwarze Schafe beschädigt wissen möchte. „Die Konsumenten erwarten sich das, und natürlich werden wir diesem Wunsch nachkommen“, kommentiert er das Hühnerdung-Verbot, das am Dienstag von den Agrarsprechern der Parteien gutgeheißen und von Landesrat Erich Schwärzler ausgesprochen wurde.

Sorgen treiben auch die Vorarlberger Hühnermist-Produzenten um. Gebhard Flatz, Geschäftsführer des Sennhofs Rankweil, mit 50.000 Hühnern der größte Geflügelhof im Land, „will auf jeden Fall geklärt wissen, wer für die Entsorgung aufkommt“, sollte auch der einheimische Hühnerdung dem Verbot unterliegen. Für Bertram Martin vom Bucher Martinshof hingegen sind „höhere Standards problemlos zu erfüllen“.

Zahlreiche Bauern im Wald fordern jetzt den raschen Einsatz externer Fachleute wie von Schwärzler angekündigt, damit der Ruf des Bergkäses nicht weiter leide. Sie wollen auch Aufklärung zu weiteren Problembereichen, die dem Ruf des Milchprodukts und dem selbstgewählten Status als „gentechnikfreie Region“ schaden könnten. Kritiker wie der Alberschwender Kurt Bereuter, der für die vielen steht, die sich in der VN-Redaktion gemeldet haben, sehen diese Stellung bereits jetzt stark beschädigt. Und auch ein Insider aus dem Vorarlberger Handel glaubt, dass ein großer Image-Schaden entstanden ist. Er fordert, dass in der Landwirtschaftskammer Vorarlberg wie in den Agrarbehörden jetzt nicht mehr nur „Löcher gestopft werden, die gerade entstehen, sondern das jetzt Klartext geredet wird“. Infrage gestellt wird auch die „Ökoland-Strategie“, die erst vor Kurzem vorgestellt wurde. „Wenn solches geduldet wird, dann ist die Strategie das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurde“, stellt der Grünen-Agrarsprecher Johannes Rauch fest.

Reaktionen

Der Bericht über Hühnerdung und verdorbenen Käse in den VN hat auf vol.at für Hunderte Kommentare gesorgt. Hier nur zwei davon.

Ihr sägt an dem Ast, auf dem ihr sitzt, und es wird nicht mehr allzu lange dauern, dann habt ihr eure eigene Existenz zunichtegemacht.

Riebler

Das mit der Käsequalität ist erst das sekundäre Problem, primär ist festzuhalten, dass wir den Giftdreck in Österreich nicht brauchen!

Brigantium 2000