Terrorangst nein, geschärfte Sinne ja

19.11.2015 • 17:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Weihnachtsmärkte in Vorarlberg sollten sicher sein. Foto: VN
Weihnachtsmärkte in Vorarlberg sollten sicher sein. Foto: VN

In Vorarlberg brauchen sich Menschen vor Massenveranstaltungen nicht zu fürchten.

Schwarzach. Für Vorarlberg gebe es nach dem Terror von Paris keine Hinweise auf eine Bedrohung, stellt Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler klar. „Wir werden nach diesen schrecklichen Ereignissen aber auch nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Wir werden die Entwicklungen im Land genau beobachten, vor allem jene Menschen, die wir mit einem Risikopotenzial behaftet sehen.“ Intensiviert worden sei die Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz und den Behörden im nahen Ausland. Die Vorarlberger mögen die Augen offen halten und Verdächtiges sofort melden, fordert der Landesrat.

Einen Rüffel vom Innenministerium gab es indes für die Vorarlberger Landespolizeidirektion, weil Ermittlungsdetails – gemeint ist die Meldung über zwei Dschihad-Rückkehrer – bekannt gegeben worden seien.

Christkindlmarkt

Beunruhigen lassen sich Veranstalter von Sportveranstaltungen, Weihnachtsmärkten und Verantwortliche von sensiblen öffentlichen Objekten nicht. „Die Situation stellt sich für uns nicht gefährlicher dar als letztes Jahr“, sagt Peter Kaufmann (40) vom Dornbirner Stadtmarketing, welches den Christkindlmarkt am Marktplatz organisiert. „Wir haben unsere Sicherheitsmaßnahmen nicht verschärft. Acht Personen sind während der Marktzeit im Einsatz und werden dafür sorgen, dass alles reibungslos abläuft.“

Auch Christoph Längle (45), Geschäftsführer des Fußball-Bundesligaklubs Rheindorf Altach, fürchtet sich nicht vor Terror in der Cashpoint-Arena. Die Berechtigung zur Sorglosigkeit habe man sich dennoch geholt. „Wir sprachen mit dem Alt­acher Postenkommandanten über etwaige Gefahren. Es gibt keine. Aber natürlich ist vor dem Hintergrund solcher Ereignisse wie in Paris jeder ein bisschen wacher und hellhöriger.“ 

Sicherheitsplan

Beim heimischen Stromerzeuger illwerke vkw ist man an ein sensibles Handling von Sicherheitsfragen gewöhnt. „Aufgrund unserer kritischen Infrastruktur existiert bei uns ein Sicherheitsplan. Es  gibt technische Mittel zur Überwachung unserer Objekte, die wir auch mit Alarmanlagen versehen haben“, erklärt illwerke-vkw-Vorstand Dr. Christof Germann (53) die permanent in Betrieb befindlichen Sicherheitsstrukturen beim Landes-Unternehmen. Darüber hinaus stehe man in regelmäßigem Kontakt mit den heimischen Behörden.

Eine erhöhte Aufmerksamkeit bei seinen Mitarbeitern registriert Gerhard Pinkelnig (45), Geschäftsführer des privaten Sicherheitsdienstleisters Lingg, der unter anderem auch Großveranstaltungen sichert. „Das hat nichts mit einer drohenden Gefahr zu tun. Aber wenn solche Dinge wie in Paris passieren, dann wird jeder Mensch automatisch aufmerksamer. Solche schrecklichen Vorfälle lösen grundsätzlich ein ungutes Gefühl aus“, beschreibt Pinkelnik die psychologischen Auswirkungen der Schreckensbilder von Paris, die natürlich vor allem in der Sicherheitsbranche haften blieben. Von den Vorarlberger Behörden würde man sofort über eine erhöhte Gefahrenlage informiert. „Aber die gibt es nicht.“

Polizei steht zur Verfügung

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen lässt die Vorarlberger Polizei französischen Einrichtungen zukommen. „Selbstverständlich steht die Polizei für Fragen und Meldungen von verdächtigen Wahrnehmungen immer zur Verfügung“, betont Polizei-Sprecherin Susanne Dilp. 

Bei uns existiert bereits seit Längerem ein Sicherheitsplan.

Christof Germann