Das lange Warten auf die Zukunft

Empfehlungen für den Ausbau der Heilpädagogik definiert. Für die Carina ist alles offen.
feldkirch. Welche Rolle kann die Carina im Kinder- und Jugendpsychiatriekonzept des Landes künftig spielen? Auf eine Antwort auf diese Frage müssen die Verantwortlichen des zusammengestutzten Heilpädagogischen Zentrums noch länger warten. Zwar haben die Fachbereiche Sozialpsychiatrie und Integration im Amt der Landesregierung aus den Vorschlägen einer Arbeitsgruppe nun Empfehlungen abgeleitet. Gespräche mit den Trägern heilpädagogischer Angebote finden aber erst im Laufe des März statt. Außerdem will sich Gesundheitslandesrat Christian Bernhard vorher noch mit Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch sowie dem Sozialfonds als Finanzier möglicher Zusatzleistungen abstimmen.
Dass Bedarf an solchen Leistungen gegeben ist, räumt Bernhard ein. Deshalb will er, ungeachtet der Pläne des Kinder- und Jugendpsychiatriekonzepts, die Einrichtung von ambulanten und aufsuchenden Diensten vorziehen. Außerdem werden die heilpädagogischen Sprechtage ausgebaut. Auch die Führung eines heilpädagogischen Kindergartens steht außer Frage. Die heilpädagogische Schule, die bis vor einem Jahr noch in der Carina untergebracht war, wird jedoch definitiv in Rankweil bleiben.
Haus für Flüchtlingskinder
Seit das Kuratorium der Stiftung Carina den Kooperationsvertrag mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) gekündigt und der Sozialfonds daraufhin sämtliche Zahlungen eingestellt hat, hängt die Einrichtung praktisch in der Luft. Nur mit Müh und Not gelang es, wenigstens eine Weiterführung des heilpädagogischen Kindergartens zu erreichen. „Sein Betrieb ist bis Sommer gesichert“, bestätigt Carina-Geschäftsführerin Maria Nocker. Ansonsten ist praktisch alles offen. „Spätestens bis Ende Mai müssen wir aber wissen, wie es für uns weitergeht.“ Im anderen Fall drohen personelle Konsequenzen. Die immer wieder einmal von außen ins Spiel gebrachte Möglichkeit, die Carina für die Betreuung von Flüchtlingskindern zu öffnen, war laut Maria Nocker im Kuratorium bislang kein Thema. Wenn, dann würde von den räumlichen Gegebenheiten her jedoch nur eine schulische Betreuung infrage kommen.
Sehr wohl diskutiert wurde darüber in der Arbeitsgruppe, die das Konzept aufsetzte. Auch Christian Bernhard könnte sich mit dieser adäquaten Nutzung der Gebäude anfreunden. Die Frage sei, ob sie mit den Stiftungsregeln vereinbar wäre. „Die Carina ist ein Anbieter mit Kompetenz“, will er sich in der Rollenzuschreibung aber nicht festlegen. Derzeit sind neben der Carina noch der aks, das IfS, pro mente, das Vorarlberger Kinderdorf und die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Rankweil heilpädagogisch tätig. Auch in Schulen und Kindergärten ist Heilpädagogik vertreten.
Die heilpädagogische Schule bleibt definitiv in Rankweil.
Christian Bernhard