Suche nach mehr Lehrpersonal
Planung für neue Pflegeausbildung. FH soll spätestens 2019 beginnen.
bregenz. Nach langen Geburtswehen ist die neue, nun dreistufige Ausbildung für Pflegekräfte unter Dach und Fach. Doch nicht alle sind mit dieser Regelung zufrieden. Noch immer gibt es Bedenken, wonach die Pflege an Qualität verlieren könnte, weil etwa für die Pflegefachassistenz statt der bisher dreijährigen Diplomausbildung nur noch eine zweijährige Ausbildung vorgesehen ist. Auch der Umstand, dass im Rahmen der Akademisierung der Pflegeberufe an der Fachhochschule Vorarlberg nur 25 Plätze vorgesehen sind, ruft Skeptiker auf den Plan. Nicht nachvollziehbar sind die Einwände für Gesundheitslandesrat Christian Bernhard. „In jedem System muss mit etwas begonnen werden“, verweist er darauf, dass diese Studienplätze ausbaufähig sind. Zur verkürzten Ausbildung für die Pflegeassistenz meint er, die sei zwar knapp bemessen, werde dafür aber praxisorientierter. Auch gesamt betrachtet ist Bernhard mit dem Ergebnis zufrieden. Eine Abwertung der Pflege erkenne er nicht. Im Gegenteil, es komme zu einer deutlichen Kompetenzerweiterung. Vor allem in der Pflegefachassistenz sieht Bernhard ein Berufsbild mit Breitenwirkung.
Module für Spezialisierung
Ab September soll das neue Bundesgesetz über Gesundheits- und Krankenpflegeberufe gültig sein. Mit der Planung für die dreistufige Ausbildung (Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz, Pflegestudium) kann jedoch erst nach Vorliegen der Ausbildungsverordnung begonnen werden. Auch deshalb sieht das Gesetz eine relativ lange Übergangsfrist bis 2024 vor. Einige Eckpunkte kristallisieren sich aber bereits heraus. So wird beispielsweise die Psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflegeschule aufgelöst. Der Standort selbst soll laut Christian Bernhard erhalten bleiben. Denn eine nach der Grundausbildung angestrebte Spezialisierung erfolgt künftig über berufsbegleitende Module.
Die Ausbildung für die Pflegefachassistenz wird an den Krankenpflegeschulen in Feldkirch und Dornbirn stattfinden. Gleiches gilt für die FH-Klassen. „Wir wollen keine Parallelstrukturen aufbauen“, stellt Bernhard klar. Gleichzeitig verlangt er eine gerechte Verteilung der Klassen auf Feldkirch und Dornbirn. Bei der Pflegeassistenz, die die bisherige Pflegehilfe ersetzt, liege der Vorteil in der Verknüpfung der Ausbildung von Sozialbetreuungs- und Gesundheitsberufen. Pflegeassistenten erhalten so Anschluss an die weiteren Ausbildungsmöglichkeiten. „Auf diese Weise können interessierte Personen ohne Hürden in die Pflege einsteigen“, erklärt Christian Bernhard den Vorteil.
Die große Herausforderung für die Schulen stellt seiner Ansicht nach der Mehrbedarf an Lehrpersonal dar. Wie der Gesundheitslandesrat in einer Anfragebeantwortung an SPÖ-Gesundheitssprecherin Gaby Sprickler-Falschlunger mitteilt, muss zusätzlich qualifiziertes Lehrpersonal aufgebaut werden.
Auswirkungen prüfen
Die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) wiederum wurde zwischenzeitlich beauftragt, die Auswirkungen der neuen gesetzlichen Erfordernisse in der Pflege auf den Personalbestand sowie die finanziellen Abgeltungen zu prüfen. „Billiger wird es nicht“, weiß Christian Bernhard jetzt schon. Bis wann das Pflegestudium an der FH starten kann, ist weniger gewiss. „Mein Wunsch wäre es, im Wintersemester 2018 beginnen zu können“, hält Bernhard jedoch das Frühjahr 2019 für realistischer.
In jedem System muss einmal mit etwas begonnen werden.
Christian Bernhard