Kampf gegen das Verliererimage

Vorarlberg / 06.12.2016 • 18:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Bildungsstandardtests sind eine Herausforderung. Foto: APA
Die Bildungsstandardtests sind eine Herausforderung. Foto: APA

Schon jetzt laufen die Vorbereitungen auf die nächsten Bildungsstandardtests.

Feldkirch. Der letzte Schock dieser Art fuhr im vergangenen April allen Beteiligten in die Knochen. Als die Ergebnisse der österreichweiten Bildungsstandardtests im Fach Deutsch für alle Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse Volksschule verkündet wurden, musste für Vorarlberg wieder einmal konstatiert werden: Wir sind die Schlechtesten in der Republik. Durchschnittlich schlechter als der Rest Österreichs beim Leseverständnis, bei der Sprachbetrachtung (Grammatik), bei der Textproduktion und in der Rechtschreibung. Nur beim Hörverständnis lagen wir wenigstens im Bundesschnitt.

Fokus Mathematik

Trotz zusätzlicher Investitionen in das Bildungssystem ist es in Vorarlberg noch nicht gelungen, das Ruder herumzureißen und bessere Resultate zu produzieren. Egal ob PISA, Zentralmatura oder die Bildungsstandardtests: Vorarlberg gehört zu den Schlusslichtern. Elementare Lernziele werden von vielen nicht erreicht. Ein Umstand, der im Land alle Beteiligten und auch die Wirtschaft alarmiert.

Der nächste Bildungstest findet zwar erst im kommenden Frühjahr statt, die Vorbereitungen darauf laufen aber schon seit längerer Zeit. Gefordert ist dabei vor allem die Pädagogische Hochschule Vorarlberg. Sie soll auf Verlangen der Schulaufsicht Programme und Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer entwickeln, um die Schüler besser auf die Tests einzustellen.

„Wir bieten Fortbildungsveranstaltungen speziell für die Vorbereitung auf die Bildungsstandardtests an“, teilt Claudia Böhler-Wüstner (57), an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg für die Bildungsstandards zuständig, mit. Besonders im Fokus steht derzeit die Mathematik, denn genau in diesem Fach findet die nächste österreichweite Testung im Frühjahr kommenden Jahres statt. Getestet werden die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse Volksschule. Auf das Ergebnis dieser Tests sind alle besonders gespannt. „Weil wir bei diesen zum ersten Mal eine Vergleichsmöglichkeit mit den Tests im selben Fach und in derselben Schulstufe haben werden“, erklärt Böhler-Wüstner die besondere Bedeutung der Leistungsüberprüfung im Frühjahr.

Erster Vergleich

In den laufenden Seminarreihen für das Fach Mathematik werden die Lehrer gezielt auf die Bildungsstandardtests vorbereitet. Kompetenzorientierung steht dabei ganz besonders im Mittelpunkt. Die Umstellung auf eine womöglich neue Art des Unterrichtens fällt nicht allen Lehrern leicht. Die Widerstände sind im Fach Mathematik am größten. „Dafür ist die Bereitschaft für Neues im Fach Englisch absolut da“, freut sich Böhler-Wüstner. Für Landespflichtschulinspektorin Karin Engstler (59) sind die Fortbildungsveranstaltungen von elementarer Bedeutung. „Wir wollen natürlich weg vom Tabellenschlusslicht.“

Bei den Bildungsstandardtests werden alle Schüler Österreichs der vierten und achten Schulstufe in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch regelmäßig getestet.